Moutier Expo
Grenchen als Ehrengast an der Expo: «Vive l’amitié entre Granges et Moutier!»

Die Stadt Grenchen ist Ehrengast an der Gewerbeausstellung jenseits des Tunnels. Die Moutier Expo sei ein «rendez-vous commerciale et conviviale», ein Zusammentreffen, das beidem, dem Geschäft und der Gemeinschaft diene.

Andreas Toggweiler
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Die Polizei ist (noch) die Kapo Bern
18 Bilder
Grenchner Bike-Kompetenz on display
Originell: Schokolade vom Tête de Moine-Hobel
Riesenschildkröten beim Siky Park
Falkner mit Eule beim Stand des Siky Park
Strahlen um die Wette mit ihren Gefährten Grenchner Tourismuspräsident Christoph Sigrist (links) und Ryf Optik Chef Daniel Ryf
Moutiers Gemeindepräsident Marcel Winistoerfer im Gespräch mit Daniel Ryf... ... und Grenchens Stadpräsident François Scheidegger (mitte)
Dreiradmobil von Grenchen Tourismus
Besuch am Stand des Netzwerk Grenchen
"Das ist mein Dienstflugzeug...." ... Scheidegger frotzelt mit seinem Amtskollegen Marcel Winistoerfer aus Moutier
SMKS-Mitarbeiter Mike Brotschi
Grenchen an der Moutier Expo 2017 - Eindrücke von der Messe
Marcel Winistoerfer heisst die Grenchner Delegation willkommen
Marcel Winistoerfer mit gattin pepita im Gespräch mit Veronika und François Scheidegger
Geschenke werden überreicht François Scheidegger überreicht Pierre Egger und Enzo Dell'Anna vom Messo OK, sowie Marcel Winistoerfer Feines aus Grenchen
Messedirektor Enzo Dell'Anna
"Danke für die Einladung"
Stadtpräsident Fran4ois Scheidegger hielt seine Ansprache auf französisch

Die Polizei ist (noch) die Kapo Bern

Andreas Toggweiler

Noch bis zum Sonntagabend ist in Moutier die Gewerbeausstellung «Moutier Expo» im Gang. Grenchen wurde als Ehrengast eingeladen und kann sich an einem prominent platzierten Ausstellungsstand präsentieren.

Anlässlich des Festaktes zur Eröffnung begab sich eine grössere Delegation der Stadt, angeführt von Stadtpräsident François Scheidegger, nach Moutier, wo sich im Ausstellungsgelände Forum de l’Arc gleich bei der Ausfahrt der dieses Jahr neu eröffneten A16 das Gewerbe von Moutier und Umgebung in den nächsten Tagen präsentiert.

«... gleich weiterfeiern»

Die Grenchner Gesandtschaft wurde von Moutiers Stadtpräsident Marcel Winistoerfer - ja er hat Wasserämter Wurzeln und ist perfekt bilingue - mit herzlichen Worten begrüsst. «Vor zwei Jahren haben wir schon zusammen das 100 Jahre-Jubiläum des Eisenbahntunnels gefeiert. Machen wir gleich dort weiter», rief der Maire auf. Die Moutier Expo sei ein «rendez-vous commerciale et conviviale», ein Zusammentreffen, das beidem, dem Geschäft und der Gemeinschaft diene. «Savoir faire et savoir être», frei übersetzt: Handwerkskunst- und Lebenskunst, gelte es gleichsam zu pflegen. Winistoerfer dankte Silvan Granig für die Organisation der Städtebegegnung und benutzte die Gelegenheit, auch dem Grenchner Fussballer Andreas Fankhauser zu danken, welcher Moutier einst - wenn auch nur für kurze Zeit - in die Nationalliga A gebracht hatte.

Auch der Grenchner Stadtpräsident hielt seine Ansprache fast durchgehend auf französisch. Gerne habe man einmal mehr die Einladung Moutiers angenommen, zusammen zu feiern, sagte François Scheidegger «Obwohl wir keine gemeinsamen Gemeindegrenzen haben, sind unsere Städte dank der Bahnlinie unmittelbar verbunden. Ein Tunnel, der gleichzeitig eine Brücke bilde zwischen der französischsprachigen und der deutschsprachigen Schweiz. Er lobte den Pioniergeist von Moutier und seine wichtige Rolle für die Entwicklung Grenchens zur «Technologiestadt auf der Jurasonnenseite.»

Lokales Bier im Angebot

Unter diesem neuen Motto, das den gefühlten und auch wissenschaftlich untermauerten Abschied vom «Nebelloch» anpreist, präsentierte sich Grenchen denn auch am über 200 Quadratmeter grossen Stand in der Mitte der Ausstellungshalle, einer ehemaligen Montagehalle der Maschinenfabrik Tornos, die inzwischen für Ausstellungen und weitere Aktivitäten genutzt wird.

Optisch dominant ist allerdings ein grosses Transparent des Flughafengebäudes samt Tarmac und eine symbolische Landepiste, was bei der Grenchner Delegation schon bald zum Running Gag wurde: «Hier ist also unsere Pistenverlängerung gelandet.»

Nebst dem Flughafen präsentieren sich das Kultur-historische Museum, Grenchen Tourismus, das Netzwerk Grenchen und als einzige Privatfirma Ryf Optik. Sie ist in dieser Halle keine Unbekannte, präsentiert sich die Firma doch hier auch alle zwei Jahre an der Technologiemesse SIAMS. Als Blickfang hat Firmenchef Daniel Ryf seinen restaurierten VW Bully dabei, der zusammen mit dem Dreiradmobil des Tourismusbüros einen weiteren Blickfang hergibt.

Am Stand von Ryf gibts übrigens Granicum, was die lokale Bevölkerung auf den Geschmack von Brasseriebier bringen könnte. «Bière artisanale» gebe es nämlich in Moutier noch nicht, ist zu vernehmen.

Dafür könnte möglicherweise die mia von der Moutier Expo einiges abgucken. Die Messe wird heuer zum 41. mal durchgeführt, dauert fünf Tage (Mi-Fr nur abends), verlangt 5 Franken Eintritt und wird aktuell von rund 110 Ausstellern bespielt. Das Interesse an der Messe sei konstant, versichert der langjährige Messeleiter Enzo Dell’Anna. «Weinhändler könnten wir noch eine ganze Halle mehr nehmen, doch wir selektionieren.» Es werden nur Weinproduzenten zugelassen, keine reinen Händler.

Als weiterer Ehrengast an der Moutier Expo ist der Siky Park (Crémines), dabei, die ehemalige Siky Ranch. Dort sind beispielsweise Schildkröten beachtlicher Grösse zu sehen und ein Falkner ist mit Eule und Adler präsent. Das Motto der Messe lautet dieses Jahr «la nature», wie Dell’Anna anlässlich der Begrüssung zum weiteren Ehrengast erklärte. Die Natur sei «eine wichtige Ressource, von der vieles abhängt». Es gelte darum eine Balance zwischen menschlichen Aktivitäten und absolutem Naturschutz zu finden, im Wissen allerdings, dass die Natur langfristig am längeren Hebel sitze.

Für den Besuch der Moutier Expo empfiehlt sich der Zug ab Grenchen Nord (halbstündlich, Reisezeit 8 Min). Ab Bahnhof Moutier verkehren Postautos oder das Taxi zum Sondertarif. Auch wenn man den Weg von Grenchen nach Moutier neuerdings ausschliesslich auf der Autobahn zurücklegen kann, dauert die Anfahrt eine gute halbe Stunde. Denn auf der A16 ist mehrheitlich Tempo 80 signalisiert.

Die Moutier Expo ist heute Abend von 18-22 Uhr offen, am Samstag von 14-22 Uhr und am Sonntag von 11-18 Uhr.

«Man ist jetzt schnell in Frankreich zum Einkaufen»

Moutier verzeichnet zurzeit 7586 Einwohnerinnen und Einwohner auf einer Fläche von knapp 20 km2. Der Ort entwickelte sich im Mittelalter um ein Kloster und hat, ähnlich wie Grenchen, eine industrielle Blütezeit im 20. Jahrhundert erlebt. Das Schicksal der Stadt ist eng verbunden mit der Maschinenbaufirma Tornos, die sich laufend «gesundschrumpft». Auch Moutier hatte einst mehr Einwohner (1970 waren es fast 8800). Die Ortschaft hat ein eigenes Spital, dessen Zukunft allerdings mit dem dieses Jahr von der Bevölkerung beschlossenen Kantonswechsel zum Kanton Jura ungewiss ist. Die Grenchner Firma ETA (Swatch Group) hat ebenfalls eine Produktionsstätte in Moutier.

Gewerbevereinspräsident Christian Kropf sagte an der Expo-Eröffnung, industriell sei im Laufe des Jahres eine leichte Erholung zu verzeichnen, beim Gewerbe laufe es gut, insbesondere dank dem Autobahnbau. «Delikat» sei die Situation beim Detailhandel. Die Abstimmung habe verunsichert und auch Gräben aufgerissen. «Die Leute kauften nicht mehr bei den Vertretern des anderen Lagers.» Eine konstante Herausforderung sei der Internethandel und die A16 habe auch ihre Kehrseite. «Man ist jetzt schnell in Frankreich zum Einkaufen.» (at.)