Der Schweizer Fussball-Internationale Granit Xhaka (ex FC Basel) hat in Grenchen ein Mehrfamilienhaus gekauft. Dies ist dem aktuellen Amtsblatt zu entnehmen. Die Liegenschaft liegt an der Weissensteinstrasse und steht zurzeit mehrheitlich leer.

Granit Xhaka ist der «teuerste» Schweizer Fussballspieler aller Zeiten, nachdem er 2016 für eine Ablösesumme von 40 Mio. Fr. von Borussia Mönchengladbach zum englischen Premier League Verein Arsenal wechselte. Dort verdient er gemäss englischen Zeitungen 9 Mio. Fr. im Jahr.

Immobilien statt Aktien

Dieses Geld muss irgendwo angelegt werden. In Zeiten der Nullzinspolitik gelten heute Liegenschaften als valable Alternative. Xhakas ehemaliger Fussballkollege Murat Yakin ist bekanntlich dick im Geschäft mit Immobilien und könnte ihm als Vorbild gedient haben.

Im August wurde nämlich bekannt, dass Granit Xhaka in Basel eine Liegenschaft gekauft hat. Und jetzt in Grenchen. Gerne würde man mehr über die Gründe des Liegenschaftskaufs gerade hier am Jurasüdfuss erfahren und wo er sonst noch sein Geld anlegt. Doch ein Interessenvertreter Xhakas in der Schweiz hüllt sich in Schweigen. «Als Anwalt dürfte ich ihnen nicht einmal sagen, ob er mein Klient ist», meint dieser. Und schon gar nichts will er über die Anlagestrategie sagen.

Granit Xhaka kauft ein Hochhaus in Grenchen

Der Beitrag von "Tele M1" zu Xhakas Hauskauf.

Immo-Boom in Grenchen

So kann man lediglich spekulieren, warum sich der Starfussballer gerade für die unscheinbare Liegenschaft in Grenchen entschieden hat. Fakt ist allerdings, dass Grenchen als Immo-Standort im Vormarsch ist. Es herrscht ein Bauboom ohnegleichen und die Stadt, lange als Mauerblümchen der Standortratings nach hinten durchgereicht, befindet sich auf einer fulminanten Aufholjagd. Da kommt man bald einmal aufs Radar von Investoren mit Anlagenotstand. Vielleicht auch von Fussballern, die dem vom Brexit durchgeschüttelten Londoner Immobilienmarkt entfliehen wollen.

Vielleicht wurde Xhaka bzw. seinen Finanzberatern die Liegenschaft aber auch nur geschickt angedreht. Sie wurde nämlich 2017 von der Firma Narva Haus AG gekauft. Hinter der Firma steckt der (bei Mietern) berüchtigte Immobilienunternehmer Christopher Liliefelth. Er hat sich auf die Immobiliensanierung auf die grobe Tour spezialisiert und so in Gerlafingen schon Schlagzeilen gemacht und letztes Jahr auch in Grenchen am Monbijou.

Sanieren und abkassieren

Dabei werden heruntergekommene Liegenschaften mit billigem Mietzins aufgekauft und allen Mietern gekündigt. Nach der Sanierung kann dann ein deutlich höherer Mietpreis verlangt werden. Die Wohnungen werden so für die frühere Klientel unerschwinglich. Manche sehen das auch positiv und werten es als Mittel gegen die Verslumung von gewissen Quartieren.

Augenschein bei der Liegenschaft an der Weissensteinstrasse 5: An der Sackgasse stehen insgesamt sechs Mehrfamilienhäuser im ähnlichen Stil, schätzungsweise etwa 50 bis 60 Jahre alt. Alle haben sie gemäss Grundbuch unterschiedliche Besitzer, beim Block vis a vis steht ebenfalls eine Sanierung an, die Bauprofile künden davon. Das fragliche Gebäude Nummer 5 hat 12 Wohnungen, wovon die Mehrzahl (noch) leer steht.

Bei der offenbar kürzlich erfolgen Sanierung, wurden Küchen und Nasszellen neu gemacht und neue Böden verlegt. Aussen wurde lediglich die Fassade neu gemalt. Auch die Haustüre zum offenen Treppenhaus scheint noch original. Sie klemmt.

Laut einem Immobilienfachmann aus der Region ist ein so beschriebenes Gebäude in Grenchen je nach Grösse der Wohnungen und Lage zwischen drei und vier Mio. Fr. wert. Was bei den aktuellen Eigenmittelerfordernissen bedeutet, das Granit Xhaka etwa 1 Mio. Fr. in Grenchen investiert hat. Erfreut darüber zeigt sich Stadtpräsident François Scheidegger. Dies zeige, dass Grenchen von Investoren vermehrt wahrgenommen werde. «Hier hat es auch noch Platz.»