«Wir investieren nun einen Teil unseres Preisgeldes von 2008», erklärt Anna Messerli, Vize-Präsidentin von «Granges Mélanges», dem Verein, der in dem Jahr den Sozialpreis des Kantons Solothurn gewonnen hat.

2003 wurde der Verein gegründet. Schon in den Jahren zuvor hatte eine Gruppe interkulturell interessierter Grenchnerinnen und Grenchner mit Unterstützung des Amtes für Kultur verschiedene Anlässe zum Thema Integration durchgeführt. Inzwischen ist eine breite Palette von Anlässen und Projekten fester Bestandteil der Grenchner Jahresagenda geworden. So wird zum Beispiel jährlich die «Woche der Religionen durchgeführt», zum anderen konnten schon viele ausländische Frauen von den Deutsch- und Konversationskursen profitieren, die Granges Mélanges anbietet.

Sonderausstellung und Film

Im Jubiläumsjahr will man nun in Zusammenarbeit mit dem Kulturhistorischen Museum eine Sonderausstellung auf die Beine stellen. Zentraler Punkt der Ausstellung sollen ein Film und Hörstationen werden, die die Geschichte von 10 Protagonisten mit Migrationshintergrund erzählen, manche von Ihnen seit Jahren in Grenchen zu Hause, manche erst seit Kurzem. «Wann habe ich mich hier zum ersten Mal daheim gefühlt?», ist die zentrale Frage, die der Film beantworten will, den Filmemacher Olivier Messerli in den nächsten Wochen und Monaten realisiert. Dazu stellen Menschen aus anderen Kulturen Exponate aus, die sie an ihre alte Heimat erinnern oder an Momente aus ihrer ersten Zeit in Grenchen.

«Wir sind daran, das Gerüst für die Sonderausstellung zusammenzustellen», erklärt Elisabeth Egli, die Präsidentin von Granges Mélanges. Vernissage der Sonderausstellung ist am 23. August 2013. Zu diesem Zeitpunkt wird das 10-jährige Bestehen des Vereins auch mit einem Festakt gefeiert. Schon etwas früher, nämlich am 20. Juni, findet zum Jubiläum ein interkultureller Musik-Workshop statt. Die schweizerisch-mazedonische Band Ssassa spielt nicht nur heisse Zigeunermusik der Roma zwischen Balkan und Orient, sondern gibt ihre Freude an Musik und Tanz in Workshops an Kinder weiter. Grenchner Zweitklässler haben nun die Möglichkeit, zusammen mit der Band ein interkulturelles Musik- und Tanzprogramm einzustudieren, das am Abend dann öffentlich aufgeführt wird. Der Anlass wird in Zusammenarbeit mit der Musikschule Grenchen durchgeführt.

Neues interkulturelles Sprachcafé

«Gertrud Christen, welche die Konversationskurse ins Leben gerufen hatte, führt diese ab diesem Jahr nicht mehr durch.» Neu kommt stattdessen ein von ihr initiiertes interkulturelles Sprachcafé hinzu, das jeweils am ersten Freitag im Monat im Restaurant am Girardplatz stattfindet und ein Treffpunkt für Frauen unterschiedlichster Herkunft sein soll. Nicht nur Migrantinnen sind eingeladen, das Angebot richtet sich an alle Frauen, die ein Interesse an fremden Kulturen haben, auch solche mit Deutsch als Muttersprache. «Ziel wäre es, dass sich die Frauen dann auch ausserhalb der von uns organisierten eineinhalb Stunden treffen und austauschen, denn Integration klappt eigentlich nur über die Sprache. Und die erlernt man so am Schnellsten», erklärt Anna Messerli. Unverändert werden Integrationskurse Deutsch für Frauen mit Kinderbetreuung im Lindenhaus angeboten, durchgeführt in Zusammenarbeit mit der Volkshochschule.

Man sei stolz auf das bisher Geleistete, erklärt Egli. Denn schliesslich basierten alle Angebote auf Freiwilligenarbeit. Der Aufbruch in ein neues Jahrzehnt des Vereins ist denn auch geprägt vom Wunsch, das Bestehende weiterzuführen. «Es gibt viele Vereine, die wegen Überalterung des Vorstands plötzlich einen Stillstand erleiden», sagt Messerli. Bei Granges Mélanges sei man deshalb bestrebt, den Verein, der rund 100 Mitglieder hat, stetig zu verjüngen. «Wir haben im Vorstand seit letztem Jahr zwei neue, jüngere Mitglieder: Einerseits Belinda Macia, die Kursleiterin der Integrationskurse Deutsch für Frauen; andererseits stiess die Lehrerin Emanuela Libertini zu uns, die aufgrund ihrer beruflichen Tätigkeit eine ausgezeichnete Brückenfunktion zur Schule einnehmen kann.»

Weiterhin kleine Schritte machen

Grosse Würfe sind für die Zukunft keine geplant. «Wir haben mit kleinen Schritten bisher gute Erfahrungen gemacht und wollen auf diesem Weg weitergehen», so die Präsidentin. Die Förderung von Sprachkompetenzen sei das A und O einer erfolgreichen Integration. Man erwäge deshalb, im Anschluss an die Deutschkurse weiterführende Konversationskurse anzubieten. «Das Bedürfnis ist da, der Wunsch wurde mehrfach geäussert. Nun werden wir schauen, was machbar ist.»

Die Homepage www.granges-melanges.ch wurde durch die Grenchner Firma Dynamicart gesponsert und neu gestaltet, sie wird am Donnerstag aufgeschaltet.

Ein Flyer mit dem Jahresprogramm, allen Daten und Anlässen von Granges Mélanges wird kommenden Donnerstag, 21. März, in alle Grenchner Haushalte verteilt.