Grenchen
Grad-Affäre sorgt weiterhin für Aufregung in Grenchen

«Nicht zufällig» ist es laut Stadtpräsident Boris Banga, dass Interna aus der Gemeinderatskommission auf dem SVP-nahen Internetportal grenchen.net/soaktuell.ch veröffentlicht werden.

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Remo Schneider, hier mit Suchhund, erklärt sich.

Remo Schneider, hier mit Suchhund, erklärt sich.

Patrick Furrer

Offenbar gibt es bei Schutz & Rettung Grenchen wichtige organisatorische Fragen zu klären. Dafür spricht, dass Polizeikommandant Robert Gerber als Coach die Dinge wieder richten muss (vgl. gestrige Ausgabe). «Damit soll gewährleistet werden, dass die Zusammenführung die gesetzten Ziele erreichen kann und auftretende Probleme kompetent und schnell gelöst werden können», heisst es in einer offiziellen Stellungnahme der Stadt.

Remo Schneider nimmt Stellung
Ob die Beförderungen rechtens waren, wissen derzeit weder Remo Schneider, Kommandant von Schutz & Rettung, noch Stadtpräsident Boris Banga zu sagen. Da es sich um eine kantonal neue und bis jetzt einmalige Gruppierung handelt, sei diese Frage neu. Für Schneider steht aber fest: «Wenn ich sehe, welchen Aufruhr diese Sache verursacht, würde ich die Neugraduierung heute sicher nicht mehr machen.» Er habe seine Arbeit als Chef des Zivilschutzes fünf Jahre gemacht, ohne dass es Beschwerden gegeben hätte. Jetzt aber werde plötzlich und bewusst gegen seine Person geschossen.

«Ich habe nichts abgewürgt»
«Dass wir reagiert haben, zeigt, dass wir führen», kontert Stadtpräsident Banga die Vorwürfe in Zusammenhang mit Problemen bei Schutz & Rettung Grenchen. Im Gegenteil: Dass der Mentor eingesetzt worden sei, gehe direkt auf einen Antrag von ihm in der Projektsteuerungsgruppe zurück. Seit Anfang Februar evaluiert Robert Gerber die Zusammenführung von Feuerwehr, Zivilschutz und Rettungsdiensten. Das Mentoring ist für drei Monate vorgesehen. Er habe entgegen allen Vorwürfen die Diskussion in der Gemeinderatskommission nicht abgewürgt, so Banga weiter. «Es war kein Antrag vorhanden und es lagen keine Abklärungen zum Sachverhalt vor.» Deshalb habe er das Thema nicht behandeln können. Mit Rücksicht auf die Vertraulichkeit in der Gemeinderatskommission will Banga keine Aussagen zur GRK-Sitzung machen.

GRK soll durchgreifen
«Nicht zufällig» ist es laut Banga, dass die Interna aus der Gemeinderatskommission auf dem SVP-nahen Internetportal grenchen.net/soaktuell.ch veröffentlicht werden. Es sei auch Sache der übrigen GRK-Mitglieder, dagegen etwas zu unternehmen.
Warum aber hat sich Remo Schneider überhaupt befördern lassen, wenn dies keine lohnwirksamen Folgen hat? Die Antwort auf diese Frage bleibt vorerst ungeklärt. (lfh/fup)