Endlich, die Druckserei hat ein Ende. Der Stadtbummler, obwohl sonst nicht wirklich mundfaul, schwieg bisher eisern, wenn er nach der Herkunft seiner Kleidung gefragt wurde. Dabei ist er sehr zufrieden mit Qualität und Preis der Ware, so zufrieden, dass er meist mehr als nur ein Exemplar ersteht, wenn ihm ein Kleidungsstück passend erscheint. Auch über die Bedienung gibt es nichts zu meckern, im Gegenteil: Sie ist zuvorkommend und höflich. Aber eben: Der Name des Ausstatters erschien dem Bummler nicht wirklich exquisit genug.

Dies ändert sich nun schlagartig. Jedem, ob er es nun wissen will oder nicht, wird stolz verkündet, dass er sich selbstverständlich der italienischen Mode verschrieben hat. OVS oder Oviesse heisst das Zauberwort und wird schon bald im Untergeschoss des Coops an der Hauptstrasse zu finden sein. Gottfried Keller hatte eben doch recht: «Kleider(marken) machen Leute.»

Natürlich weiss der Bummler, dass es Pfandhäuser gibt. Zumindest aus dem Fernsehen. Angetan hat es ihm besonders der Chaplin-Klassiker «The Pawnshop», ein Stummfilm aus dem Jahre 1916. Nicht schlecht gestaunt hat er jedoch, als er unvermittelt an der Centralstrasse beim Cityhof auf ein Geschäft stiess, das mit «Pfandbox-das moderne Pfandhaus» angeschrieben ist.

Der «Gwunder» liess ihn den Laden betreten. Doch, doch, man sei sehr zufrieden mit dem Geschäftsgang, wird ihm beschieden. Man sei schweizweit wohl das einzige Pfandhaus, das privat betrieben werde. Weiter erfährt der Bummler, dass es auch nur einige wenige derartige Institutionen in unserem Land gibt, in Genf etwa, oder in Zürich; diese sind jedoch im Besitz von Bankinstituten. Erstaunlich hoch ist übrigens bei der Pfandleihe der Anteil jener Güter, die nicht wieder ausgelöst werden. Sie beträgt nämlich stolze 40 Prozent.

Mit Abkürzungen ist es ja so eine Sache. Man verwendet sie oft, ohne die eigentliche Bedeutung zu kennen. Oder hätten sie gewusst, für was die in Grenchen schmerzlich vermisste EPA ursprünglich stand? Genau: Einheitspreis AG. Der oben erwähnten OVS ist auch der Bummler trotz Google-Recherche nicht auf die Spur gekommen.

Und- um bei den Kleidern zu bleiben- die ehemals auch in unserer Stadt ansässige Firma PKZ wurde nur von fantasievollen Witzbolden mit «Papa kann zahlen» übersetzt. Keine Zweifel kann es hingegen über die Bedeutung der in der letzten Zeit so in die Schlagzeilen geratenen «CIS» geben: «Chaos in Solothurn».