Grenchen
Gleich an drei Orten tropft es im Velodrome – doch vom Loch fehlt jede Spur

Weil es im Tissot Velodrome von der Decke tropft, musste das Training abgesagt werden. Das Leck konnte allerdings nicht lokalisiert werden.

Andreas Toggweiler
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Planen im Tissot Velodrome.

Planen im Tissot Velodrome.

Oliver Menge

Die Verantwortlichen des Tissot Velodromes verschickten am Montagmorgen ein Rundmail an ihre Kundschaft, in dem sie das Training absagten. Grund: Seit einigen Tagen tropft Wasser auf die Radrennbahn.

Das wäre eigentlich nichts Neues, wie Michèle Tanner, die stellvertretende Betriebsleiterin, erklärt. Schon im letzten Winter hatte das Dach ein Leck im Südteil der Halle. Allerdings konnte es damals schnell gefunden und geflickt werden.

Doch jetzt steht man vor einem Rätsel: Es tropft mittlerweile an drei Orten auf die Bahn, im nördlichen Teil des Gebäudes hat es irgendwo ein Leck im Dach, aber bisher konnte man das Loch trotz intensiver Suche nicht finden. «Wir waren alle auf dem Dach und haben minutiös jeden Zentimeter abgesucht, aber nichts gefunden», so Michèle Tanner. Zudem hätten Spezialisten die Schneefänger auf dem Dach, die ins Holz geschraubt sind und verhindern sollen, dass Schnee vom Dach rutschen kann, mit Silikon abgedichtet. Und doch regne es rein.

«Und als ob das nicht genug wäre, kommt auch noch Murphy’s Law zum Zug – was schiefgehen kann, geht schief: Es tropft natürlich nicht irgendwo in der Mitte der Halle oder im Zuschauerbereich, wo es weiter keine grossen Folgen hätte, sondern genau auf die Bahn.» Da das Holz nicht versiegelt oder sonst wie behandelt wurde, ist Wasser pures Gift für die schnelle Rennbahn. Das Holz quillt auf und dehnt sich aus, was zu irreparablen Schäden führen kann. «Ein wenig Wasser macht nichts, aber steter Tropfen ist schlimm», erklärt Michèle Tanner.

Ausserdem sei die Sturzgefahr enorm hoch, wenn die Radrennfahrer mit den dünnen Reifen auf nasse Stellen gelangen. «Wir können unsere Kunden schlicht nicht einem solchen Risiko aussetzen. Darum mussten wir auch das Training am Montagmittag ausfallen lassen, bis die nötigsten Reparaturarbeiten erledigt waren.» Aus diesem Grund hat die Firma T-Rex im nördlichen Bereich erst einmal grosse Blachen an die Decke gehängt, die das heruntertropfende Wasser auffangen.

Das Training konnte man am späten Nachmittag wieder aufnehmen. Ob die Rennen am Donnerstag allerdings durchgeführt werden können, hängt ganz davon ab, ob es weiter so starke Niederschläge gibt und ob sich noch andere Lecks zeigen.