Grenchen
Gewinnerin des Chappeli-Tüfel: «Bücher begleiten mich durchs Leben»

Brigitte Stettler, Leiterin der Grenchner Bibliothek, konnte am Dienstagabend aus den Händen von Komitee-Präsident Hubert Bläsi den «Chappeli-Tüfel» entgegennehmen.

Andreas Toggweiler
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Übergabe des Chappeli-Tüfel 2014 mit (von links) Ernst Thomke (Träger 1998 und Gastgeber), Komitee-Sekretär René Finger, Preisträgerin Brigitte Stettler, Komiteepräsident Hubert Bläsi und Sponsorenvertreter Tony Broghammer.

Übergabe des Chappeli-Tüfel 2014 mit (von links) Ernst Thomke (Träger 1998 und Gastgeber), Komitee-Sekretär René Finger, Preisträgerin Brigitte Stettler, Komiteepräsident Hubert Bläsi und Sponsorenvertreter Tony Broghammer.

Hansjoerg Sahli

Die Auszeichnung «für ein Grenchner Original» wird durch das unabhängige Komitee «Chappeli-Tüfel» seit 1987 in regelmässigen Abständen an eine Person aus Grenchen verliehen, welche sich um die Region Grenchen und die hiesige Bevölkerung durch ihr Engagement verdient gemacht hat.

Jetzt kehrte der Preis, der in Form einer Statuette verliehen wird, auch an den Ort zurück, welcher ihm den Namen verleiht. Versammelte sich doch das Komitee zusammen mit bisherigen Preisträgern zur Übergabe im Restaurant Chappeli, das, in diesem Frühjahr erst eröffnet, bereits den Spitzenplatz auf dem Grenchner Gastro-Olymp erklommen hat.

Hubert Bläsi begrüsste die Vertreter des Grenchner «Daigs» am «Kraftort Chappeli», das nicht zuletzt dank «Chappeli-Tüfel» Ernst Thomke wieder ein attraktives Ausflugsziel geworden sei. In seiner Laudatio würdigte er Brigitte Stettler, die seit Jahrzehnten als Stadtbibliothekarin von Grenchen wirkt. «Sie ist zahlreichen Grenchnern und Grenchnerinnen bekannt als kompetente, belesene und freundliche Bücherfachfrau, als Beraterin mit grossem Wissen über Literatur.»

Brigitte Stettler präsentiert die Statuette
13 Bilder
Brigitte Stettler mit Maya Karlen, Leiterin der Schulverwaltung
Der Grenchner Daig feierte im Chappeli
Mit Komitee-Mitglied Hanspeter Crivelli
Hubert Bläsi begrüsst
Ernst Thomke, rechts, mit Ehefrau Kathrin im Gespräch mit Emil Blümli
Stadtpräsident François Scheidegger, rechts, mit Journalist Thomas Schärli
René Finger und Marta Broghammer
Hubert Bläsi, links, und Raiffeisenbank-Vertreter Tony Broghammer, überreichen den Preis
Die Stadtmusik spielte auf
Levin, Sohn der Wirtin Janine Hausmann, hinten, gefällt die Musik
Dagobert Cahannes mit Ehefrau
Ehemalige Preisträger Die anwesenden Preisträger von links, Rainer W. Walter,Ernst Thomke, Brigitte Stettler, Teddy Buser, Emil Blümli, Dagobert Cahannes, Toni Brechbühl und Res Fankhauser

Brigitte Stettler präsentiert die Statuette

Hansjörg Sahli/Andreas Toggweiler

Ihre Professionalität komme auch den Schulklassen und Lehrpersonen zugute, die in grosser Anzahl die Stadtbibliothek aufsuchen und sich in die Geheimnisse der Lesewelt einweihen lassen. Während ihrer Tätigkeit habe sie Dutzende von literarischen Anlässen organisiert und der Bevölkerung Begegnungen mit namhaften Schriftstellerinnen und Schriftstellern ermöglicht.

Gefragt zu ihrer Lese- und Literaturbegeisterung, gebe sie beispielsweise folgende Liebeserklärungen an das Lesen ab (Zitate):

«Ich lese Bücher seit der ersten Klasse, und ein Leben ohne sie wäre die Höchststrafe. Sie sind für mich Begleiter durch mein Leben, regen mich immer wieder aufs Neue zum Denken an, ermöglichen mir, meine Sichtweise auf die Welt zu erweitern, auch zu verändern. Es gab und gibt unzählige Bücher, die ich buchstäblich verschlungen habe und verschlinge, deren Inhalt und Sprache mich erfreuen, und ich dann fast neidisch auf den Autor bin, weil ich auch so schreiben möchte wie sie oder er.»

Vielfältiges Engagement

Stettler war auch Mitgründerin und Präsidentin des Kleintheaters Grenchen und Präsidentin der Literarischen Gesellschaft Grenchen. Für ihre Kurzgeschichten erhielt sie einen kantonalen Literaturpreis.

Brigitte Stettler habe auch die Auseinandersetzung mit den Mächtigen der Stadt nicht gescheut, wie Bläsi zum Schluss festhielt. «In den letzten Jahren zeichnete sich Brigitte Stettler auch durch ausserordentlichen Mut aus mit öffentlichen Meinungsäusserungen, herausgefordert durch das damalige politische Klima. Diese couragierte Haltung steigerte noch die Hochachtung, welche die Bevölkerung der Stadtbibliothekarin ohnehin bereits entgegengebracht hatte.»

Die Feier wurde von Vorträgen der Stadtmusik Grenchen umrahmt. Brigitte Stettler bedankte sich herzlich. «Ich muss das zuerst verdauen», meinte sie scherzhaft nach dem Nachtessen und sie bedankte sich mit ein paar persönlichen Reminiszenzen unter dem Motto «Was ich auch noch lese, wenn ich nicht gerade Bücher lese.»