Grenchen
Gewerkschaft Unia rüffelt Swatch

Die Umstellung der Schichtarbeit in einer Swatch-Fabrik in Grenchen stösst auf Kritik. Die Gewerkschaft Unia fordert Gespräche.

Franz Schaible
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Swatch halte die GAV-Bedingungen ein, in manchen Fällen gehe man gar darüber hinaus, sagt Swatch-Sprecher Bastien Buss. (Symbolbild)

Swatch halte die GAV-Bedingungen ein, in manchen Fällen gehe man gar darüber hinaus, sagt Swatch-Sprecher Bastien Buss. (Symbolbild)

Keystone

«Der Gesamtarbeitsvertrag der Uhren- und Mikrotechnikindustrie wurde in mehrfacher Hinsicht gravierend verletzt.» Dies schreibt Ivano Marraffino, Leiter der Unia-Sektion Kanton Solothurn, in einem geharnischten Brief an den Personalchef der Swatch-Tochter Eta AG in Grenchen. Grund dafür ist die auf 2017 vorgesehene Umstellung vom Mehrschicht- auf den Einschichtbetrieb in der neuen Zifferblattfabrik in Grenchen.

Ein Teil der betroffenen Belegschaft habe der Unia das Mandat erteilt, sich für die Wahrung ihrer Interessen einzusetzen. In Fragen zur Arbeitszeit und bei einschneidenden Massnahmen gegenüber den Arbeitnehmenden habe laut GAV eine Konsultation mit der Personalkommission sowie dem Gewerkschaftsvertreter zwingend zu erfolgen.

Das sei nicht passiert, begründet der Unia-Mann seinen Vorwurf. Und die Schichtumstellung sei einschneidend. «Die Aufhebung der Schichtzulage macht 15 bis 20 Prozent Lohneinbusse aus.» Zudem sei die Information der Angestellten zu kurzfristig und ungenügend ausgefallen. Man habe nicht nach einer für beide Seiten zufriedenstellenden Lösung gesucht.

Die Eta weist die Vorwürfe zurück. Swatch halte die GAV-Bedingungen ein, in manchen Fällen gehe man gar darüber hinaus, sagt Swatch-Sprecher Bastien Buss auf Nachfrage. Die betroffenen Personen – 121 von 230 – seien am 30. November, also fristgerecht, informiert worden. Logischerweise werde es «zu einigen Anpassungen im Bereich Prämien und Boni führen, die direkt mit der Schichtarbeit zu tun haben.»

Buss hält nochmals fest, dass der Personalbestand in der Zifferblattfabrik unverändert bleibe. Zudem könne der Einschichtbetrieb durchaus eine temporäre Massnahme sein. «Die neu eingesetzten Technologien werden uns trotz der Frankenstärke sehr bald mehr Marktanteile verschaffen und damit auch zusätzliches Volumen».

Unia-Mann Marraffino fordert seinerseits die Eta-Leitung zu einer Sitzung auf, um Massnahmen zur Abfederung der negativen Auswirkungen auf das Personal zu suchen. Ob das Management reagiert, ist offen. Immerhin spricht Buss von «einer gesunden und konstruktiven Beziehung zur Unia». Das werde auch in Zukunft so bleiben.