Grenchen
Gerhard Heer übergibt Praxis an Maximilian Thau

Nach 32 Jahren Tätigkeit in Grenchen gibt Gerhard Heer am 1. September seine Arztpraxis im Postmarkt an Maximilian Thau weiter.

Andreas Toggweiler
Merken
Drucken
Teilen
Gerhard Heer, links, übergibt am 1. September seine Praxis an Maximilian Thau.

Gerhard Heer, links, übergibt am 1. September seine Praxis an Maximilian Thau.

zvg

Gerhard Heer ist in Grenchen ein beliebter Hausarzt. Doch inzwischen 69-jährig, machte er sich schon seit einiger Zeit Gedanken über eine Nachfolgeregelung. Jetzt ist er fündig geworden. Am kommenden 1. September wird Maximilian Thau, Facharzt für Allgemeinmedizin, die Praxis mit 4 Angestellten im Postmarkt-Gebäude an der Kirchstrasse übernehmen.
Thau lebe schon seit 2001 in der Schweiz und habe auch hier seine Arztausbildung gemacht, berichtet Gerhard Heer. Thau arbeitete zuerst als Oberarzt auf dem Allerheiligenberg und war zuletzt Leiter der Akutgeriatrie im Kantonsspital Olten. Er kenne somit das Gesundheitswesen im Kanton Solothurn bestens. Als 50-Jähriger wagt er jetzt den Schritt in die Selbstständigkeit.
Heer wird auf den Herbst sein Pensum stark reduzieren und noch mindestens ein Jahr in der Praxis bleiben. «Damit ist ein wohlgeordneter Übergang sichergestellt», erklärt er.

Das war vor 32 Jahren noch anders. Nach zwei Jahren als Oberarzt im Spital Grenchen übernahm er 1984 die Praxis von Dr. Schmidlin an der Breitengasse. «Das war ein ziemlich abrupter Übergang mit voller Agenda», erinnert sich Heer. Der erste Arbeitstag hatte es jedenfalls in sich. «Am ersten Tag kam ein Mann zu mir, den ich als Internist zuerst genau untersuchte. Er hatte Kreislaufprobleme und langjährige Diabetes. Nach der Untersuchung sagte er zu mir: Herr Doktor, eigentlich bin ich wegen dem hier und zeigte mir seinen Fuss. Er hatte einen doppelten Bruch am Fussgelenk, aber keine Schmerzen, da aufgrund der Diabetes die Nerven schon taub waren. Er war schon seit zwei Tagen ohne Krücken unterwegs...»

Das sind Erinnerungen. Mindestens 8'000 Patienten hat Heer in diesen 32 Jahren gesehen. Das ist fast die halbe Stadt. 1994 beschloss er nach 10 Jahren an der Breitengasse, in moderne Praxisräume umzuziehen. «Ich war der erste Arzt im Postmarkt. Inzwischen sind wir fünf.» Das Gebäude ist inzwischen ein modernes Gesundheitszentrum geworden, inklusive Operationssaal für chirurgische Eingriffe. «Wir haben als Ärzte ein sehr gutes Verhältnis zueinander», meint Heer.

Heer, der in Bettlach wohnt, hat jetzt mehr Freizeit, die er bestimmt zu nutzen weiss. Biken, lesen, Zeichnen, aber auch Zeit für mehr Auseinandersetzung mit philosophischen oder religiösen Fragen - darauf freut er sich.