Grenchen
Gemeinschaftsantenne rüstet Infrastruktur für mehr Geschwindigkeit auf

Die Aufschaltung eines neuen Zentralcomputers verlief reibungslos. Das neue System liefert die Grundlage dafür, dass die Gemeinschaftsantenne Grenchen die Internet-Geschwindigkeit steigern kann.

Andreas Toggweiler
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GAG-Chef Kurt M. Hohler (links) und Christoph Spahni, Leiter Technik, vor dem neuen Computer. zvg

GAG-Chef Kurt M. Hohler (links) und Christoph Spahni, Leiter Technik, vor dem neuen Computer. zvg

In der Nacht auf Dienstag waren das Internet und die Festnetztelefonie für die Kunden der GAG für einige Stunden unterbrochen. Hintergrund war der Austausch des Zentralcomputers für diese Bereiche.

Laut GAG-Angaben verlief der Wechsel ab 1 Uhr nachts rasch und reibungslos. «Bereits um 4.30 Uhr waren 99 Prozent der rund 8500 Modems wieder online», zeigt sich GAG-Chef Kurt M. Hohler zufrieden mit dem Verlauf der Aktion.

Diese wurde zuvor minuziös vorbereitet. Der neue Zentralcomputer im Keller des GAG-Gebäudes an der Alpenstrasse wurde bereits zuvor installiert und während Wochen ausgetestet. «In der Nacht auf Dienstag ging es jetzt noch darum, die Kabelverbindungen aus den 16 GAG-Gemeinden mit dem neuen Gerät zu verbinden», so Hohler.

Etwa 200 Kabelverbindungen mussten verlegt und korrekt angeschlossen und danach das System neu konfiguriert werden.

Klein, aber oho

Der «alte» Computer war während sechs Jahren im Einsatz. Und wie das heute so ist: Der neue Zentralcomputer des Herstellers Cisco, der die IP-basierten Dienstleistungen für die rund 20 000 angeschlossenen Haushalte managt, ist nur etwa so gross wie ein kleiner Kühlschrank. Aber er kostet so viel wie ein halbes Einfamilienhaus: 350 000 Franken.

«Das neue System liefert die Grundlage dafür, dass wir die Internet-Geschwindigkeit nochmals markant steigern können.» Möglich seien zukünftig Internetgeschwindigkeiten im «Glasfaserbereich», also 1 Gigabit/Sek und mehr. «In diesem Jahr werden wir erste Pilotprojekte mit Fiber to the Home starten», kündigt Hohler an. Das Glasfaserkabel wird damit bis zur einzelnen Wohnung gezogen.

Nach rund drei Jahren Bauzeit sei das Glasfasernetz zu den rund 200 Verteilstationen auf Gemeindegebiet in Grenchen und Bettlach praktisch abgeschlossen, berichtet Hohler. Die letzten Meter zum Hausanschluss legt das Signal weiterhin im Koaxialkabel zurück. «Diese Infrastruktur reicht noch längst für sehr schnelles Internet», erklärt Hohler.

Auch hier werde die Geschwindigkeit dank des neuen Zentralcomputers demnächst erhöht, wie der GAG-Chef ankündigt. Mitte Februar wird zudem mit der Glasfaser-Erschliessung in Selzach begonnen.

Markantes Wachstum

«Im vergangenen Jahr hat sich unser Geschäft erfreulich entwickelt», schaut Hohler auf 2015 zurück. So seien im GAG-Einzugsgebiet 125 neue Hausanschlüsse mit 529 Wohnungen neu erstellt worden. Die Zahl der Internetkunden sei um 6500 (+7,5 Prozent) und die der Telefonie-Kunden um 4000 (+7,1 Prozent) angestiegen.

1700 Haben das interaktive TV Verte! abonniert (+25,3 Prozent) und das Mobilkundensegment, mit dem man ein Full-service- Kommunikationspackage anbieten kann, hat inzwischen 350 Abonnenten. Die GAG ist in Zusammenarbeit mit ihrem Internet-Provider Quickline ebenfalls Anbieter für Cloud-Lösungen für die Datenspeicherung.