Noch im letzten Oktober hatte der Gemeinderat die Kosten von 136’400 Franken für die Lohnkosten und Sozialleistungen für eine volle, zusätzliche Kindergartenklasse und einen Nachtragskredit für die laufende Rechnung des Jahres 2019 von 56’900 Franken genehmigt. Denn man hatte für das Schuljahr 2019/2020 mit 93 Kindergartenkindern gerechnet. Zum heutigen Zeitpunkt sind es sogar 98 Kinder, die auf Beginn des neuen Schuljahrs kindergartenpflichtig werden. Aber – so lauten die aktuellsten Informationen – nicht alle dieser Kinder werden auch tatsächlich in den Kindergarten eintreten.

Aufgrund dieser definitiven Schülerzahlen sei die Führung eines 5. Kindergartens nicht gerechtfertigt, so der Wortlaut der Vorlage. Der Kanton sehe in seinen Richtzahlen eine Klassengrösse von 16 bis 24 Kindern vor. Dieser Wert könne durchaus in den bestehenden vier Kindergärten eingehalten werden. Aufgrund der heute bekannten Zahlen müsse man aber davon ausgehen, dass man für das Schuljahr 2020/2021 eine zusätzliche 5. Kindergartenklasse benötigen werde. Sich aber jetzt schon mit der Verteilung der Kinder für nächstes Jahr zu befassen, sei in etwa wie Kaffeesatzlesen, meinte Anna Nardini Rüegsegger, Sitzungsleiterin des Bildungssausschusses.

Erhöhung der Zusatzstunden

Nardini erklärte nach dem Eintreten auf die Vorlage, man habe im Bildungsausschuss auch geprüft, ob eine Aufteilung der 15 Kinder, die neu in den Kindergarten Stellihof eintreten, auf andere Kindergärten möglich wäre. Man sehe davon ab. Bei der Einteilung werden grundsätzlich keine Kinder umgeteilt, die schon im 2. Jahr sind. Weil aber eine so grosse Zahl neuer Kindergärteler eine grosse Herausforderung bedeuten, will man den Partnerunterricht von bisher 2 auf maximal 6 Stunden erhöhen. Mit dieser Massnahme könne die grosse Gruppe an den betreffenden Halbtagen zeitweise im Teamteaching, also mit zwei anwesenden Lehrpersonen unterrichtet werden, so der Antrag an den Gemeinderat. Die Kosten für diese zusätzlichen Unterrichtsstunden betragen maximal 27’000 Franken für das Schuljahr 2019/2020. Im Gegenzug reduzieren sich die Kosten aufgrund des Verzichts auf eine 5. Kindergartenklasse um insgesamt 109’400 Franken, und anstelle des bewilligten Nachtragskredites für das Rechnungsjahr 2019 von 56’900 Franken benötigt man nur 11’300 Franken.

«Nice to have» oder berechtigt?

SVP-Gemeinderat Leonz Walker machte in der Folge seinem Ärger Luft. «Ihr seid Euch schon bewusst, dass das einfach ‹nice to have› ist, diese Unterstützungspersonen?» Man bewege sich ja immer noch im Rahmen der gesetzlichen Vorgaben, auch ohne die 27’000 Franken auszugeben. Er sehe sowieso nicht ein, weshalb man einem Kind nicht zumuten könne, zu Fuss beispielsweise vom Wohnort im Unterdorf in den Kindergarten im Oberdorf zu laufen.

Gemeindepräsidentin Barbara Leibundgut meinte, dass es nicht einfach sei, die Kinder in andere Kindergärten umzuteilen. Denn das ziehe oft Beschwerden der Eltern nach sich, die nicht wollten, dass die Kleinen auf ihrem Schulweg eine viel befahrene Strasse überqueren müssten. Leibundgut präzisierte auch, dass die Schulleitung von sich aus die Einsparung vorgeschlagen und auch das Kostendach für die Zusatzstunden festgelegt habe.

CVP-Gemeinderat Thomas Fessler doppelte nach: Die Zusatzstunden in Teamteaching seien nicht obligatorisch. Man wolle aber in Bettlach einfach einen besseren Unterricht und die Kindergärtnerin in dem speziellen Fall durch die Zusatzstunden für eine weitere Lehrperson entlasten.

SP-Gemeinderat Mathias Stricker betonte, die Zusatzleistung mit den Unterstützungspersonen sei nicht nur moralisch, sondern auch vom pädagogischen Standpunkt gesehen berechtigt und das Geld dafür sei gut eingesetzt. FDP-Gemeinderat André von Arb gab auch zu bedenken, dass es sich bei den 15 Kindern, die neu in den Kindergarten eintreten, nicht nur um Schweizer Kinder handle, sondern auch um Kinder von Ausländern, was u.U. mehr Aufwand bedeute.

Der Antrag des Bildungsausschusses wurde mit 10 Ja bei einer Enthaltung genehmigt.