Bettlach
Gemeinderat: Mehr Schulungsraum, aber noch keine neue Aula

Der Gemeinderat stellt die Weichen in Sachen Schulraumplanung und will neue Schulzimmer realisieren. Wegweisende Entscheide muss er beim Gemeindepräsidium fällen.

Patrick Furrer
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Schulhaus Büelen. (Archiv)

Schulhaus Büelen. (Archiv)

Patrick Furrer

Die Sekundarschulreform und die Spezielle Förderung stellen immer höhere Ansprüche an die Schulen. In den Bettlacher Schulhäusern Büelen und Einschlag fehlen vor allem Gruppenräume und Zimmer für Extrabetreuung, weshalb der Gemeinderat im März 2012 eine Analyse in Auftrag gab und im Juni dann entschied, unter Beizug einer externen Fachstelle Lösungsmöglichkeiten zu erarbeiten. Am Dienstag stellte er nun die Weichen für das weitere Vorgehen. Wie Architekt Boris Szélpal erklärte, wurde bei der Erarbeitung der Lösungsmöglichkeiten darauf geachtet, durch geringe bauliche Eingriffe auch die Kosten möglichst klein zu halten.

Der Gemeinderat beschloss entgegen Antrag von Patrik Gfeller (SVP), die Einrichtung eines Bio-Chemie-Physikzimmers im TraktD des Schulhaus Büelen. Gfeller hätte die 10000 Franken günstigere Variante mit Umnutzung der alten Schulküche bevorzugt.

Die Mehrheit befürwortete aber die Umnutzung von zwei Klassenzimmern in ein Naturlehrezimmer und einen Gruppenraum. Die Kosten von 150000 Franken werden ins Budget aufgenommen, das im Dezember vor die Gemeindeversammlung kommt. Die übrigen Massnahmen im «Büelen» sollen bis August 2015 umgesetzt werden; 100000 Franken für zwei neue Gruppenräume, die Umnutzung des Zahnarztzimmers für Spezielle Förderung und die Ausstattung der Bibliothek werden in den nächsten Finanzplan aufgenommen.

Tageslicht für die Werkschüler

Ebenfalls gegen die drei Stimmen der SVP wurde beschlossen, im Schulhaus Einschlag durch die Umnutzung der Zivilschutzanlage zu Werkräumen und der Verschiebung der bisherigen Platz für neue Gruppenräume, Fach- und ein Lehrerzimmer zu schaffen.

Die neuen Werkräume sollen durch eine Terrainabsenkung mit Tageslicht versorgt sein, was Patrik Gfeller als nicht zwingend erachtete. Die SVP hatte für eine Umsetzung ohne Tageslicht oder eine Umnutzung der Hauswartswohnung gemäss Alternativvariante plädiert. Bis März 2013 soll durch eine neue Arbeitsgruppe eine verfeinerte Planung mit Antrag eines Projektkredites ausgearbeitet werden.

Kritisch gegenüber dem Gesamt-Kostenvolumen von 1,7 Millionen Franken zeigte sich die CVP mit Thomas Steiner: Auf seinen Antrag wurde die weniger dringliche Massnahme im «Einschlag», der Neubau einer Aula, nicht in den nächsten Finanzplan aufgenommen und ist damit fürs erste vom Tisch. Weitere Massnahmen in den beiden Schulhäusern – beispielsweise betreffend Energiehaushalt – werden durch die neue Arbeitsgruppe erst noch erarbeitet werden.

«Wissen, was das bedeutet»

Der Gemeinderat von Bettlach lässt derzeit die Gemeindeordnung (GO) und die Dienst- und Gehaltsordnung (DGO) überarbeiten. Damit beauftragt wurden die Pumag Consulting AG, die diese Dienstleistung schon für zahlreiche andere Gemeinden angeboten hat. Während die mehrheitlich kleinen Anpassungen in der GO am Dienstag genehmigt wurden, musste für die Überarbeitung der DGO für nächsten Dienstag eine ausserordentliche Gemeinderatssitzung einberufen werden.

Ein zentraler Punkt in der DGO ist die künftige Beschäftigung des Gemeindepräsidenten: Gemäss Vorschlag soll dieser künftig weniger stark in die Verwaltung eingebunden sein, die neu von einer Geschäftsleitung Bildung und einer Geschäftsleitung Verwaltung geführt würde.

Der Gemeindepräsident hätte sich dafür vermehrt auf die politische Arbeit zu konzentrieren, «vergleichbar mit der Zusammenarbeit von Verwaltungsrat und Geschäftsführung in einem Unternehmen», erklärte Thomas Blum von der Pumag Consulting.

Stimmt der Gemeinderat dieser Variante zu, würde der Gemeindepräsident – künftig der einzige Funktionär mit Beamtenstatus in der Gemeinde – ab der kommenden Legislaturperiode im Nebenamt zu einer 50 Prozent-Pauschale von 75000 Franken beschäftigt.

Gemeindepräsident Hans Kübli war die letzten 18 Jahre zu 50 Prozent angestellt. Für ihn geht es um einen «Systemwechsel». Man müsse sich «bewusst sein, was das bedeutet». Der Gemeindepräsident würde von einer Art höherem Verwaltungsbeamten zu einem «Profi-Politiker». Das Amt selbst wäre aufgrund der Amtsfunktion aber auch für berufstätige Personen mit einem Pensum über 50 Prozent ausübbar, was es letztlich flexibler macht.

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