Gemeinderat Grenchen
«Baupfusch» am Kindergarten Lingeriz in Grenchen: Ein verunglücktes Projekt, von Anfang an

Der Grenchner Gemeinderat bewilligte ein neues Dach für den bereits maroden neuen Kindergarten Lingeriz.

Andreas Toggweiler
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Schlechtes Omen? Sogar bei der Eröffnung des Kindergartens Lingeriz regnete es. Das Dach war seither nie dicht.

Schlechtes Omen? Sogar bei der Eröffnung des Kindergartens Lingeriz regnete es. Das Dach war seither nie dicht.

Andreas Toggweiler

Im Jahr 2014 errichtete die Stadt beim Quartierspielplatz Lingeriz einen Kindergarten aus Containern in Modulbauweise. Es ging rasch und war günstig. Doch wie der Gemeinderat am Dienstag von Stadtbaumeister Aquil Briggen erfahren musste, zeigte sich bald, dass die billigste Lösung nicht immer die beste ist.

«Es regnete vom ersten Tag an hinein.»

Nach mehreren erfolglosen Reparaturversuchen habe man feststellen müssen, «dass das Gebäude schlichtweg nicht den Regeln der Baukunst entspricht.» Das eingedrungene Wasser beschädigte Verkleidungsplatten und Dämmung.

Kurz vor Ablauf der Garantiefrist habe man zu juristischen Mitteln gegriffen und eine Vergleichsvereinbarung erzielen können, in welcher die Firma die Stadt für den Baupfusch mit knapp 68 000 Franken entschädigt.

Die Bauverwaltung erarbeitete in der Folge zwei Varianten, um das Problem zu lösen. Ein Abriss des Gebäudes und ein Ersatz mit einem Doppelkindergarten in Holzmodulbauweise würde 1,55 Mio. Fr. kosten. Die billigere Variante, der Bau eines Satteldachs über den bestehenden Containern plus Reparatur der Schäden, würde geschätzte 131 000 Fr. kosten. Allerdings sei dabei nicht ganz klar, ob weitere Schäden beim Umbau zutage treten.

Entscheid für günstigere Variante

Mit 10 gegen 5 Stimmen wählte der Rat, auch aufgrund der misslichen Finanzaussichten, die günstigere Variante. Farah Rumy (SP) befürchtete Gesundheitsschäden für die Kinder, falls das Gebäude feucht sei, oder gar bleibe; ebenso Patrick Zberg (glp). Angela Kummer (SP) merkte an, man müsse ja nicht gerade einen Doppelkindergarten bauen.

«Ein einfacher wie bisher würde vielleicht auch genügen, was sicher günstiger wäre.»

Daniel Hafner (SP) fragte, warum die Stadt dem Vergleich überhaupt zugestimmt habe. Dies habe man auf Anraten des Anwalts getan, bekundete Briggen. Er rief auch auf, eine rasche Lösung zu wählen und «die Kindergärtnerin nicht im Regen stehen zu lassen».

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