Lengnau

Gemeindepräsident verabschiedet – Entschädigungsfragen bleiben ein Politikum

Der scheidende Präsident Max Wolf, Nachfolgerin Sandra Huber und Eduard Gilomen, nicht mehr gewählter Gemeinderat (von links).

Der scheidende Präsident Max Wolf, Nachfolgerin Sandra Huber und Eduard Gilomen, nicht mehr gewählter Gemeinderat (von links).

Die Gemeindeversammlung Lengnau sagte Ja zum Budget. Mehr als dieses und das Mehrwertabgabereglement bei Einzonungen gaben wie schon vor den Wahlen die Entschädigungen des Gemeinderates zu diskutieren.

Zur letzten von Gemeindepräsident Max Wolf geleiteten Gemeindeversammlung kamen 123 von 3209 Stimmberechtigten. Eine Zahl, die trotz steigender Einwohnerzahl in Lengnau abnimmt. «Der gute Ruf des Dorfes ist schneller kaputt als wieder aufgebaut», sprach Max Wolf die unschönen Vorkommnisse rund um die Gemeinderatswahlen an. Wenn er das Gespräch mit Leuten aus den Internetforen gesucht habe, seien diese zu feige für ein Gespräch am Tisch gewesen.

Legitim sei die Urnenwahl für das neue Präsidium gewesen, weil zwei Parteien je drei Gemeinderäte stellten. Die Gemeinde habe auch in den Wogen der Wahlen immer funktioniert und die Verwaltung sowieso, meinte Wolf.

Vizepräsidentenwahl am 9. Februar

Max Wolf gratulierte Sandra Huber zur souveränen Wahl als neue Gemeindepräsidentin. «Das Vertrauensverhältnis im Rat zugunsten des Dorfes muss stimmen», gab er mit auf den Weg. Kommt es doch noch zu einer im Moment absehbaren Urnenwahl des Vizepräsidiums, findet diese Wahl am 9. Februar 2020 statt.

Moderatere Entschädigung beschlossen

Nach etlichen Detailanfragen zum Budget 2020 wurde dieses mit einem Minus von 395 000 Franken im allgemeinen Haushalt und dem Plus von 1,05 Millionen Franken bei den Spezialfinanzierungen ohne Gegenstimme genehmigt. Bis 2024 wird mit Investitionen für den allgemeinen Haushalt von 27 Millionen Franken und bei den Spezialfinanzierungen mit 12 Millionen Franken gerechnet.

Daraus wird eine Verschuldung von 28 Millionen Franken resultieren. Mehr zu reden als diese Zahlen gab das seit 2008 gültige Reglement mit den Entschädigungen für den Gemeinderat. Schliesslich wurden die von einem Stimmbürger beantragten moderateren Erhöhungen für das Gemeindepräsidium, Vizepräsidium und den Gemeinderat genehmigt. 17 000 Franken sind damit gespart. Nicht gestrichen wurden die beantragten jährlichen Spesen für Drucker, Papier und Computer von 500 Franken für die Gemeinderäte.

Genehmigt wurde auch das von Kantons- und Bundesrecht verlangte Mehrwertabgabereglement bei Ein-, Um- und Aufzonungen. Darin wurde die Freigrenze bei einem Mehrwert von 20'000 Franken belassen, jedoch die Fälligkeit der Abgabe gestaffelt, damit Bauland so rasch als möglich als solches benützt wird. Lengnau verfüge über viel Baulandreserve innerhalb des Dorfes, zudem sei verdichtetes Bauen angezeigt, wurde informiert.

Genehmigt wurde ebenfalls die Spezialfinanzierung für die ausgewiesenen Depotgelder des Grabfonds im Reglement über das Bestattungs- und Friedhofwesen. Die zu verrechnenden Kosten können damit angepasst werden. Für den scheidenden Gemeindepräsidenten erfreulich ist, dass die Projekte Sporthalle, 3-fach-Kindergarten und Wärme Lengnau im Zeitplan sind. Mit grossem Applaus für seine nicht immer leichte Arbeit wurde Max Wolf verabschiedet. Er hofft, dass dies ein gutes Omen für den Kredit zum Umbau der alten Turnhallen zu Schulraum in der Urnenabstimmung vom 9. Dezember sei.

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