«Das räumliche Leitbild ist neben der Finanzplanung wohl eines der wichtigsten Geschäfte für die Zukunft unseres Dorfes», meinte Gemeindepräsident Hans Ruedi Ingold am Donnerstagabend in der Gemeinderatssitzung.

Der Gemeinderat und die Planungskommission hätten sich in einer Klausursitzung eingehend mit der Erarbeitung beschäftigt. Herausgekommen sei eine Arbeit, die Subingen sehr gut abbilde. Uriel Kramer (w+h Biberist) führte anschliessend durch die 44 Seiten, auf denen insgesamt 26 Leitsätze definiert sind.

Einer der wichtigsten Sätze des räumlichen Leitbildes ist in den Augen Kramers die für die Zukunft definierte Bevölkerungsentwicklung. «Damit wird die künftige Bauzone festgelegt.» Das Leitbild rechnet mit höchstens 3700 Einwohnern bis ins Jahr 2034. «Diese Entwicklung korrespondiert mit den Prognosen des Kantons und mit der heutigen Bauzone. Das heisst, dass Subingen nicht mehr über die bestehenden Siedlungsgrenzen hinaus wachsen soll.»

Diskussionen um Verkehr

Der Gemeinderat konnte sich mit dem grössten Teil des vorliegenden Leitbildes einverstanden erklären. Es wurden einige redaktionelle Änderungen und Präzisierungen verlangt. Diskussionen gab es vor allem im Kapitel Verkehr.

Die FDP-Fraktion hatte das Gefühl, dass der Verkehrsproblematik, vor allem auch im Hinblick auf das Überbauen des Fadacker, zu wenig Rechnung getragen werde. Dies könne nicht im Rahmen des Leitbildes gelöst werden, antwortete Kramer.

Explizit angesprochen und verdeutlicht wurden aber zwei andere Anliegen. Subingen will keinen Autobahnanschluss, weil damit das Dorf im Verkehr ersticken würde. Und: Das Unterdorf soll so bald wie möglich ans Busnetz angeschlossen werden. Das räumliche Leitbild geht nun an den Kanton. Im September soll es der Bevölkerung zur Mitwirkung vorgelegt werden.

Überbauung neben der Kirche

Das Grundstück westlich der katholischen Kirche soll überbaut werden. Darauf steht ein als schützenswert eingestuftes Bauernhaus, das aber sanierungsbedürftig ist. Auf der Nordseite liegt die lärmbelastete Luzernstrasse, auf der Westseite das ebenfalls geschützte alte Mühlegebäude.

Das Grundstück umfasst 3964 Quadratmeter Land, weist eine Steigung von 4,5 Meter auf und liegt in der Kernzone. Damit alle ortsplanerisch wichtigen Anliegen und Vorgaben berücksichtigt werden können, wurde ein Überbauungskonzept mit einem Richtprojekt erarbeitet und zusätzlich ein Gestaltungsplan.

Architekt Benedikt Graf (Solothurn) stellte die Planung im Gemeinderat kurz vor. «Das Grundstück ist aus mehreren Gründen besonders und es liegt an einem sensiblen Ort.» Ein ganz wichtiges Anliegen war es, den freien Blick auf die Kirche trotz Neubauten beibehalten zu können.

Dies wurde erreicht, in dem die zwei neuen Baukörper speziell angeordnet und auf dem Grundstück platziert werden. Erschlossen werden die Gebäude mit total 21 Wohnungen von der Friedhofstrasse aus. Die Parkierung erfolgt unteririsch.

Die Gebäude werden 10,5 Meter hoch, mit Flachdach, ohne Attikageschoss. Die Hostet im nordöstlichen Bereich des Grundstückes soll erhalten bleiben, ebenso der bestehende Freiraum vor der alten Mühle.

Die Baukommission und die involvierten kantonalen Behörden befanden als Projekt als passend und gut. Der Gemeinderat genehmigte den Gestaltungsplan einstimmig. Sobald er aus der Vorprüfung zurück ist, soll er öffentlich aufgelegt werden.