In der Baudirektion stehen in allen Dienststellen (Zentrale Dienste, Stadtplanung, Hoch- und Tiefbau) in den nächsten Jahren etliche Pensionierungen an. Deshalb beschloss die Gemeinderatskommission am 1. Juli 2015, die Prozesse in der Baudirektion mit dem «Projekt Effibau15» zu überprüfen.

Die Stadt hat am Wochenende Details über die laufende Organisationsanalyse veröffentlicht. So wurde bekannt, dass die externe Firma Implement AG mit der Durchführung der Analyse betraut wurde und dass die Gemeinderatskommission GRK ein klares Sparziel gesetzt hat.

«Ziel des Projekts Effibau15 ist es, bis Ende 2015 Massnahmen zu finden, welche die Effizienz der Baudirektion bis Ende 2016 um mindestens 10 Prozent steigern, etwa Kostenreduktionen, Ertragssteigerungen und Leistungsoptimierungen», heisst es in der Mitteilung.

Die Projektorganisation bestehe aus einem Steuerungsausschuss (GRK und Projektleiter Implement AG) und einem Projektteam, das gemeinsam mit Mitarbeitenden der Baudirektion Lösungsvorschläge erarbeitet.

Seit der Kick-off-Sitzung am 20. August fanden gemäss Mitteilung «bereits zahlreiche Einzel- und Gruppengespräche sowie Workshops statt».

«Keine Entlassungen»

Gleichzeitig wird aber auch betont, dass keine personellen Konsequenzen drohen. «Es gibt keine Entlassungen und keine Lohnkürzungen», lautet die einzige fett gedruckte Passage der Mitteilung an Gemeinderäte und Medien.

«Dies ist uns sehr wichtig», meint Stadtpräsident François Scheidegger auf Anfrage. Er dementiert einen Zusammenhang zwischen der anstehenden grossen Spardiskussion vom Dienstagabend im Gemeinderat und dem Zeitpunkt der Mitteilung.

Dort sind allerdings Lohnkürzungen bzw. die Anpassung an den rückläufigen Index durchaus ein Thema.

Der Prozess in der Baudirektion sei bereits im Sommer eingeleitet worden aufgrund von nicht weniger als 13 Vakanzen, welche in der Abteilung absehbar seien. «Dies ist eine Herausforderung hinsichtlich des Erhaltes von Fachwissen, aber auch eine Chance, die Leistungen zu überprüfen», so Scheidegger weiter.

In diesem Sinn sei ein indirekter Konnex zu den Sparvorlagen gegeben, räumt der Stapi ein. Denn dass Grenchen Wege finden müsse, sein strukturelles Defizit endlich anzugehen, sei spätestens mit dem Vorliegen des Budgets 2016 klar.

Ziel der Information sei auch, Gerüchten, welche im Zusammenhang mit der Organisationsanalyse kursierten, den Wind aus den Segeln zu nehmen.

Vorschläge kommen

Zentrale Fragen sind gemäss der Mitteilung die Überprüfung von Redundanzen und die Bezeichnung von Leistungen, welche durch die Baudirektion erbracht werden müssen. Das heisst implizit auch, dass es Leistungen gibt, die ausgelagert werden können oder nicht mehr erbracht werden.

«Es sollen klare Leistungsaufträge formuliert sowie Kostenwahrheit, Verursacherprinzip und Rollentrennung zwischen Auftraggeber und Auftragnehmer angestrebt werden», heisst es. Im Lichte dieser Ziele sei auch die Erreichung einer Kosteneinsparung von 10 Prozent ein nicht unerreichbares Ziel, findet Scheidegger.

Dies gehe allerdings nur, wenn alle Beteiligten mitmachen. Eine Reorganisation gegen den Willen des Personals sei nicht praktikabel, betont er. Es gebe dabei etliche konstruktive Vorschläge auch von Mitarbeitenden der Baudirektion, was «ermutigend» sei.

Die GRK wurde bisher zweimal über den Stand des Projekts informiert. Über die Organisationsvarianten wird die GRK voraussichtlich in ihrer Sitzung vom 16. Dezember entscheiden.