Leuzigen
Geld für neues Zuhause ist noch nicht beisammen

Die betreute Wohngemeinschaft Jabahe aus Leuzigen will umziehen. Noch fehlen aber 200 000 Franken, damit «Jabahe» das neue Domizil besiedeln kann. Gelder, die bis Ende Juni zugesichert sein müssen.

Daniel Trummer
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Das Objekt der Begierde: die Liegenschaft an der Eymattstrasse. Fotos: tru

Das Objekt der Begierde: die Liegenschaft an der Eymattstrasse. Fotos: tru

Das bisherige Domizil der betreuten Wohngemeinschaft Haus Jabahe genügt den Bedürfnissen der Bewohner und den kantonalen Auflagen nicht mehr. Ein neues Haus, das im Besitz der Gemeinde ist, kann erworben werden. Die Zeit drängt. Gemäss dem Beschluss des Gemeinderates Leuzigen muss die Finanzierung der reservierten Liegenschaft Ende Juni 2012 gesichert sein. Noch fehlen rund 200000 Franken.

«Schon oft habe ich das Ross am Schwanz aufgezäumt», spricht Therese Frei aus Erfahrung und schmunzelt dazu. Viele Lebensziele hat sie mit dieser paradoxen Strategie erreicht. Die Gründungsgeschichte der betreuten Wohngemeinschaft Jabahe klingt im Rückblick wie ein Märchen. Nach einer eindrücklichen Begegnung mit einer Musikgruppe von behinderten Männer aus dem Toggenburg, entschloss sich Frei spontan Ähnliches zu tun, aber mit Frauen. Die betreute Wohngemeinschaft entstand und lebt seit ihrem Bestehen im Oktober 1999 in einem gemieteten Haus an der Metzgergasse in Leuzigen. Von den Gemeindebehörden und den Ortsansässigen ist die Institution äusserst geschätzt. Ein Empfehlungsschreiben der Leuziger Gemeindepräsidentin bestätigt dies.

Therapie mit Rhythmus und Musik

Weitherum im Mittelland ist die Jabahe-Band bekannt und ihre Volkslieder aus der ganzen Welt verbreiten Freude und begeistern. Rhythmus und Musik sind Schwerpunkte der therapeutischen Arbeit im Haus Jabahe. Bis Ende 2010 führte Therese Frei als Institutionsleiterin den Betrieb selbstständig und ohne Unterstützung der öffentlichen Hand. Einen grossen Teil ihrer Altersvorsorge hat sie uneigennützig in ihr Projekt gesteckt. Seit Januar 2011 besteht ein Leistungsvertrag mit dem Kanton Bern, das Haus Jabahe hat sich dem Trägerverein CICADA mit Sitz in Cortébert

Therese Frei, die Initiantin von «Jabahe».

Therese Frei, die Initiantin von «Jabahe».

Das Haus an der Metzgergasse kann gemäss den Vertragsvorschriften und den Bedürfnissen der Wohngemeinschaft nicht mehr genügen. Die Einwohnergemeinde Leuzigen bietet dem Trägerverein CICADA die Liegenschaft an der Eymattstrasse, neben der Gemeindeverwaltung, zum Kauf an. Die Zeit brennt unter den Nägeln. Bis Ende Juni 2012 muss der Rest des Eigenkapitals zusammen sein, damit der Kauf getätigt werden kann. Der Kaufpreis von rund einer halben Million könnte finanziert werden und die nötigen Umbau- und Renovationsarbeiten in Angriff genommen werden.

Auch UBS hilft

Therese Frei blättert in Unterlagen und hat den Projektbeschrieb vor sich liegen. Die Zukunft von Jabahe beschäftigt sie auch an Freitagen in ihrer Wohnung in Grenchen. «Im Hinblick auf den Umzug ins neue behindertengerechte Haus», zitiert sie den Beschluss des Regierungsrats des Kantons Solothurn 5000 Franken vom Lotteriefonds für die Erneuerung und Komplettierung von Musik- und Rhythmusinstrumenten sind zugesagt.

Strahlend präsentiert Frei das Schreiben der «Stiftung Denk an mich». Für den behindertengerechten Umbau der Badezimmer und für Umgebungsarbeiten sind Fr. 19500.- zugesichert. «UBS Mitarbeiter Helfen», ein Verein der Bank UBS, finanziert mit 15000 Franken den Küchenumbau. Leider haben zwei grosse Stiftungen im Kanton Solothurn abgesagt, weil sie gemäss Stiftungszweck nur im Kanton beheimatete Institutionen unterstützen können, obwohl im Haus Jabahe auch Behinderte aus dem Kanton Solothurn betreut werden.

Verschiedenste Anfragen sind noch offen. Die zwei übereinanderliegenden Wohnungen sollen so verändert werden, dass ein angemessener, für eine Grossfamilie geeigneter Koch-, Ess- und Aufenthaltsbereich entsteht. Ein Aussenlift soll sämtliche Stockwerke für Rollstuhlfahrer erschliessen. Diese Finanzierung ist gesichert.

Therese Frei hat die Leitung der Institution im März an Ueli Däppen abgegeben, arbeitet aber als seine Stellvertreterin immer noch mit viel Herzblut im Haus Jabahe mit. «Ich bin überzeugt, dass es klappt», sagt Frei und die positive Energie, die sie ihrem Votum beigesellt, kann Wunder erwirken.

Kleine und grosse Spenden, auf das Konto des Fördervereins Haus Jabahe (CS Grenchen PC 30-31-4, z.G. Vereinskonto 616814-71), sind willkommen.

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