Eigentlich wollten die Verantwortlichen von Grenchen Tourismus an der Generalversammlung das Geburtstagsgeschenk in Form eines zu einem Infostand umgebauten Dreiradmobils Piaggio APE präsentieren. Allein, der Lieferant, eine Firma in Aarburg, scheint ein gar übles Spiel zu treiben. Er hat nämlich bisher sämtliche Lieferfristen verstreichen lassen und ist die Ware noch immer schuldig. Die Krux dabei: Grenchen Tourismus hat den ganzen Betrag von 16 000 Franken bereits bezahlt.

Diese Summe war nach dem Fall des Euro-Mindestkurses ausgehandelt worden, allerdings mit der Bedingung, dass wegen des gewährten Rabattes eben nicht nur eine Teilzahlung, sondern der Gesamtbetrag in bar bezahlt werden müsste. «Wir haben uns darauf eingelassen, weil wir weder im Internet noch bei anderen Abklärungen auf irgendeinen Hinweis gestossen sind, dass es sich beim Lieferanten nicht um einen wirklich seriösen Geschäftsmann handeln könnte», erklärte dazu Präsident Christoph Siegrist. Trotz intensivster Bemühungen samt Besuch in besagtem Betrieb konnte das italienische Kultgefährt bisher nicht behändigt werden.

Unsicherer Ausgang

Die Macher von Grenchen Tourismus haben sofort alle juristischen Mittel ergriffen, um doch noch der Ware habhaft zu werden. Mit unsicherem Ausgang allerdings. Im schlimmsten Fall droht der Verlust des gesamten Betrages, im besten Fall kommt man doch noch an das Gefährt heran oder wird sonst finanziell teilweise oder ganz entschädigt.

Wie nun weiter? Der Vorstand wird sich in Kürze entscheiden. Entweder man bläst die ganze Übung ab, oder man besorgt sich auf anderem Weg das gewünschte Infomobil. Angesichts der guten finanziellen Lage, die es erlauben würde, ein Darlehen aufzunehmen und innert zwei bis drei Jahren auch zurückzuzahlen, sowie der Tatsache, dass man zum 50-Jahr Jubiläum eben mit diesem speziellen Werbeträger aufzutreten gedenkt, scheint die zweite Variante im Vordergrund zu stehen.

Beiträge markant gesteigert

Denn Grenchen Tourismus zeigt sich weiterhin als dynamischer Verein, der in den letzten Jahren einiges erreicht hat und noch einiges vorhat. Präsident Christoph Siegrist konnte denn auch auf die Tatsache verweisen, dass die konsequente Mitgliederbewirtschaftung Früchte trägt. So konnten die Einnahmen aus diesen Beiträgen in den letzten sechs Jahren von knapp über 3000 Franken auf 9500 Franken gesteigert werden. Dieser Betrag macht immerhin gut ein Drittel des Gesamtbudgets aus. Und man wird hier auch nicht locker lassen, denn noch sind nicht alle touristischen Leistungserbringer auch im Boot von Grenchen Tourismus.

Weiter verstärken wird man auch den Internet-Auftritt, da dieser eine zentrale Rolle bei den meisten Aktivitäten des Vereins einnimmt. Schliesslich will man auch die Ungleichbehandlung bei den Übernachtungstaxen beheben. So soll mit der sogenannten Paragastronomie, aber auch mit den Logiermöglichkeiten in der Region (ausserhalb Grenchens) eine Übereinkunft erzielt werden. Hier sieht man noch Steigerungspotenzial, auch wenn die Übernachtungen im Jahre 2014 auf ein neues Rekordhoch von 16 935 gestiegen sind.

Die Rechnung 2014 schliesst praktisch ausgeglichen ab. Für das nächste Jahr ist ein Gewinn von über 9 000 Franken budgetiert. Das Eigenkapital beläuft sich auf gut 44›000 Franken.