Die Regionalflugplätze Bern, Buochs, Grenchen, Les Eplatures, Lugano und St.Gallen-Altenrhein haben mit der nationalen Flugsicherung Skyguide neue Verträge über die Erbringung von Flugsicherungsdienstleistungen abgeschlossen.

Dies teilen der Flugplatzverband, Skyguide und das Bundesamt für Zivilluftfahrt BAZL mit. Die Verträge regeln die Finanzierung und den Umfang der Dienstleistungen, die Skyguide an den Flugplätzen erbringen wird.

Fürs Erste gibt es keine betrieblichen Änderungen, doch wird zurzeit die Finanzierung der Flugsicherung neu aufgegleist. Nunmehr sei auch «eine wichtige Voraussetzung für die Umsetzung des beabsichtigten Massnahmenplans zur Reduktion der Flugsicherungskosten auf den Flugplätzen der Kategorie II erfüllt», wie es heisst.

Individuelle Verträge

Dieser Plan wurde seit Anfang 2016 unter Leitung des BAZL durch den Verband Schweizer Flugplätze und Skyguide gemeinsam erarbeitet. Er sieht für jeden Flugplatz individuelle Lösungen vor, «mit denen das hohe Sicherheitsniveau bei reduzierten Kosten gewährleistet bleibt», so die Darstellung.

Vorab, und als integraler Bestandteil des Massnahmenplans, erhöhen sich die Flugsicherungsgebühren, welche die Flugplätze abgelten, um 10 Prozent. Die Detailplanung und Umsetzung des Massnahmenplans wird 2017 weitergeführt und läuft bis mindestens 2020.

Mittelfristig ist auf drei Regionalflugplätzen (Grenchen, Buochs und+ Les Eplatures) ein Wechsel von ATC (Kontrolle mit Führung durch Skyguide) zu AFIS (Verkehrsinformation und Anflüge in Eigenverantwortung der Piloten) beabsichtigt. Dafür beginnen Ende März 2017 in Grenchen erste Tests mit Instrumentenflügen ohne ATC.

Mehrkosten bis 40 000 Franken

In Grenchen wird die Mehrbelastung laut Schätzung von Flughafenchef Ernest Oggier zwischen 30 000 und 40 000 Fr. betragen. Ob der Versuch mit reduzierter Toweröffnung gleichzeitig dazu führt, dass substanzielle Kosten eingespart werden können, ist laut Oggier eher unwahrscheinlich. Skyguide berechne etwa zwei Drittel der Kosten für die Technik und nur ein Drittel für Personal und Overhead.

«Die paar Stunden, in denen der Tower am Wochenende geschlossen wird, werden finanziell wenig einschenken», glaubt Oggier. Dies wird auch bei Skyguide bestätigt. Da auch während des Versuchs die Strukturen als Rückfallebene erhalten blieben, resultiere überhaupt keine Kostenersparnis, bestätigte ein Skyguide-Sprecher.

Ohnehin fallen in Grenchen hohe Flugsicherungskosten an, da diese nach Anzahl Starts und Landungen verteilt werden und hier viele Ausbildungsflüge stattfinden. «Der ständige Finanzierungsbedarf bleibt für die Regionalflugplätze eine Herausforderung», heisst es in der Mitteilung. Noch unklar ist auch, was es bedeutet, wenn die Swiss wie angekündigt ihre Präsenz bei der Pilotenausbildung in Grenchen ausbaut.