Zusammen mit der Stiftung Energie Zukunft Schweiz und verschiedenen Anbietern hat die Stadt einen Informationsanlass für Hauseigentümer im Parktheater durchgeführt. Das Interesse für aktuelle Möglichkeiten der Gebäudesanierung war gross – trotz Champions-League-Abend und Dodo Hug, die nebenan im Theatersaal ulkte.

Stadtpräsident François Scheidegger zeigte sich sehr erfreut über das grosse Echo und betonte, Behörden und Verwaltung wollten weiterhin eine führende Rolle bei der nachhaltigen Energienutzung einnehmen. «Es entstehen laufend neue Normen und Standards, aber auch neue Technologien und Materialien.» Das Energiestadt-Label von 2004 stehe 2016 zur Rezertifizierung an. Scheidegger erwähnte in diesem Zusammenhang den Energie-Richtplan der Repla und Pläne der Stadt, den Energieverbund Kastels zu erweitern.

Der Barde der Energiewende

Für grosse Heiterkeit sorgte dann zunächst Andreas Fröhlich von der Stiftung Energie Zukunft Schweiz (EZS), der als Barde der Energiewende Ausschnitte Schweizer Hits mit neuen Texten «verkalauerte» und auch vorsang, als täuschend echter Gölä, Züri West oder Mani Matter: «Wiu si Dämmige hei», tönte es so durch den Saal.

Was einen lockeren Einstieg ins «Eingemachte» ermöglichte. Energieberater Markus Amrein (EZS) stellte zunächst die Bedeutung der Gebäudesanierung in den Zusammenhang: «47 Prozent der Energie wird in der Schweiz von Gebäuden verbraucht. 60 Prozent der Gebäude wurden vor 1970 gebaut und weisen somit keine oder nur ungenügende Wärmedämmung auf.»

Anhand eines Einfamilienhauses von 1973 legte er dar, dass es heute problemlos möglich ist, den Ölverbrauch von 20 Litern pro Quadratmeter Heizfläche und Jahr auf 7 Liter zu reduzieren (oder ein Äquivalent davon, in einem anderen Heizsystem).

Günstig und am schnellsten seien Sofortmassnahmen wie die Isolation von Keller- und Estrichdecken sowie von wärmeführenden Leitungen. Wirklich «einschenken» tue aber eine Fassadenisolation kombiniert mit neuen Fenstern. «Nur mit einer Kombination dieser beiden Massnahmen lässt sich sowohl massiv Energie sparen als auch das Raumklima verbessern.» Denn wer nur die Fenster austausche, könne sich leicht ein Feuchtigkeitsproblem einheimsen.

«Machbar ist fast alles»

Grundsätzlich, so Amrein in der Fragerunde, sei technologisch fast alles machbar, auch dünne Hi-Tech-Dämmungen. «Am Ende ist alles eine Frage des Preises.»

Angesichts der zurzeit tiefen Energiepreise könne vielleicht nicht alles in nützlicher Frist amortisiert werden. «Doch Sanierungen bringen meistens mehr Komfort und oft auch noch eine Chance für mehr Platz durch entsprechende Umbauten. Dieser Mehrwert könnte ja in die Kosten-Nutzen-Überlegungen einfliessen.»

Carly Decurtins, Leiter Energie und Vertrieb bei der SWG, erläuterte die Vor- und Nachteile der verschiedenen Energieträger Öl, Gas, Holz(-Pellets) oder Wärmepumpen. «Die Warmwasserproduktion mit Solarthermie lässt sich dabei mit allen diesen Systemen kombinieren.» Zu beachten seien neue Vorschriften, welche z. B. ab 2020 reine Elektroboiler verbieten würden. Auch Elektroheizungen müssten bis in 15 Jahren vom Netz. «Wer den Ersatz der Heizung plant, sollte auch an kommende Generationen denken.»

Bei der Solarstromproduktion müssen die Investoren wählen, ob sie sich für einen Investitionsbeitrag von 30 Prozent der Anlagekosten entscheiden, oder sich in die lange Warteliste für die Kostendeckende Einspeisevergütung (KEV) eintragen wollen. Die KEV wird laufend gesenkt, im kommenden Oktober auf gut 20 Rp./kWh.

Vielerlei Subventionen

Ronny Kühne von der Energiefachstelle Solothurn gab einen Überblick über die aktuellen Förderprogramme von Bund, Kantonen und der Stadt Grenchen. Rückgrat ist dabei das Gebäudeförderprogramm des Bundes, das noch bis 2020 läuft. «Die Förderbeiträge sind hier nicht sehr hoch, doch hoch genug, dass man sich für bessere Lösungen entscheiden kann», meinte Kühne. Substanzielle Beiträge gebe es immerhin für Solarthermie. Kühne rief auch die steuerlichen Abzugsmöglichkeiten in Erinnerung.

Wer sich frage, mit welchen Firmen man bei einem Sanierungsprojekt zusammenarbeiten wolle, für den hatte Kühne einen wichtigen Tipp: «Auf der Minergie-Gebäudeliste sind alle Gebäude in der Schweiz samt beteiligten Unternehmen aufgeführt. Wenn ein Name einer Firma immer wieder auftaucht, kann man davon ausgehen, dass die etwas von der Sache verstehen.» In Grenchen sind zurzeit 39 Gebäude gelistet.

Auch Markus Amrein unterstrich die Bedeutung einer seriösen Planung: Von der Energieberatung der Repla über den Gebäudeausweis bis zu umfassenden Beratungen sei das Angebot gross und werde in vielen Fällen auch von der öffentlichen Hand subventioniert.

Die Präsentationen mit zahlreichen weiteren Infos sind auf der Homepage der Stadt unter Aktuelles/Neuigkeiten abrufbar.