Grenchen

«Ganz unger üs» mit Koch und Musiker als Gäste

Es wurde ordentlich gelacht: «Ganz unger üs» mit (von links) Kurt Moos Gilomen, Ralph Güntlisberger, Rolf Caviezel, Dagobert Cahannes. Bild: Michel Lüthi

Es wurde ordentlich gelacht: «Ganz unger üs» mit (von links) Kurt Moos Gilomen, Ralph Güntlisberger, Rolf Caviezel, Dagobert Cahannes. Bild: Michel Lüthi

In der Centro-Lounge in Grenchen startete die zweite Saison der Talkrunde «Ganz unger üs» mit Ralph Güntlisberger und Rolf Caviezel als Gäste.

Einer wurde als Kochlehrling vom Chef einst mit der Fleischgabel verfolgt und experimentiert heute mit Lebensmitteln. Der andere hatte es als junger Versicherungsagent satt, Gefahr zu verkaufen, und so tourt er nun als Heimweh-Sänger durch die Lande und führt eine Biker-Bar.

Die Talkrunde «Ganz unger üs» in der Centro-Lounge ist mit dem Molekularkoch Rolf Caviezel und dem Rockmusiker Ralph Güntlisberger in die zweite Saison gestartet. Die Moderatoren, Kurt «Moos» Gilomen und Dagobert Cahannes, sorgten einmal mehr für eine vergnügliche Stunde. Diese wurde vom lokalen Internet – Radio Blitz www.radioblitz.ch – live übertragen.

Als Zuhälter unter Verdacht geraten

«Ohne Musik würde ich sterben, und dir ginge es ohne Kochen bestimmt ebenso», sagte Güntlisberger. Er ist ein Hansdampf in vielen Gassen und 56-jährig bestens bei Stimme, wie er beim Mitsingen eines seiner Hits bewies.

Die witzige Beschreibung, wie der «tätowierte, langhaarige Rocker» als alleinerziehender Vater seine jugendlichen Töchter zur Frauenärztin begleitet hatte und dort im Wartezimmer feindselige Blicke auf sich zog – «ich wurde wohl verdächtigt, ein Zuhälter zu sein» –, sorgte jedenfalls beim Publikum für eine gehörige Lachsalve.

Beide Künstler vermitteln Lebensfreude

Dabei war es Rolf Caviezel, der einst hatte Clown werden wollen. Stattdessen führt er heute das Mittagsrestaurant «Station 1» am Marktplatz, ist mit experimentellen Abendmenüs in der Gourmet-Szene landesweit ein Begriff, begeistert Kinder für die Küche und wurde als Kochbuchautor mehrfach ausgezeichnet.

Eben bekomme er im Labor, eingemietet in einer Vierzimmerwohnung an der Schützengasse, eine neue Küche, verriet Caviezel. Seine Idee: den letzten Gang sollen die Dinnergäste künftig direkt im Labor essen. Und sein Traum: ein Kochbuch für Kinder realisieren, mit dessen Rezepten sie die Eltern verwöhnen. Caviezel erzählte von seiner Kooperation mit der Uni Graz, von der Kreation einer hochwertigen Instantsuppe für Büro- und Industrieangestellte und vom neu lancierten Sauerkraut mit Rauchmalz- und Tomatennote.

«Es geht immer wieder eine Tür auf»

Güntlisberger wollte nicht zurückstehen und versicherte, als langjähriger Witwer habe er selbstverständlich auch kochen gelernt, wenn auch auf anderem Niveau. Doch seine Mission ist es Lebensfreude über Musik zu vermitteln: «Nach einem Schicksalsschlag geht immer eine Tür auf. Das Leben ist in jedem Fall lebenswert.» So setzen beide Talkgäste auf ihre Art jeden Tag kreative Zeichen gegen die Null-Bock-Mentalität und gegen Lebensmüdigkeit.

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