«Absolut Spitze», sagt Max Tobler, seine wachen, hellen Augen strahlen, «jede Bergchilbi kann einpacken», schmunzelt er. Nichts deutete am Nachmittag auf etwas Aussergewöhnliches hin. Die Terrasse des Restaurants Gärtli an der Centralstrasse war besetzt. Freie Sitzgelegenheiten waren rar.

Dann, kurz vor 17 Uhr karrte ein Feuerwehroldtimer daher und hielt vor dem Restaurant. Der 100-jährige Fiat einer Brauerei, ist mit einem Schild «Durstwehr» gekennzeichnet. Über Durst konnten sich die «Gärtli»-Gäste wahrlich nicht beklagen. Für Biertrinker gab es Freibier, auch andere Getränke wurden offeriert.

Max Tobler, in Kochgewand gekleidet, liess es sich nicht nehmen auf das Automobil zu steigen und seinen Gästen zuzuprosten. «Bei einem grossen Jubiläum wird Bier, «frisch vom Schloss», kredenzt», erklärte Heinz Schwander, Aussendienstmitarbeiter der Brauerei. «Max Tobler bezieht den Gerstensaft seit mehr als 35 Jahren bei uns», sagte er. An den Tischen wurde Feines aus der Küche gereicht und in der Gaststube hatte «dr Rhonetaler» Platz genommen.

Aufgewachsen am Bodensee

Tom Amacker, der Walliser aus Selzach, erfreute die Anwesenden mit Schlagern und Oldies und sorgte für Partystimmung. Für diese Überraschungen zeichneten die Stammgäste René und Bruno Gissler, Mänz Paul Hermann und die langjährige Mitarbeiterin Marianne Wölfli verantwortlich. Tobler ist in Altnau aufgewachsen. Im Restaurant hängt eine Flugaufnahme seines Elternhauses am Südufer des Bodensees.

Im Mövenpick in Zürich hat er sich in den frühen 60er-Jahren als Koch ausbilden lassen und hat 1976 das «Gärtli» von Ida Hirschi übernommen. 1985 hat er die Liegenschaft gekauft. Während 15 Jahren haben andere das «Gärtli» geführt, seit rund fünf Jahren ist er wieder zurück und steht am Herd. Dass er nicht nur kochen kann, beweist ein Schild am Nebengebäude. «Wachskunst-Giesserei Max Tobler», heisst es auf der Metalltafel. Eines seiner grossen Hobbys und Leidenschaft ist das Segeln.

An den Wänden der Gaststube dominieren Apfelbilder des Berliner Künstlers Andreas Schiller. Das kleine Fumoir ist am Feierabend meist zu klein. Pouletflügeli im Chörbli, Schnipo, Wurstsalate, erfreuen sich grosser Beliebtheit. Und natürlich sind seine frisch zubereiteten Mittagsmenüs ein Renner. «Die Einfachheit, die gute Küche, das Ambiente gefallen», bemerkt ein Stammgast. «Er ist zu jedem gleich», schätzt ein Anderer. Die Atmosphäre in der Beiz ist familiär und für manche Gäste ist das Restaurant die gute Stube. Sie schätzen die sozialen Kontakte, den Stammtisch, den stets gut gelaunten Beizer und die freundliche Bedienung.

«Der beste Chef, den es gibt», sind sich Marianne Wölfli und Ihre Schwester Sandra einig. Die beiden Restaurationsfachfrauen sind begeistert von Toblers Offenheit in der Zusammenarbeit und den Freiräumen, die er zur eigenen Gestaltung gewährt. «Möge Max Tobler noch lange im ‹Gärtli› wirten», wünschen sich alle Gäste und die Mitarbeitende.