Urs Schütz und seine Männer, Mitarbeiter der Baudirektion, haben beim Fussgängerstreifen an der Flurstrasse nördlich vom GVG-Kreisel zwischen der Rötistrasse und der Diebold-Schillingstrasse acht kreisrunde Löcher von genau 16,5 Zentimetern Durchmesser in den Asphalt geschnitten, vier auf jeder Seite.

In diese Löcher sollen solarbetriebene LED-Lampen versenkt werden, die die Automobilisten auf den Fussgängerstreifen aufmerksam machen sollen. «Am schlimmsten ist es früh am Morgen», erklärt Michael Herzog, Leiter Kommissariat Verkehrspolizei. «Viele Autofahrer sind in ihren Fahrzeugen unterwegs, geistig aber entweder noch zu Hause oder schon bei der Arbeit, einfach woanders.»

Das erhöhe die Gefahr, jemanden zu übersehen, der die Strasse überqueren will. «Wir rüsten nun diesen Fussgängerstreifen mit LED-Leuchten aus, welche die Aufmerksamkeit der Autofahrer erregen sollen und sie so achtsamer werden lassen.» Der Fussgängerstreifen an der Flurstrasse wurde bewusst ausgewählt, ist er doch nur schlecht beleuchtet. Lediglich eine einzige Strassenlaterne, die aber nicht direkt beim Streifen, sondern etwas weiter weg an der Diebold-Schillingstrasse steht, wirft ihr Licht darauf.

Spezialzement mit viel Chemie

Inzwischen hat Urs Schütz in einem Eimer einen Spezialzement angerührt, «eigentlich ist es viel Chemie auf Zementbasis», wie er sagt. Damit werden die Lampen mit dem Asphalt verklebt. Der Grund: Bei Temperaturschwankungen verhalten sich die verschiedenen Materialien nicht gleich, was dazu führen würde, dass sich beispielsweise der Asphalt rund um die Lampe stärker absenkt. Der Spezialkleber verhindert das.

Dies ist nach dem Fussgängerstreifen vor dem Kastels-Kindergarten nun der zweite Fussgängerstreifen, bei dem ein Beleuchtungskonzept getestet wird – mit einem grossen Unterschied: Der Pilotfussgängerstreifen beim Kastels wurde mit einer fest verkabelten und entsprechend teuren Beleuchtung versehen. Derjenige an der Flurstrasse – laut Herzog einem stark frequentierten Schulweg – wird mit solarbetriebenen Leuchtelementen versehen. «Dieses System ist einiges günstiger und ebenso effizient, wie das andere.»

Kluges Solarsystem

Das System SolarVision SV2 besteht aus einer Solarzelle, einem eingebauten Mikroprozessor und einem Akkupaket, das zwei oder drei LEDs speist. Das Ganze ist in ein Alu-Stahlgehäuse gefasst von 3 Zentimeter Höhe und 16 Zentimeter Durchmesser, das bodeneben in den Asphalt eingebaut wird. Tagsüber lädt sich der Akku auf, bei Dunkelheit schalten sich die LEDs ein, sie sind rund einen Kilometer weit zu sehen. «Das System ist klug: Wenn beispielsweise die Fahrbahn schneebedeckt ist, schaltet der Mikroprozessor die Beleuchtung ab.

Erst wenn Licht auf die Solarzelle fällt, schaltet sich das System innerhalb von wenigen Sekunden wieder ein und lädt den Akku», erklärt Herzog. Es bringe ja nichts, wenn die LEDs unter dem Schnee brennen. Die Akkuleistung reiche länger als eine Nacht, weshalb auch eine zeitweise Bedeckung oder schlechtes Wetter kein Problem seien. «Das System wird auf Flughäfen schon länger als Pistenmarkierungen mit Erfolg eingesetzt. Es ist übrigens auch ein Pilot, der die Beleuchtungskörper vertreibt», so Herzog. Weitere Vorteile: Richtig eingebaut, kann auch ein Schneepflug ohne Probleme dort die Strasse räumen.

Rund 450 Franken kostet eines der LED-Systeme, pro Fussgängerstreifen also 3600 Franken. Gemäss Herzog will man insgesamt acht Fussgängerstreifen mit dem neuen System ausrüsten, falls es sich bewährt, alle in der Nähe von Schulhäusern und auf viel frequentierten Schulwegen. «Uns geht es darum, in erster Linie dort, wo viele Kinder die Strassen überqueren müssen, für mehr Sicherheit zu sorgen.»