«Der Fussball in Grenchen schreibt mit dieser Fusion Geschichte», meint SP-Gemeinderat Alex Kaufmann, ehemaliger Koordinator zwischen dem FCG und den Grenchner Behörden. Ein besonderer Dank gelte dem Stadtpräsidenten mit seinem Team, welcher die Fusion unermüdlich vorangetrieben habe. «Der grösste Dank gebührt jedoch dem FC Wacker und seinen Mitgliedern, welche mit ihrem Entscheid zur Fusion den FC Grenchen am Leben erhalten.» Der Fussball in Grenchen starte so in eine neue, verheissungsvolle Zukunft.

Was die beiden «Neinsager»-Vereine Fulgor und Italgrenchen betrifft, meint Kaufmann, die Stadt könne als Inhaberin der Infrastruktur weiterhin als Partnerin gegenüber den beiden Vereinen auftreten. «Jedoch muss der neue, fusionierte FC Grenchen in erster Priorität behandelt werden.» Wünschenswert wäre eine Fusion mit allen Vereinen. Damit wäre auch die Prioritätsfrage hinfällig. «Ein späterer Eintritt in den fusionierten FC Grenchen, z. B. durch den FC Fulgor, sollte jederzeit möglich sein», betont Kaufmann. Je später jedoch der Eintritt erfolge, umso weniger könne am Neuaufbau der Strukturen mitgewirkt werden.

«Konsequenzen tragen»

FDP-Fraktionschef Hubert Bläsi, ein regelmässiger Gast im Stadion Brühl, sieht im erfolgten Entscheid ebenfalls einen «entscheidenden Schritt für den Aufbau von neuen und erfolgreichen Strukturen. Welche Bedeutung der Fussball für die Stadt hat, sieht man schon auf den Schulhausplätzen, wo er omnipräsent ist.»

Den Entscheid von Fulgor und Italgrenchen gelte es zu akzeptieren. «Die beiden Vereine müssen aber ebenso bereit sein, die für sie resultierenden Konsequenzen zu tragen.» Konkret will sich Bläsi nicht auf «Retorsionsmassnahmen» festlegen. Es sei nunmehr aber klar, wo die Prioritäten der Stadt liegen.

SVP-Fraktionschef Heinz Müller, ebenfalls langjähriger Fussballfan, spricht von einer Entwicklung, welcher sich nun auch die Fussballvereine stellen müssten. «Schützenvereine und Turner haben diese Fusionen bereits durchgemacht, sie wurden jetzt auch beim Fussballsport nötig.» Anderseits nicht zu vergessen sei, dass auch reiche Traditionen herangewachsen seien, welche durch eine Fusion verloren gingen. Diese Fusion sei aber ein grosser Schritt vorwärts für den Grenchner Fussball, denn «nur gemeinsam sind wir stark.»

Gut für den Nachwuchs

Matthias Meier-Moreno, fussball-interessierter CVP-Ersatzgemeinderat, zeigt sich ebenfalls erfreut über die Fusion. «Es war nicht fünf Minuten vor zwölf, sondern fünf Sekunden.» Speziell erfreulich seien die jetzt guten Zukunftsaussichten für die Junioren-Fussballer. «Dass Dani Ryser sich engagieren will, freut mich sehr.»

Stadtpräsident François Scheidegger nimmt die Lorbeeren für sein Engagement entgegen, betont aber, «dass ich eigentlich von den Fussballern aufgefordert wurde, zu helfen. Die Initiative ist von ihnen gekommen.» Die Fusion sei ein komplizierter Fussball- und gesellschaftsrechtlicher Prozess, der noch nicht abgeschlossen sei. «Der wichtigste Schritt ist aber jetzt getan.»