Grenchen vor 50 Jahren
Für 4,5 Millionen 76 Wohnungen

Die Barackensiedlung im Riedernquartier war nicht die beste Antwort auf die Wohnungs- und Mietzinsnot, die 1964 in Grenchen herrschten.

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In Grenchen herrschte 1964 Wohnungsnot.

In Grenchen herrschte 1964 Wohnungsnot.

Oliver Menge

Im Gebiet der «Hohlen» wollte die Stadt deshalb 76 Wohnungen errichten, die dem Standard «Sozialer Wohnungsbau» entsprachen. Die 76 vorgesehenen Wohnungen sollten, so der Kostenvoranschlag, 4,55 Mio. Franken kosten. Inbegriffen waren hier die Aufwendungen für die Heizzentrale und die Umgebungs- sowie Erschliessungsarbeiten. Nicht enthalten waren jedoch die Kosten für die Grundstücke, die sich im Besitz der Stadt befanden.

Nach den Berechnungen sollten die Wohnungen monatlich je 80 bis 100 Franken günstiger vermietet werden als auf dem Mietmarkt damals üblich. – Im Gemeinderat wurde am 12. Juni von der FdP angemerkt, dass es eigentlich nicht Aufgabe der Gemeinde sei, Wohnungen zu bauen. Anderseits sei es unwürdig, dass in Grenchen Menschen in Notwohnungen leben müssten. Unter diesen Vorzeichen verzichtete man im Gemeinderat auf eine Opposition gegen den kommunalen Wohnungsbau.

Einstimmige Freude herrschte auch am Samstag, 13. Juni. An diesem Tag wurde die dritte Auflage der Internationalen Triennale für farbige Originalgrafik eröffnet. Paul Glocker, Direktor der Ebosa SA und ausgezeichneter Kunstkenner, präsidierte die Ausstellung der besten 167 Blätter, die von einer internationalen Jury aus den rund 4000 eingesandten Arbeiten ausgewählt wurden. Mit dem ersten Preis der Triennale wurde der niederländische Künstler Hannes Postma ausgezeichnet.

Einig waren sich die Fachleute, dass eine kleine Stadt wie Grenchen eine derart wichtige Ausstellung durchführen könne, sei ausserordentlich, ja einmalig. Man war sich in Fachkreisen auch einig, dass die Grenchner Grafik-Triennale wesentlich zur positiven Entwicklung der grafischen Kunst beigetragen habe. Die Triennale, die bis zum 18. Juli dauerte, wurde von vielen freiwillig mitarbeitenden Grenchnerinnen und Grenchnern getragen. (rww)