Das «az Leserwandern» führt von Grenchen über die Wolfsschlucht, das Waldenburgertal BL, das aargauische Fricktal, das Aaretal via Dietikon ZH zum Kloster Fahr. Verbindendes Element ist der Jura. Geführt wird man von professionellen Wanderleitern, die Routen und das Rahmenprogramm haben kantonale Tourismusorganisationen zusammengestellt (vgl. Beilage Leserwandern vom 21. Juni und Online-Dossier Leserwandern 2013).

Das Grenchner Tagblatt wollte im Vorfeld von Experten wissen, was den «hippen« Wanderer ausmacht, was es an Ausrüstung braucht, welche Gadgets unabdingbar und auf welche man verzichten könnte, die aber trotzdem ganz nett wären. Eines wurde bei den Recherchen schnell klar: Der einstige Wandergeselle aus früheren Zeiten hatte es wesentlich schwieriger, sich optimal auszurüsten, und er schleppte einiges mehr an Gewicht mit sich herum. Der heutige Wanderer hingegen hat die Qual der Wahl, was er alles mitnehmen will.

Gutes Schuhwerk

«Die Ausrüstung spielt eine wesentliche Rolle, ob man ein erfolgreicher Wanderer ist, das heisst, sich auch nach einer längeren Wanderung noch wohl fühlt oder nicht», erklärt Philipp Schluep von Intersport Wirth, Grenchen.

«Das Wichtigste ist gutes Schuhwerk», erklärt er. Bei leichten Wanderungen eignen sich Wanderschuhe mit flexiblen Sohlen, je länger man unterwegs ist und je steiniger das Gelände ist, desto härter sollte die Sohle sein – ein gutes Profil vorausgesetzt. «Mit harten Sohlen werden die Füsse nicht so schnell müde», erklärt der Spezialist, der selber oft auf dem Berg anzutreffen ist.

Das Material der meisten aktuellen Wanderschuhe besteht aus einem Gemisch aus Goretex oder ähnlichen modernen Materialien mit Leder, das kein Wasser durchlässt und dennoch atmungsaktiv ist. Das heisst: Die Feuchtigkeit aus dem Schuh kann entweichen. «Auch die Wahl der Socken ist wichtig: Nur wer gerne Blasen hat, setzt auf Omas Wollsocken», so Schluep. Besser eignen sich spezielle, funktionale Wandersocken aus Mischgewebe, die ebenfalls die Feuchtigkeit nach aussen transportieren.

Wanderpäckli aus der Drogerie.

Wanderpäckli aus der Drogerie.

Funktionale und atmungsaktive Kleidung

Auch die Kleider sind funktional und atmungsaktiv: Unterleibchen und lockeres Hemd aus Gemischgewebe, ein dünnes Gilet gegen Wind und eine dünne, komplett wasserdichte Regenjacke, die sich klein zusammenlegen und im Rucksack verstauen lässt. Die Hose ist elastisch mit viel Beinfreiheit, ev. nur dreiviertellang oder mit abnehmbaren Hosenbeinen. Unten sollte man sie zusammenziehen und verschliessen können, um sich gegen Zecken und Dornen zu schützen. «Sogar die Unterwäsche darf funktional sein, so vermeidet man aufgeriebene Stellen und den gefürchteten Wolf».

Auf den Kopf gehört ein «Wander-tschäppu» aus synthetischem Material, der vor Sonne und Regen schützt, sich leicht zusammenlegen lässt und auch verhindert, dass bei anstrengenden Wanderungen der Schweiss in die Augen tropft. «Man darf nicht vergessen: normale Baumwolle ist zwar angenehm, schützt aber schlecht gegen UV-Strahlung. Synthetisches Material hingegen absorbiert bereits gegen 50% der schädlichen Strahlung.» Eine Sonnenbrille sei sicher auch nicht verkehrt, meint der Experte.

Leichte Rucksäcke und Stöcke

Der Rucksack sollte aus strapazierfähigem, leichtem Material sein. «Moderne Rucksäcke gibt es auch speziell für Damen», erklärt Schluep. Diese haben einen kürzeren Rückenteil und sind etwas schmaler als die Herren-Rucksäcke. Alle haben eine Menge klug angeordneter Taschen und Fächer, Befestigungsmöglichkeiten für Wanderstöcke, Innentaschen für Trinkflaschen und eine integrierte Regenhülle. «Die Tragesysteme sorgen dafür, dass das Gewicht nicht an den Schultern hängt, sondern auf den Hüften aufliegt. Der Rucksack liegt auch nicht satt am ganzen Rücken auf, sondern die Luft kann zirkulieren.»

Wer sie einmal benutzt habe, der wolle nicht mehr darauf verzichten, sagt Schluep: Wanderstöcke. Nicht der Dreikilo-Stock vom Grossvater, sondern leichte Hightech-Carbon- oder Alustöcke, schnell verstellbar und zusammenlegbar, mit angenehmen Korkgriffen und Handschlaufen. «Mit Stöcken entlastet man nicht nur seine Gelenke, sondern man ‹nimmt auch die Arme mit auf die Wanderung› und gewinnt an Kraft. Stöcke geben dem Wanderer in unwegsamem Gelände zusätzliche Sicherheit und Stabilität, und bei Nichtgebrauch kann man sie zusammenlegen und im Rucksack verstauen.»

Wobei wir bei den Dingen wären, die ganz nett und hilfreich, aber nicht unbedingt notwendig sind. Wer sich nicht in die Obhut eines professionellen Wanderführers begibt, wie das bei unseren Leserwanderungen der Fall ist, braucht eine Wanderkarte und einen Kompass.

Noch besser, aber auch etwas teurer: ein GPS-Gerät mit vorinstallierten Karten. «Es gibt mittlerweile sogar GPS-Uhren, die nicht nur die Route und die aktuelle Position angeben, sondern den gesamten Track aufzeichnen, inklusive Pulsmessung. Man kann dann später zu Hause am Computer genau nachvollziehen, welche Distanz und wie viele Höhenmeter man zurückgelegt hat, und man hat sogar die dazu gehörende Pulsfrequenz gespeichert». Schluep versichert: Habe man einmal damit angefangen, werde man schnell süchtig. Fürs Smartphone gibt es ausserdem sogar tragbare Ladestationen mit Solarzellen, die man auf den Rucksack schnallen kann.

In diesem Sinne: Wir freuen uns auf viele Leserinnen und Leser, die bei unseren Wanderungen teilnehmen. Jedermann ist herzlich willkommen, eine Anmeldung ist nicht erforderlich.

Treffpunkt zur ersten Etappe am Montag, 8. Juli, um 9 Uhr beim Bahnhof Grenchen Süd. Die Wanderung dauert 2,5 Stunden. Weitere Infos unter www.grenchnertagblatt.ch, Dossier Leserwandern 2013.