Da nützen die schönsten Pirouetten auf dem Eis nichts mehr. Die Vizepräsidentin des Schlittschuhclubs Biel – nicht zu verwechseln mit dem Nati-A-Eishockeyverein EHC Biel – hat die Vereinskasse des Clubs in den letzten zwei Jahren um 65 000 Franken erleichtert. Das Bieler Tagblatt, das am Freitag über den Fall berichtete, vermutet «einen der grössten Betrugsfälle, den die Schweizer Amateur-Sportszene je gesehen hat.»

Die Kasse der «Ice Trophy», ein vom SC Biel jährlich ausgerichteter Eiskunstlauf-Wettbewerb, sei praktisch leergeplündert worden, heisst es weiter. Auf dem Konto seien nur wenige tausend Franken verblieben. Zudem gebe es noch offene Rechnungen.

Die Frau hat offenbar über einen Zeitraum von zwei Jahren immer wieder Geld vom Postkonto des Vereins für eigene Zwecke abgezweigt. Die Sache sei aufgeflogen, als das Postfinance-Konto aufgelöst wurde und man das Geld auf ein Konto beim neuen Hauptsponsor Raiffeisen überweisen wollte.

Am Donnerstag informiert

Die Vereinsmitglieder seien an einer ausserordentlichen Generalversammlung am Donnerstag über den Sachverhalt orientiert worden, schreibt das BT weiter. Das abgesetzte Vorstandsmitglied wird wegen ungetreuer Geschäftsbesorgung angezeigt. Ein Anwalt wurde beigezogen, der die Interessen des Klubs vertritt.

Insbesondere wird dieser der Frage nachgehen, ob und wie allenfalls auch die Revisoren getäuscht wurden. Man gehe von einer Urkundenfälschung aus. Laut Informationen der Zeitung war die Funktionärin während zwei Jahren im Amt und hatte Einzelunterschrift.

Der mit der Interessenwahrung beauftragte Anwalt Enrico Della Bona warnt in einem Interview vor Kurzschlusshandlungen. So sollte der fehlbaren Person die Gelegenheit gegeben werden, den Schaden zu begleichen. Über deren Anwältin sei denn auch kommuniziert worden, dass diese dazu willens sei. (at.)