«Weiss jemand von euch, was Cheerleading ist?», fragt Claudio Blanke, der zusammen mit Jennifer Reinholz den Bieler Cheerleader-Verein «Flying Jets» leitet. Die zehn Mädchen, die sich zum Ferienpassangebot angemeldet haben, sitzen zusammen mit fünf Mitgliedern der «Flying Jets» auf den ausgebreiteten Matten der Turnhalle beim Nordbahnhof.

«Cheerleader feuern an», meldet sich schliesslich eines der Kinder zu Wort. Darauf streckt ein anderes die Hand auf: «Sie tanzen.» Blanke und Reinholz nicken. Ersterer führt noch genauer aus: «Cheerleading ist eine Mischung aus Tanz, Akrobatik und Bodenturnen.» Und: Cheerleading sei in Wirklichkeit nicht das, was man aus amerikanischen Teenie-Filmen kenne.

Ein intensiver Sport

Nach den Aufwärmübungen ging es dann gleich los: Die fünf jungen Mitglieder der Cheerleader-Gruppe zeigten die Pyramide vor, die erste Figur, die es einzustudieren galt. Dafür braucht es richtig Mut und Vertrauen: Vier Personen heben eine fünfte in die Höhe, die Flyer genannt wird, und halten sie fest. Danach wird der Flyer in die Luft geworfen und aufgefangen. Im Cheerleading hat jeder seine Position, auf die er sich spezialisiert. Die Sportart ist sehr intensiv und anspruchsvoll: «Wir trainieren viermal die Woche», erklärt Blanke, «vor Auftritten noch mehr.»

Die Arbeit bei den «Flying Jets» führen er und Reinholz, die beide ursprünglich aus Deutschland stammen, ehrenamtlich neben ihren Vollzeitjobs aus. Vor sechs Jahren gründeten sie den Cheerleader-Club. Trainiert wird das ganze Jahr, auch für die Schweizer Meisterschaften. Aber auch bei Fussballspielen, im Velodrome und im Autosalon waren sie bereits zu sehen. Der Club hat zwei Teams, eines für Jugendliche und eines für Erwachsene.

Alles in zweieinhalb Minuten

Eigentlich hatten sich zwölf Kinder für das Ferienpassangebot angemeldet, wobei zwanzig zugelassen gewesen wären. An zwei Nachmittagen (Mittwoch und Freitag dieser Woche) können die Mädchen einen Einblick in die Sportart erhalten und eine erste Choreografie einstudieren. Neben der Pyramide übten sie auch Tanzen und den Flickflack (Handstützüberschlag rückwärts). Ein Cheerleader-Auftritt dauert genau zweieinhalb Minuten, wobei die drei Elemente (Akrobatik, Turnen und Tanz) alle in dieser Zeitspanne vereint werden.

Blanke und Reinholz haben das Cheerleading bereits an mehreren Ferienpässen angeboten, nun das erste Mal in Grenchen. Diese Woche sind sie mit dem Ferienpass nicht nur in der Uhrenstadt anzutreffen, sondern auch in Biel.

Den Kindern gefällt der Kurs. Konzentriert folgen sie den Instruktionen der Leiter und der fünf Cheerleader aus dem Jugendteam. «Nun sehe ich, wie Cheerleading wirklich ist», erklärt Vanessa (12). Tamara (12) spricht von den Überwindungen bei der Pyramide: «Zuerst hatte ich etwas Angst, aber als ich es ausprobiert habe, habe ich gemerkt, dass es gar nicht so schlimm ist.» Und Deniz (12), die neben Tanzen auch die Pyramide spannend findet, beschreibt: «Es ist ein tolles Gefühl, oben zu stehen, als wäre man in der Luft.»