Die ursprünglich vorgesehene Inversion der Farboptik findet nun doch nicht statt. Diese hatte letztes Jahr zu einigen Diskussionen in der Öffentlichkeit geführt (wir berichteten). «Konstruktive Gespräche mit den Behörden» hätten zu einer Anpassung des Projektes geführt, erläutert Aldo Bigolin vom bauführenden Büro Bigolin + Crivelli Architekten AG – plus der Umstand, dass die ursprünglich angedachten dunklen Fassadenplatten in dieser Dimension nicht mehr lieferbar sind. So wird also das Grenchner Wahrzeichen von der Farbgebung in einem Jahr ähnlich daherkommen wie heute, mit einem anthrazitfarbenen, metallisch schimmernden Outfit.

Sicherheit gewährleisten

Auslöser der Renovation waren aber ursprünglich Sicherheitsüberlegungen, wie Bigolin weiter erläutert. Die vorgehängten Betonelemente des 1974 gebauten «Coop-City»-Hochhauses haben ihre Lebensdauer erreicht, obwohl noch keine direkte Gefahr drohe. Coop als Eigentümer habe sich aus diesem Anlass entschieden, auch gleich eine energetische Sanierung vorzunehmen und damit dem Unternehmensziel der Klimaneutralität bis 2023 einen Schritt näher zu kommen.

Die Bauarbeiten werden die Grenchner Innenstadt während eines Jahres in Beschlag nehmen. Allein die Eingerüstung des Gebäudes wird Wochen in Anspruch nehmen. In einer ersten Phase wird das Hochhaus saniert. «Die Bauarbeiten sind so geplant, dass für Mieter die Einschränkungen möglichst gering sind», erklärt der Architekt. Die Fassade werde nie offen sein, was das Arbeiten auch im Winter erlaube. Alle zwei Wochen werde zudem eine Sprechstunde für Mieter angeboten, betont Bigolin. Gearbeitet wird Stock für Stock von unten nach oben. Von Vorteil für das ganze Projekt ist sicher, dass das ausführende Architekturbüro seine Räume im Centro selber (Bettlachstrasse 8) hat.

Arbeiten in luftiger Höhe

Spektakulär dürfte die Entfernung der alten vorgehängten Betonelemente auf über 40 Metern Höhe werden. Dank einem neuartigen Spezialbeton werden die neuen Elemente weniger als halb so dick und damit bedeutend leichter.

Nach dem Hochhausteil wird der Sockel in Angriff genommen, der 2006 bereits teilsaniert wurde. Damals gab es unter anderem neue Fenster und die Fassade wurde rot gestrichen. Auch diese wird energetisch saniert und bleibt in der Farbgebung rot. Schliesslich werden auch die Flachdächer saniert und gewisse Teile der Haustechnik erneuert, so die Heizung und die Feuermelder. Über die Investitionssumme macht die Bauherrschaft keine Angaben.