Grenchen

Für die SWG-Angestellten gibts neue Arbeitsverträge

Die Gaskugel auf dem SWG-Gelände wurde dieses Jahr abgebrochen, und es wird ein neuer Hauptsitz gebaut – jetzt gibt es auch für die Arbeitnehmer neue Rahmenbedingungen.

Die Gaskugel auf dem SWG-Gelände wurde dieses Jahr abgebrochen, und es wird ein neuer Hauptsitz gebaut – jetzt gibt es auch für die Arbeitnehmer neue Rahmenbedingungen.

Die Gemeindeversammlung sagt Ja zum Budget 2014 und zur Änderung der Statuten der Stadtwerke. Zum letzten Mal stand Stadtpräsident Boris Banga als Vorsitzender der Versammlung auf der Theaterbühne.

Das Personal von Strom Wasser Gas Grenchen (SWG) wird künftig privatrechtlich angestellt. Die SWG tritt voraussichtlich dem Swissmem-GAV bei. Die Gemeindeversammlung vom Mittwoch hat der entsprechenden Änderung der SWG-Statuten diskussionslos mit einer Gegenstimme und einzelnen Enthaltungen zugestimmt.

«Durch die Liberalisierung des Energiemarktes sieht sich die SWG neuen Herausforderungen gegenüber», sagte SWG-Direktor Per Just. Man sei zunehmend auf dem freien Markt tätig und müsse flexibler reagieren können. Die 84 anwesenden Stimmbürger im Parktheater folgten dieser Argumentation.

«Dieses Ja heisst nicht, dass unsere Angestellten jetzt weniger verdienen», sagt Just auf Anfrage nach der Versammlung. Kurzfristig ändere sich nichts. Zentral sei, dass man sich mit einem Arbeitsvertrag gemäss Obligationenrecht (privatrechtliche Anstellung) auf einem Terrain bewege, das mehr Rechtssicherheit für beide Seiten biete. Der jetzt aufgelöste GAV für die rund 50 SWG-Angestellten sei schwerfällig, habe nicht alle Fragen geregelt und verweise dafür auf Anstellungsbedingungen der Stadt oder gar des Kantons, was auch nicht mehr Klarheit bringe. Neu erhalten die SWG-Angestellten ein Personalreglement und einen GAV mit einem industriellen Hintergrund. Ein spezielles Reglement regelt den Übergang zur neuen Struktur.

Einstimmig hat die Gemeindeversammlung auch das Budget 2014 der Stadt genehmigt. Geplant sind laut David Baumgartner, Leiter Finanzen und Informatik, Ausgaben von 98,7 Mio. Fr. und Einnahmen von 96,9 Mio. Fr. Das resultierende Defizit von 1,8 Mio. Fr. bezeichnete Baumgartner angesichts des danach immer noch vorhandenen Eigenkapitals von 28,8 Mio. Fr. als «vertretbar». Es genüge aber nicht, auf steigende Steuererträge zu hoffen. Auch die Rechnung 2013 wird laut Baumgartner aber besser abschneiden als budgetiert.

Bangas letzte Versammlung

Nach der letzten Gemeinderatssitzung vom Dienstag stand Stadtpräsident Boris Banga nach 23 Amtsjahren (1.1. 1991 bis 31.12. 2013) auch zum letzten Mal als Vorsitzender der Gemeindeversammlung auf der Theaterbühne. In seinen Abschiedsworten rief er die Grenchnerinnen und Grenchner auf, an jene zu denken, die aufgrund von Not, Armut oder Einsamkeit nicht an weihnachtliche Stimmung denken könnten. «Etwas mehr Gemeinsinn und manchmal mehr Zivilcourage», würde manchen auch gut anstehen. Banga entschuldigte sich bei all jenen, die er wissentlich oder unwissentlich verletzt habe. Absicht sei dies nie gewesen, sondern eine Folge seines Engagements.

Erneut oblag es dem scheidenden Vizepräsidenten Hubert Bläsi, Bangas Verdienste zu würdigen, obwohl jener sich «Lobhudeleien» verbeten habe. Somit führte Bläsi vornehmlich Bangas beruflichen Werdegang aus, verwies für dessen Stärken und Schwächen aufs «Löwen»-Horoskop, erwähnte aber exemplarisch Bangas Verdienste ums Velodrome Suisse.

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