Grenchen

Für die einen war die Grenchner mia top - für die anderen ein Flop

Die meisten Aussteller freuen sich über die Besucherzahlen der diesjährigen mia in Grenchen. Einzig das Wetter machte den Betreibern des Lunaparks einen Strich durch die Rechnung. So gesehen war das Wetter gut für die Aussteller drinnen.

Tristesse pur überall auf dem Lunapark: Der Skyflyer, die Attraktion des diesjährigen Vergnügungsparks rund um die mia, war nur an einzelnen Tagen, wie an Fronleichnam und an den Wochenenden gut besetzt. Am ersten Messesonntag verzeichnete man zwar einen Besucherrekord in der gesamten mia-Geschichte, aber das kurze Zwischenhoch, das für schönes Wetter sorgte, brachte auch kräftige Windböen mit sich. Aus Sicherheitsgründen musste der Betrieb des Skyflyers zeitweise eingestellt werden, erklärt Betreiberin Sonja Bauer.

Gähnende Leere

Ansonsten herrschte die ganze Woche - ausser an den beiden Sonntagen und Fronleichnam - gähnende Leere an den Ständen und auf den Bahnen. Wer holt sich schon gerne einen nassen Hintern auf nassen Sesseln. Und fehlen die Leute auf den Bahnen, fehlen sie auch bei den Ständen und Schiessbuden. Anna Füllemann, bereits seit 12 Jahren mit ihrem «Fort Knox» an der mia, bringt es auf den Punkt: «Es lief absolut schlecht. Mehr gibts dazu nicht zu sagen.»

Auch wenn es am Sonntag nicht regnete, war der Messetag zu kurz, um die Verluste der verregneten Tage wieder wettzumachen. Wahrscheinlich sei sie nächstes Jahr nicht mehr dabei, so Füllemann. Monika Marti beim Kinderkarussell meint lachend: «Da hat wohl jemand in Grenchen seinen Teller nicht sauber leer gegessen.»

Mit einem blauen Auge davon gekommen

Willy Marti, Chef des Lunaparks, relativiert. Die meisten seien mit einem blauen Auge davon gekommen, weil man doch auch einzelne sehr gute Tage gehabt habe. Aber dennoch: «In diesem Jahr haben nur wenige überhaupt Geld verdient.» Vor allem das Problem mit fehlenden Parkplätzen habe man zu spüren bekommen - Felder, die dafür vorgesehen waren, standen praktisch die ganze Woche unter Wasser.

Keine Probleme mit dem Wetter hatte die Sonderschau «Biodivercity» und das Landwirtschaftszelt. Irene Froelicher von Pro Natura meint: «Bei 25 Grad und Sonne würde man eher in die Badi als an die mia gehen. Das Wetter tat uns keinen Abbruch und wir hatten immer Leute, die durch die Sonderschau flanierten.»

Mehrere Rekordtage

Im Landwirtschaftszelt habe man in der Buurestube sogar mehrere Rekordtage zu verzeichnen, so Benedikt Scholl, Tageschef. Auch die Buurebar habe viele Leute angezogen.
Im Grenchner Zelt ist man im Grossen und Ganzen zufrieden: Der Magnet schlechthin war Martins Fischerstube beim Eingang. Auch hier sorgte der Regen zwar für Umsatzeinbussen, weil man die Terrasse nur zeitweise in Betrieb nehmen konnte. Aber drinnen war das Beizli meistens gut besetzt.

Stadtpräsident Boris Bangas Stand, an dem eine Unterschriftenaktion für den Lingeriz-Kindergarten durchgeführt wurde, zog viele Leute an. Am Stand der GAG hielt sich die Besucherfrequenz etwa im Rahmen der Vorjahre. «Es ist wichtig, dass wir präsent sind und unsere Kunden bei uns vorbeikommen können», so Beatrice Riesen von der Gemeinschaftsantenne Grenchenberg.

Meisterdieb im Einsatz

Am gemeinsamen Stand der Stadtpolizei Grenchen und der Kantonspolizei war «Meisterdieb» Urs Saner alias «Orsani» die ganze mia hindurch als Taschendieb im Einsatz. Super sei es gewesen, meint er. Viele Leute habe er am Stand «bearbeiten» können, und das habe auch sehr gute Gespräche der Besucherinnen und Besucher über Prävention mit den anwesenden Beamten der Polizei nach sich gezogen.

Velodrome war Bereicherung

Die neue Halle war Publikumsmagnet. Fast alle der befragten Aussteller loben den neuen Standort der mia. Günther Baumann, der seit 10 Jahren Fachinstrumente für Ärzte, Zahnärzte und Elektroniker verkauft, zeigt sich zufrieden. «Es ist besser gelaufen als in den Jahren zuvor.» Auch für AMC sei die diesjährige mia überdurchschnittlich gewesen, meint Standchef Franz Wüthrich. Nicht besonders gut lief es Jürg Fankhauser von «Softup» mit seinen Whirlpools: Die mia sei sonst eine der besten Messen überhaupt, nicht so dieses Jahr. Aber ob das nur am Wetter lag, sei unsicher. «Vielleicht sind wir auch nur etwas verwöhnt.»

Ihre Fleischprodukte hätten reissenden Absatz gefunden, so Claudia Steiner von «Enz»: «Es lief tip top. Wir hatten immer viele Leute am Stand und haben sogar zwei neue Umsatzrekorde geschafft». Nächstes Jahr möchte man auf jeden Fall wieder dabei sein. Fazit: Das Wetter war schlecht für die draussen und gut für die drinnen. Und das Velodrome als neuer Standort der mia brachte den erhofften Effekt und zog viele Leute an.

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