Seit bald dreissig Jahren führen Gabi und Simone Maegli in der dritten Generation ihre Bijouterie am Marktplatz. 1989 übernahm Gabi Maegli den Betrieb von ihren Eltern, ihre Schwester Simone stiess ein paar Jahre später dazu. Sie sind ein harmonierendes Team.

Bijoux sind ihre Leidenschaft. Wer Schmuck sucht, findet bei den beiden Frauen und ihrer Lehrtochter alles, was sein oder ihr Herz begehrt. Ihr Sortiment: Trauringe, wertvolle Perlen, Schmuck aus Gold, Silber mit Diamanten – aber keine Uhren.

«Wenn andere Bijoutiers erfahren, dass wir ohne Uhren einen solchen Umsatz machen, sind sie überrascht», so Gabi Maegli. Hinter dem Familienunternehmen steht ein Name, der beliebt ist, den man kennt und dem man vertraut.

«Es ist etwas Besonderes, wenn man ein solches Vertrauen erhält», beschreibt Gabi Maegli. «Unsere Kunden, vertrauen uns vollkommen, sie verlassen sich auf unsere Beratung und unser Fachwissen.» Und ihre Schwester Simone fügt hinzu: «Ja, sie wissen, dass wir sie nie hintergehen würden.»

Geschäft ist sogar 107 Jahre alt

Die Bijouterie ist 107 Jahre alt. 1910 gründete Grossvater Meinrad Maegli in Olten die Bijouterie. Fünf Mitglieder der Familie Maegli riefen damals unabhängig voneinander Schmuckgeschäfte ins Leben. Zwei Geschäfte gab es zu Beginn in Olten, eines in Zofingen, eines in Liestal und eines in Solothurn. Die Bijouterien blieben dabei immer eigenständig. Lediglich die Bijouterie in Liestal ist zugegangen, die anderen werden nach wie vor von Familienmitgliedern geführt, in Zofingen hat man sich inzwischen auf Grossuhren spezialisiert.

1960 zog eines der beiden Geschäfte in Olten nach Grenchen um. «Das Geschäft unserer Eltern lag nicht zentral», beschreibt Gabi Maegli. «Die Einnahmen waren spärlich, es lief nicht gut. Unsere Eltern entschlossen sich in Grenchen ihr Glück zu versuchen. Ein Geschäft am Marktplatz in Grenchen zu haben – das bedeutete damals noch etwas.»

Unermüdlich arbeiten

Seit dem Überfall auf das Goldschmiedgeschäft Leuenberger ist die Tür bei der Bijouterie Maegli abgeschlossen. Die Kunden müssen klingeln, um hereingelassen zu werden. «Die Kunden waren erst etwas irritiert, doch sie haben volles Verständnis», erklärt Gabi Maegli. Die Bijouterie läuft noch heute sehr gut, Grund zum Klagen gibt es keinen.

Maegli: «Wir haben unsere Stammkundschaft und wie gesagt, bei uns weiss der Kunde, dass er in guten Händen ist. Dieses Vertrauen musste sich die Familie erst erarbeiten. Wer im Gewerbe überleben will, muss unermüdlich arbeiten, anders geht es nicht. Auch muss der Gewerbler den Kunden verwöhnen.»

Durch das Internet gingen die Einnahmen aber zurück, wie überall im Detailhandel. «Dennoch, die meisten wollen Schmuck fühlen und anprobieren, ehe sie ihn kaufen. Was jedoch auffällt: Die Kunden sind im Vornherein informierter, wenn sie zu uns kommen.»

Sicher noch zehn Jahre

Auch ein Grund, weswegen der Umsatz etwas zurückging, ist in der Uhrenkrise zu suchen und den Veränderungen, die der Marktplatz durchlebte: Er ist nicht mehr so belebt und hat viel weniger Geschäfte. «Früher waren noch die Lebensmittelgeschäfte hier, zum Beispiel die Migros und die EPA, und viele interessante Detailisten. Auch gab es Parkplätze auf dem Marktplatz.» Zu Parkplätzen neben ihrer Bijouterie würden sie nicht «Nein» sagen, im Gegenteil. «Eigentlich ist es ein Muss.»

Über die Zukunft und eine mögliche Nachfolgeregelung machen sich die beiden Frauen noch keine Gedanken. «Wir möchten noch zehn Jahre auf dem Marktplatz bleiben», schliesst Gabi Maegli.