Die ersten Donnerstagsrennen dieses Herbstes im Velodrome Suisse waren die Hauptprobe für die Bahn-Europameisterschaften, die in fünf Wochen hier in Grenchen durchgeführt werden. Die Bilanz: Wetzikon ist neuer Schweizer Meister in der Mannschaftsverfolgung, Tristan Marguet bleibt der Dominator auf der Bahn und die Schwachpunkte, welche die Organisatoren bis zur EM noch ausmerzen müssen, wurden deutlich aufgezeigt.

Es waren tolle Kopf-an-Kopf-Rennen, die auf dem wunderschönen Oval zu sehen waren. Im Final der Schweizer Meisterschaft in der Mannschaftsverfolgung setzte sich das Team Gadola Wetzikon (Chiron Keller, Nico Selenati, Lukas Rüegg und Reto Müller) mit rund sechs Zehntelsekunden vor dem Team Romandie durch. Bronze gewann das EKZ Racing Team acht Zehntel vor dem Team Bern.

«Rocketman» Marguet

Das prestigeträchtigen Punktefahren über 20 Runden dominierte Tristan Marguet vom Gerlafinger Team Roth-Skoda deutlich. Den Abschluss des Abends bildete das Ausscheidungsrennen, das ebenfalls Publikumsliebling Tristan «Rocketman» Marguet gewann, diesmal aber nur hauchdünn vor Kilian Moser.

Schade, dass nur etwa 200 Zuschauer ins Velodrome gekommen waren. Ein wenig Werbung, wenn es schon um einen Schweizer Meistertitel geht, hätte dem schönen Event gutgetan. «Das ist nicht die Aufgabe des Verbandes», sagte Doris Turin, Vizepräsidentin Swiss Cycling. «Die Vereine, die hier am Start sind, sollten ihre Mitglieder und Fans mobilisieren und ihnen Mitfahrgelegenheiten organisieren.»

Planung muss besser werden

Eine typische Szene: Pünktlich um 19.39 Uhr bereitete sich Dany Hirs mit der Nummer 53 auf seinen Start im Ü40-Punkterennen vor. Doch dann merkte er, dass er vom Alter her der Vater aller anderen Fahrerinnen und Fahrer auf dem Oval sein könnte. Was war los? Hirs fragte einen Fotografen, und der klärte ihn auf: Das Programm im Velodrome war total durcheinander geraten. Kompetente Auskunftspersonen waren keine zu finden. Dany Hirs hielt sich also noch eine halbe Stunde auf den Rollen warm, bis er sah, dass er an der Reihe war – und er beendete das Rennen als Zweiter hinter Lars Burgunder.

Moderator musste helfen

Bei den Starts zur Mannschaftsverfolgung fehlten jeweils Helfer, so dass einspringen musste, wer sich gerade in der Nähe befand – wie zum Beispiel Moderator Franco Marvulli, der dazu das Mikrofon niederlegen musste. Bei der Hauptprobe für die Bahn-Europameisterschaften (14 bis 18 Oktober) sprang also den Organisatoren von Swiss Cycling und vom Velodrome Suisse die Kette ein paar mal vom Ritzel. Positiv gesagt: Man weiss jetzt, was für den kommenden internationalen Grossanlass besser werden muss.