Einkaufen in Grenchen

Für den Optiker in dritter Generation gilt das Motto: «Sehkomfort ist Lebensqualität»

Martin Banz in seinem Optik-Fachgeschäft in der Marktpassage.

Martin Banz in seinem Optik-Fachgeschäft in der Marktpassage.

Martin Banz führt das Geschäft Banz Optik in der Marktpassage in Grenchen bereits in dritter Generation. Als Fachmann setzt er auf Qualität und individuelle Korrekturen.

Auf die Frage, ob er ein teurer oder ein billiger Optiker sei, antwortet Martin Banz wie aus der Pistole geschossen: «Ein Guter». Der 58-Jährige, dessen Optikergeschäft in der Marktpassage zu finden ist, hat sich nebst dem klassischen Brillengeschäft auf die Anpassung von Kontaktlinsen spezialisiert (siehe Box).

Banz macht kein Geheimnis daraus, dass der Preiskampf auch in seiner Sparte Thema ist. Die Kalkulation in einem Optikergeschäft sei einfach etwas anders, als in Läden, die zum Beispiel Kleider verkaufen. «Ich kann keine Verkäuferinnen anstellen, sondern benötige ausgebildetes Fachpersonal. Dementsprechend sind auch die laufenden Kosten höher.» Aktuell beschäftigt er eine 100%-Mitarbeiterin und zwei Teilzeitangestellte.

Auch sind die Brillenfassungen, die er einkauft, nicht gerade günstig. Dafür aber biete er Qualität und keine Massenware. «Meine Kundschaft ist sehr gemischt. Das ist eine Herausforderung. Jemandem eine Brille zu verkaufen, ist in erster Linie ein psychologisch spannender Prozess, denn jeder Kunde ist speziell.»

Man geht mit der Zeit

Das Brillentragen habe sich über die Jahre verändert, so der Fachmann. Brillen seien den aktuellen Modetrends unterworfen, mit wenigen Ausnahmen. «Es gibt die sogenannten Kult-Brillen, die sich über Jahrzehnte halten, wie gewisse Modelle der Ray-Ban Sonnenbrillen. Aber in der Regel kommen alle Jahre neue Modelle auf den Markt.»

Auch die Materialien, aus denen die edlen Gestelle gefertigt sind, gehen mit der Zeit. «Das geht vom ultraleichten Titan über exklusive, handgefertigte Modelle aus Holz und Horn, zu Brillen, die in 3-D-Druckern gefertigt werden oder sogar solchen aus Papier.» Momentan sei allerdings eher Retro-Stil angesagt, runde Formen in Kunststoff, Gold oder Silber.

Modelle, die hier nicht mehr aktuell sind, bringt Martin Banz nach Rumänien, wo sie für sozial Schwächere verwendet werden können.

Möglichst gute, individuelle Korrekturen

In erster Linie gehe es ihm darum, Sehschwächen bestmöglich zu korrigieren. Das Motto «Sehkomfort ist Lebensqualität» beschreibt die Philosophie, mit der Martin Banz arbeitet. Er setzt auf höchste Qualität bei der individuellen Anpassung an das jeweilige Auge.

Banz-Optik hatte beispielsweise als erstes Fachgeschäft in Grenchen ein Gerät der neusten Generation zur Messung der Zentrierdaten für individuelle Varilux-Gleitsichtgläser. Die Gläser werden hauptsächlich in der Schweiz geschliffen.

Auch bei den Kontaktlinsen setzt Banz auf Individualität. Die Möglichkeiten für Korrekturen seien bei Linsen noch grösser, als bei Brillen. Es gebe Kontaktlinsen für trockene oder tränende Augen, für solche, die mehr Sauerstoff benötigen und spezielle Linsen zur Behandlung von Krankheiten der Hornhaut oder bei Verletzungen nach Unfällen oder nach Hornhauttransplantationen. «Man kann fast alles korrigieren, es gibt sogar Kontaktlinsen für Gleitsichtkorrekturen.»

Aber umso wichtiger ist eine massgeschneiderte und perfekt auf die Bedürfnisse des Kunden abgestimmte Linse – schlecht angepasste Kontaktlinsen können sogar gesundheitsgefährdend sein.» Unter diesem Blickwinkel hat Banz Mühe mit den Billigangeboten aus dem Internet. «Ab und zu habe ich natürlich auch Kunden, die schlechte Erfahrungen gemacht haben, sei es mit Billig-Linsen, die sie online gekauft haben. Oder es kommen Kunden zu mir, die bei der Konkurrenz nicht zufriedengestellt wurden.»

Konkurrenz ist spürbar

Stichwort Konkurrenz: Beklagen könne er sich nicht. Wenn auch die Konkurrenz spürbar sei. «Wir Optiker waren lange Zeit verschont von grossen Ketten wie Fielmann, die zum Teil günstigere Preise haben. Jetzt müssen wir damit leben.» Wie in anderen Branchen im Discountbereich werde oft beim Personal gespart.

Jedoch würden auch dort gute Leute ausgebildet, die wichtig seien für den Augenoptikermarkt, stelle er fest. «Eine meiner drei Angestellten hat ihre Ausbildung bei Fielmann absolviert, sie ist eine ausgezeichnete Fachkraft.»

Hingegen sei in Grenchen seiner Meinung nach die oberste Grenze erreicht. Zwei Fachgeschäfte – seins und das von Beat Horisberger, der wie er einen Abschluss mit Fachausweis und das Meisterdiplom vorzuweisen habe, dazu ein Geschäft der Schweizer Kette McOptik und das Optik-Geschäft Optissimo, seien ausreichend für diese Stadt.

Keinen Illusionen nachhängen

Zur Einkaufssituation in Grenchen hat Martin Banz eine klare Meinung: «Man könnte vielleicht mehr machen. Leere Ladenflächen und Geschäftslokale sind schlecht. Aber man muss sich einfach von der Idee lösen, Grenchen werde jemals eine Stadt zum Flanieren.» Grenchen habe keine Altstadt, auch keinen See- oder Flussanstoss. Aber die Stadt habe andere Vorteile, so Banz. Beispielsweise Parkplätze in ausreichender Zahl.

«Natürlich soll man alles dafür tun, die Stadt attraktiver zu machen. Aber man muss dabei realistisch bleiben. Grenchen hat eine grosse Anzahl cooler Anlässe, wie Rock am Märetplatz, die Kürbisnacht, das Grenchner Fest und nicht zu vergessen den Wochenmarkt. Dafür sollte man die Energie aufwenden.»

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