Thomas Christen ist Vorstandsmitglied und Kassier der Bettlacher Fasnachtszunft «Die zünftigen Bettlacher», einer Zunft, die 2014 gegründet wurde und die jetzt den Mooreball wieder zurück in die Klemenzkirche bringen will. 2014 gab die Bettlacher Guggenmusik «Babeli-Gugger» ihre Auflösung bekannt. «Wir waren eine Gruppe von jungen Leuten, die gerne Fasnacht machen. Aber um in einer Guggenmusik mitmachen zu können, muss man ein Instrument spielen können, und zwar ziemlich gut, heutzutage. Viele von uns sind dazu nicht in der Lage, aber wir wollten trotzdem mithelfen, die Bettlacher Fasnacht mitzugestalten und bestimmte Anlässe durchzuführen», sagt Christen.

Also wurde die Zunft gegründet und sie organisierte erstmals vor zwei Jahren das Bööggverbrennen. «Mittlerweile haben wir schon 17 Mitglieder.»

Die Zunft hat es sich zum Ziel gesetzt, kulturelle Anlässe in Bettlach zu erhalten, wie Christen erklärt: «Gerade die Fasnacht beinhaltet viel Traditionelles, und da gehört der Mooreball vom Fasnachtsmontag sicherlich dazu.» Aber ein Mooreball, der nicht in der Klemenzkirche stattfindet, sei irgendwie kein Mooreball (siehe Kasten). 

Man war sich einig, dass der Fasnachtsball wieder zurück zu seinen Wurzeln gebracht werden müsse, denn die letzten Jahre hatte er in der Musikbar des «Kakadus» in kleinerem Rahmen stattgefunden. «Wir suchten das Gespräch mit dem Kirchgemeinderat und man hiess uns willkommen. Schliesslich sind auch viele junge Katholiken in unserer Zunft.»

Man muss Sorge tragen

Die Kirchenverantwortlichen zeigten sich bereit, einer Durchführung des Balls in ihrem Haus zuzustimmen. Zwar sei der Kirchgemeinderat noch ein wenig skeptisch, aber Christen, der das Organisationskomitee präsidiert, ist davon überzeugt, dass man sicher nach einer erfolgreichen ersten Durchführung positiv in die Zukunft blicken dürfe. «Man hat uns auch keine eigentlichen Auflagen gemacht, sondern nur daran erinnert, dass die Renovation viel Geld gekostet habe und sie die Verpflichtung hätten, Sorge zu dem geschützten Gebäude zu tragen.»

Die «zünftigen Bettlacher» trügen das Risiko und seien haftbar für Beschädigungen und daraus entstehende Kosten, so Christen. Um dies möglichst zu vermeiden, werde beispielsweise der ganze Boden abgedeckt. Thomas Christen: «Wir haben bereits sehr viel Vorarbeit geleistet. Die ganze Dekoration ist so ausgelegt, dass sie gleichzeitig einen gewissen Schutz bietet, stabil und wiederverwendbar.» Dank des Stocks, den ihnen die Vorgänger «Fönny mönday» hinterlassen hätten, sei das finanziell machbar gewesen.

Back to the roots

Das Motto des Mooreballs lautet «Back to the roots». Nachdem bei den letzten Jahren das Thema «Hawaii» zelebriert worden sei, wolle man nun tatsächlich zurück zu den Wurzeln und die «Moore», die Muttersau, wieder in den Mittelpunkt stellen, erklärt Christen. «Im Saal soll richtiges BauernhofFeeling aufkommen, mit der ‹Moore› im Mittelpunkt. Darauf haben wir unsere Deko abgestimmt.» Im besten Fall rechnet Christen mit 250 Gästen.

Drei Guggenmusiken werden nebst DJ Dänu S., einem Seeländer DJ, für die musikalische Untermalung sorgen. Die Krachwanzen Bettlach und die Schnabuwetzer Selzach hätten bereits zugesagt, mit den Bellacher Schwarzmeerfröschen sei man noch am verhandeln, so Christen.

Ab 16 Jahren und für Fr. 7.95

Aber auch in anderen Bereichen will man wieder zurück zu den Wurzeln. So wird das Mindestalter für den Eintritt wieder auf 16 gesenkt. Um dem Ausschankgesetz Genüge zu tun, werden die Youngsters mit speziellen Bändeli ausgerüstet. Eine Sicherheitsfirma wurde engagiert, um den reibungslosen Einlass und die Security zu gewährleisten. Der Eintrittspreis wird auf legendäre Fr. 7.95 gesenkt. Speziell für ältere Semester, die zwischendurch dem Lärm etwas entfliehen möchten, wird die Kaffeebar wiederbelebt. Dort soll man in Ruhe seine Mehlsuppe schlürfen können.

«Unser Ziel ist es auch, einen Fasnachtsanlass für alle Generationen zu organisieren.» Die Höllefuer in der Büelenhalle am Freitag mit Eintritt ab 18 sei eher etwas für die Jungen und ziehe Leute aus der ganzen Region an. Aber jüngere, die vielleicht noch in der Lehre oder Schule seien, hätten sonst eigentlich nur die Strassenfasnacht in Solothurn, wo sie feiern können. «Wir bieten den jungen Bettlachern, aber auch älteren Semestern, die gerne Guggenmusik hören, eine gute Alternative.»

Mooreball, am Montag, 8. Februar, ab 21 Uhr im Saal der Klemenzkirche Bettlach.