Für eine Feuerwehrübung könnte man sich wahrhaft besseres Wetter aussuchen. «Doch in der Realität müssen wir auch mit allen Verhältnissen klarkommen, in diesem Sinne ist das gar nicht schlecht», meinte Feuerwehrkommandant Thomas Maritz, der am Montagabend zusammen mit einigen Feuerwehrkollegen bei strömendem Regen und Sturmböen die grosse Feuerwehrübung vorbereitete.

Zwei schrottreife Autos wurden dazu auf der Solothurnstrasse platziert, eines davon noch mit dem Gabelstapler auf die Seite gelegt. Übungsanlage: Zwei Fahrzeuge kollidieren mit je 60 km/h frontal. Die beiden Lenker - gespielt von zwei Feuerwehrleuten - sind schwer verletzt und müssen aus den verkeilten Fahrzeugen geborgen werden.

Einige Minuten nach der «Kollision» trift das erste Feuerwehrauto ein und beginnt die Unfallstelle zu sichern. Bald danach wimmelt es auf dem Platz von Feuerwehrleuten. Jeder und jede muss wissen, was zu tun ist. Während die ersten die Kommunikation mit den «Opfern» aufnehmen, wird auf der Solothurnstrasse ein Einbahnregime mit Verkehrsregelung eingerichtet.

Rettungsübung 2018 der Feuerwehr Grenchen

Rettungsübung 2018 der Feuerwehr Grenchen

Bald scheint klar, dass die im Fahrzeug verkeilten Opfer nur mit schwerem Gerät zu bergen sind. Doch bevor die Hydraulikschere und der Spreizer zum Einsatz kommen können, müssen die Autos gesichert werden. Das auf der Seite liegende Fahrzeug erhält Stützen, damit es sich nicht mehr bewegt. Die Elektrik der Autos wird abgehängt, die nicht ausgelösten Airbags neutralisiert.

Erst danach kann behutsam mit der Bergung begonnen werden. Inzwischen ist auch die Unfallstelle beleuchtet, dazu wird extra ein Stromgenerator mitgeführt.
Das Wetter wird vorerst nicht besser. Regen peitscht in die Gesichter der Feuerwehrleute, denen die Anstrengung anzusehen ist. Nicht alles geschieht mit hydraulischer Hilfe. Für das aufsägen der Autoscheibe ist Muskelkraft gefragt. Am Strassenrand sammeln sich Schaulustige, die sich vom garstigen Wetter nicht abhalten lassen. Nach 23 Minuten ist der erste Fahrzeuginsasse geborgen, was der Kommandant bei der anschliessenden Übungsbesprechung als gute Zeit bezeichnet.

Lob und Kritik

Beim zweiten Fahrzeug läuft es weniger rund, hier müssen sich die Beteiligten auch Kritik hinsichtlich der Organisation der Arbeiten anhören. «Es wäre auch hilfreich gewesen, wenn es früher mehr Licht gehabt hätte», sagt Maritz zum versammelten Korps. Insgesamt zeigt sich der Kommandant aber mit dem Verlauf der Übung zufrieden.

Über 30 Feuerwehrleute waren an diesem Abend mit mehreren Fahrzeugen im Einsatz. Man habe das Thema Unfallrettung während des ganzen Jahres immer wieder instruiert, die Übung vom Montag war nun sozusagen die Hauptprobe.