Die statutarischen Geschäfte an der Generalversammlung des Vereins «Freunde Sommeroper Selzach» wurden zügig behandelt. Danach kamen die zahlreich erschienenen Mitglieder in den Genuss einiger Kostproben aus der Oper «l’elisir d’amore» (der Liebestrank) von Gaetano Donizetti, welche am 5. August im Selzacher Passionsspielhaus Premiere feiern wird.

Seit 1991 verpflichten sich die Freunde Sommeroper Selzach, die jeweiligen Inszenierungen mit nennenswerten Beiträgen zu unterstützen. Sie sind einer der bedeutendsten Förderer der Sommeroper. Neben Gratiseintritten an der Sommeroper und ausgesuchten anderen Anlässen erhalten die Mitglieder für ihr Engagement vertieften Einblick in die jeweiligen Produktionen. Die Generalversammlung findet traditionellerweise im Grenchner Parktheater statt.

Vereinspräsidentin Anna Messerli konnte das Anwachsen auf 171 Mitglieder vermelden. «Trotzdem dürfen wir uns nicht auf den Lorbeeren ausruhen. Die Mitgliederwerbung ist und bleibt die wichtigste Aufgabe», mahnte sie. In ihrem Jahresbericht erwähnte sie insbesondere den Besuch zweier Rossini-Aufführungen im renovierten Stadttheater Solothurn sowie die Besichtigung des umgebauten Passionsspielhauses. Im Weiteren erinnerte sie daran, dass sie als Interimspräsidentin amte (seit 2011) und gerne einer neuen Kraft Platz machen würde.
Kassier Jürg Frutig konnte eine Punktlandung bei der Rechnung präsentieren (plus 130 Franken). Die Versammlung genehmigte sodann einstimmig einen einmaligen Betrag von weiteren 25'000 Franken an die Sommeroper.

Spannend: Einblick und Häppchen

Der Verantwortliche für das Bühnenbild, Oskar Fluri, gab den Anwesenden in einem spannenden und unterhaltsamen Vortrag Einblick in das Werk und die geplante Ausstattung. Er habe sich von den Wasserlandschaften der Po-Ebene mit ihren Reisfeldern beeinflussen lassen. «Der Liebestrank» spielt bekanntlich auf einem Gutshof des 19. Jahrhunderts in dieser Region. Das Stück ist zwar auf den ersten Blick relativ einfach gestrickt, auf der psychologischen Ebene geschieht aber einiges», führte der ehemalige Kanti-Lehrer, der 2013 für seine Bühnenbilder mit dem kantonalen Kulturpreis bedacht wurde, weiter aus. Auch dies habe man in die Arbeit einfliessen lassen, ebenso wie die Veränderungen im Zug der Industrialisierung.

Schliesslich durfte bereits am Liebestrank genippt werden. Die Solistinnen und Solisten der Oper gaben nämlich einige ausgewählte Arien zum Besten. Regisseur Thomas Dietrich betonte, dass die Aufführung zwar in der italienischen Originalfassung gesungen werde, dass man aber mit einigen dramaturgischen Kniffen auch die Deutsche Sprache integriert habe. «Junger, armer Landarbeiter trifft reiche, schöne Gutsherrin. Sie verlieben sich». So lautet die Kürzestversion von Donizettis viel gespieltem Meisterwerk. Die eindrückliche Darbietung der Protagonisten Adina (Deborah Leonetti), Nemorino (André Grass und Dino Lüthy), Belcore (Aram Ohanian), Dulcamara (Nikolaus Meer) und Giannetta (Astrid-Frédérique Pfarrer) auf der Bühne des Parktheaters lässt jedoch erahnen, dass die beiden einiges durchzustehen haben, bis sie zueinanderfinden.

Weitere Infos: www.sommeroper.ch