Bettlach fährt ein Sonderzüglein: In den Regelklassen wird integriert unterrichtet, die Kleinklasse wird aber dennoch in einer Übergangsphase weitergeführt. Das Auslaufmodell Kleinklasse wird in den Schuljahren 2011/2012 mit 10 Schülerinnen und Schülern und 2012/2013 mit 8 Schülerinnen und Schülern noch beibehalten. Der Kanton hatte das Nebeneinander der beiden Formen ausnahmsweise bewilligt. Aber er sieht im Stundenplan für die Kleinklassen keinen Französischunterricht vor und bietet für die Übergangsphase nur mangelhafte Lösungen an. So soll für den Französischunterricht von den Deutschstunden ein Teil abgezwackt werden, was aber laut Schulleitung und Bildungsausschuss nur nachteilig wäre, da die Kinder auch das volle Pensum Deutsch benötigten. Beim Übertritt in die Sek B haben die Kinder folglich schlechtere Voraussetzungen, als Kinder aus Regelklassen mit integriertem Unterricht, wo Französisch auf dem Stundenplan steht.

Die Eltern der Kleinklasse hatten sich dafür ausgesprochen, dass ihre Kinder seit September 2011 zusätzlich eine Lektion pro Woche Französisch erhalten, welche sie bis jetzt selber bezahlten. Die Schulleitung stellte nun den Antrag, dass diese nicht subventionierten Lektionen von der Gemeinde zu bezahlen seien. Die Fraktionen der CVP, SP und FDP plädierten für den Antrag und argumentierten mit der Chancengleichheit, die man den Kindern bieten müsse. Einzig die SVP-Fraktion stellte sich dagegen. Thomas Eberhard meinte, Chancengleichheit sei zwar gut, aber er befürchtete, die Kinder würden in noch grössere Probleme manövriert und plädierte dafür, konsequent die Richtung des Kantons zu verfolgen. Mit sieben gegen zwei Stimmen bei einer Enthaltung bewilligte der Gemeinderat schliesslich den Nachtragskredit und den Beitrag für das Budget 2013 von 12400 Franken.

Arbeitsgruppe noch nicht gewählt

Eigentlich hätte die vorbereitende Arbeitsgruppe zur Ortsplanungsrevision an dieser Gemeinderatssitzung konstituiert werden sollen. Vorgesehen war, je ein Mitglied aus den Fraktionen und vier Personen aus der Planungs- und Umweltkommission und der Baukommission zu wählen. SVP-Gemeinderat Leonz Walker stellte den Antrag, auf die Mitglieder der Fachkommissionen zu verzichten und lediglich eine Arbeitsgruppe aus politischen Behördenmitgliedern zu bilden, die vom Bauverwalter und einem externen Planer bei ihrer Arbeit beratend unterstützt werden soll. Die Gemeindeverwaltung soll nun die beiden Varianten mit den Kostenfolgen ausarbeiten und dem Gemeinderat an der nächsten Sitzung zur Abstimmung vorlegen.

Gute Schule, wenig Empfehlungen

Schulleiter Dieter Schoch und Gemeinderätin Barbara Leibundgut, die Beauftragte für Bildung, stellten dem Gemeinderat die Ergebnisse der externen Evaluation der Bettlacher Schulen vor. Diese hatte bereits letzten Sommer begonnen und wurde vor Kurzem abgeschlossen. Fazit: Die Schulen Bettlach stehen überdurchschnittlich gut da. Es besteht nirgendwo dringender Handlungsbedarf, an den bestehenden Strukturen und der Organisation, wie auch bei der internen und externen Kommunikation etwas zu ändern. Verbesserungen seien immer möglich, meinte Leibundgut. Von daher sei sie sehr enttäuscht über die mageren Empfehlungen, die der Schlussbericht mit sich bringe. «Es ist sehr bedauerlich. Für uns ist etwas wenig Fleisch am Knochen, wir hätten gerne mehr Empfehlungen erhalten. Wir mussten die Massnahmen zu möglichen Verbesserungen förmlich suchen». Das Ergebnis stehe in keinem Verhältnis zum riesigen Arbeits- und Zeitaufwand, der für die Evaluation erforderlich gewesen sei. Eine entsprechende Rückmeldung wird in Angriff genommen, zumal Bettlach nicht die einzige Gemeinde sei, die mit dem Verfahren nicht sonderlich glücklich sei, erklärte Gemeindepräsident Hans Kübli.