Weil François Scheidegger (FDP) kurzerhand und ohne Begründung ein Wahlpodium mit Gegenkandidat Boris Banga (SP) beim Lokalfernsehsender «Telebielingue» hat platzen lassen und auch nicht gedenkt, an einem öffentlichen Streitgespräch des Grenchner Tagblatts teilnzunehmen, gerät er bei Teilen der Wählerschaft in die Kritik.

Nachdem das Grenchner Tagblatt in seiner gestrigen Ausgabe bekannt machte, dass Scheidegger gemäss eigenen Worten nicht an «Zirkusveranstaltungen» teilnehmen will, häufen sich vor allem im sozialen Netzwerk Facebook die Kommentare, die dem bürgerlichen Stapikandidaten ein Eigentor vorwerfen.

«Eine fragliche Haltung» unterstellt die Partei des Stadtpräsidenten dem ehemaligen Stadtschreiber. Weiter geht die SP Huttwil, die schreibt: «Was man davon halten soll? Dass er Schiss hat, dumm auszusehen - wohl berechtigt.»

«Punkt für Boris»

Mehrere mit Boris Banga befreunde Facebooknutzer sind überzeugt: «Ein Punkt für Boris. Mindestens.» Sicher ist man, dass sich Scheidegger selbst einen Bärendienst erwiesen hat. Teilweise werden sogar derart diffamierende Ausdrücke zum FDP-Kandidaten gemacht, dass sie an dieser Stelle nicht wiedergegeben werden können. Die Halbanonymität des Internets scheint richtiggehend zu beflügeln: Einige Nutzer gehen sogar so weit, gleich die ganze FDP als gesichtslose Partei zu beschimpfen. Ortsparteipräsident Alexander Kohli ist allerdings derzeit auf Geschäftsreise und für keine Stellungnahme zu haben.

Sicher ist dennoch: François Scheidegger ist nicht nur FDP-Kandidat, sondern Kandidat aller bürgerlichen Stadtparteien. In deren eigenen Reihen wurde bereits früher der Wunsch nach einem öffentlichen Podium laut. Ein Wunsch, den nun der eigene Kandidat nicht zu erfüllen gedenkt. (fup)