Mit dem Engagement von Irene Brügger-Hodel setzten die Verantwortlichen der «Zähnteschür Bettlach» wieder einmal auf das richtige Pferd, tschuldigung: auf das richtige Frölein natürlich. Denn das Frölein Da Capo hat es wirklich drauf. Ihre Stimme ist schlicht eine Wucht. Klavier und Gitarre beherrscht sie, an Trompete und Euphonium weiss sei sich auszudrücken.

Ihre selbstgeschriebenen Lieder kommen nun nicht gerade tiefgründig-philosophisch daher. Das ist aber auch nicht der Anspruch, obwohl sie gegenüber Journalisten schon mal mit «der versteckten Botschaft» kokettiert. Meisterhaft weiss sie indes mit der Sprache umzugehen. Reimen kann sie nämlich mehr als nur ordentlich, nur hält sie sich nicht sklavisch an ein Schema, sondern scheut sich auch nicht, mal zu deftigeren Ausdrücken zu greifen, wenn ihr dies als geeignetes Mittel erscheint.

Ihre anekdotischen Songs sind aus dem Leben gegriffen, man wie frau fühlt sich des Öfteren angesprochen. Wortwitz, treffende Pointen, das burschikos-freche Geplauder mit dem Publikum zwischen den Stücken, eine gehörige Portion Selbstironie und ihr umwerfender Charme, erlauben es dem Frölein «ungestraft» Spitzen zu setzen, gegen die holde Männlichkeit, deren Eigenarten und Unarten, gegen die Verwandtschaft, die Wanderwut, nichtssagende Schlager-Theatralik und so vieles mehr.

Und dann wäre da noch dieser Loop-Sampler, den das Frölein so meisterhaft beherrscht. Damit kreiert sie ihren Chor, ihr Orchester und das Publikum kann ihr bei der Komposition dieser Background-Musik fasziniert zuschauen; ein Publikum, das übrigens schon sehr schnell der Faszination dieser Ein-Frau-Band erlegen ist.

Die gebürtige Willisauerin ist in vielen musikalischen Sparten zu Hause. Den Soul singt sie herzergreifend, den Blues eben wie er gesungen werden muss. Dazu spielt sie sich durch Balladen, rockt schon mal oder gibt einen erfrischenden Jodel von sich. Wie sie das alles dann auch noch in einem Stück- angereichert mit reichlicher und passender Mimik und Gestik- zum ultimativen, universellen Liebeslied mit nur zwei Wörtern (Oh Baby) zusammenfügt, ist einfach grosse Klasse.

Das pralle Programm «Nöies Zöigs» hält aber auch philosophisch-pädagogische Anleitungen à la Frölein bereit. So machen wir uns auf dem Schafott Gedanken darüber, wieso wir sind, was wir sind und Mann versteht endlich die weibliche Denkweise.

Schliesslich verabschiedet sich das Frölein mit Janis Joplins «Me and Bobby McGee» und einer weiteren Kostprobe ihrer urwüchsigen Stimmkraft.