«Es geht mir schlecht», sagt Kurt Fluri unumwunden. «Ich bin enttäuscht. Ich habe mehr erwartet.» Alle hätten ihm gesagt, dass es im zweiten Wahlgang vielleicht nicht zum Sieg reicht, aber der Abstand zu Pirmin Bischof viel knapper ausfallen wird als im ersten Wahlgang. «Dass das nicht eingetreten ist, gibt mir zu denken.»

Warum er so viel weniger Stimmen erhalten hat als Pirmin Bischof von der CVP, kann sich Fluri nicht erklären. «Ich weiss nicht, ob zahlreiche Freisinnige nicht wählen gingen.» Auch hätten ihm unzählige Sozialdemokraten und auch Grüne vor dem zweiten Wahlgang versichert, dass sie ihm die Stimme geben. «Möglicherweise blieben auch sie der Urne fern», sinniert Fluri im Gespräch. «Vielleicht lag es aber auch an meiner Person. Das muss ich mich fragen. Jedenfalls gratuliere ich Pirmin Bischof herzlich. Es war ein fairer Wahlkampf.»

Regierungsrat kein Thema

Kurt Fluri glaubt nicht, dass er oder seine Partei vor dem zweiten Wahlgang etwas falsch gemacht haben. So hätten sie viele Unterstützungskomitees gegründet oder Inserate geschaltet. «Ich weiss nicht, was wir noch mehr hätten machen können.» Dass Fluri nebst dem Bucheggberg auch in «seiner» Stadt Solothurn vor Bischof lag, tröstet ihn nicht über die herbe Niederlage hinweg.

Kurt Fluri bleibt Stadtpräsident von Solothurn und für die nächsten vier Jahre auch Nationalrat. Auf die Frage, ob er für die Regierungsratswahlen 2013 kandidieren wird, winkt der 56-Jährige vehement ab. «Das ist nach diesem Wahlresultat kein Thema für mich. Auch bin ich dann zu alt.» (sff)