Grenchen

Feuerwehrgebäude stehen unter Quarantäne: Wegen Corona gibt es keine Hauptübung

Die Feuerwehr ist bei den Kleinen hoch im Kurs. (Archivbild)

Die Feuerwehr ist bei den Kleinen hoch im Kurs. (Archivbild)

Weitere Grenchner Veranstaltungen fallen Corona zum Opfer: Sowohl die Hauptübung der Feuerwehr als auch die Bergchilbi des Jodlerklubs Bärgbrünnli werden abgesagt.

Bereits seit März ist der ordentliche Dienstbetrieb der Feuerwehr Grenchen eingestellt. Wie Thomas Maritz, Kommandant der Feuerwehr Grenchen und Sicherheitsbeauftragter der Stadt erklärt, heisst das konkret, dass seit März keine Feuerwehrübungen mehr stattfinden, die ganze Ausbildung also weitgehend ruht. Auch das Feuerwehrausbildungszentrum IFA in der Klus Balsthal sei erst seit kurzem wieder geöffnet und habe erst einige wenige Kurse durchgeführt, unter einem strengen Schutzkonzept der Solothurner Gebäudeversicherung als oberste Feuerwehrinstanz im Kanton, sagt Maritz. Diese habe die dringende Empfehlung kantonsweit an alle Feuerwehren herausgegeben, im Moment auf Übungen zu verzichten und die Schutzkonzepte streng zu befolgen.

Die Einsatzkräfte der Grenchner Feuerwehr kommen lediglich bei Ernstfällen zum Einsatz. Und auch hier werde darauf geachtet, dass sich das Sars-CoV-2-Virus nicht innerhalb der Mannschaften verbreiten könne, sollte sich ein Feuerwehrmann oder eine Feuerwehrfrau infizieren: «Wir haben vier Tagesgruppen im Einsatz, die sich nicht durchmischen, das heisst nicht zusammen arbeiten und sich nicht begegnen. In der Regel reicht das für normale Einsätze. Sollte ein grösseres Aufgebot an Einsatzkräften nötig sein, achten wir auf Social Distancing.» Nach jedem Einsatz werden ausserdem Material und Fahrzeuge desinfiziert – eine Massnahme, die wohl auch für längere Zeit beibehalten werde, sagt der Feuerwehrkommandant. «Wenn wir mit dem Coronavirus infizierte Feuerwehrleute hätten, müssten wir die ganze Feuerwehr Grenchen schliessen, was ja nicht geht.»

Feuerwehrgebäude stehen unter Quarantäne

Die Feuerwehrgebäude stehen seit März bis frühestens 11. August unter Quarantäne. Das heisst, ausser Kommandant Thomas Maritz und dessen Stellvertreter Michael Stuber würden sich dort keine Personen bewegen, die dort nichts zu suchen hätten. «Mit diesen Massnahmen konnten wir glücklicherweise verhindern, dass Feuerwehrangehörige das Virus im Feuerwehrkreis verschleppen können.»

Keine Hauptübung in diesem Jahr

In Zusammenarbeit mit den Kategorie 5-Feuerwehren, dem Stadtpräsidium und der Solothurnischen Gebäudeversicherung habe man nun entschieden, auf die geplante Hauptübung vom 19. September 2020 zu verzichten. «Die momentane Situation rund um das Coronavirus und dem künftigen und ungewissen Verlauf stellt für uns ein zu hohes und unnötiges Risiko dar», heisst es in einem Schreiben von Maritz an die Redaktion des «Grenchner Tagblatts». Des Weiteren sei ohnehin nicht die Zeit, um Feste zu feiern. «Nicht zuletzt aus Anstand gegenüber den vielen Organisationen und Vereinen, die ihrerseits ihre Festivitäten ab­sagen mussten», sagt Maritz. Er freue sich aber schon jetzt auf die Hauptübung nächstes Jahr, die «umso grösser und imposanter» sein werde.

Auch keine Bergchilbi auf dem Stierenberg

Die traditionelle Bärgchilbi des Jodlerklubs Bärgbrünnli Grenchen vom 8. und 9. August 2020 könne leider auch nicht durchgeführt werden, teilt der Klub in einer Medienmitteilung mit.

Lange Zeit habe man noch hoffen können, dass der Anlass durchgeführt werden könne. Aufgrund der jetzigen Situation sei der Verein aber zum Entschluss gekommen, dass eine Chilbi dieses Jahr nicht durchführbar sei. Die Vorbereitungsarbeiten für die diesjährige Bergchilbi würden nun eingestellt und der Jodlerklub könne seine Gäste erst wieder 2021 auf dem Stierenberg begrüssen.

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