Neue Sektion

Ferenkeh Tarawally gründet Grenchner EVP – Partei setzt sich für sozialen Ausgleich ein

Ferenkeh Tarawally hat die Lokalpartei gegründet.

Ferenkeh Tarawally hat die Lokalpartei gegründet.

Die EVP will in der Lokalpolitik mitreden. Ferenkeh Tarawally hat mit Familie und Freunden die EVP Grenchen gegründet. Die Sektion will bei den Gemeindewahlen im Frühling gleich mit einer eigenen Liste antreten.

«Die Idee in Grenchen eine Sektion der Evangelischen Volkspartei zu gründen, kam mir, als ich vor vier Jahren zum ersten Mal für den Kantonsrat kandidiert habe», sagt Tarawally. Er ist Vorstandsmitglied der EVP Kanton Solothurn und steigt auch für die nächste Legislaturperiode ins Rennen um einen Kantonsratssitz. «Die Verbindung von Mensch und Umwelt mit einer christlichen Grundhaltung, für die die EVP einsteht, ist in unserer Technologiestadt ganz besonders wichtig.»

Eine Stimme für die von Armut bedrohten

Ausserdem gebe es in Grenchen Bevölkerungsschichten, denen bisher eine Stimme fehlt und für deren Anliegen die EVP eintreten will, erklärt er. Zum Beispiel jene Familien und Einzelpersonen, die vom Überlebenskampf völlig in Anspruch genommen und stets von Armut bedroht sind. Gerade jetzt sei die Lage für sie schwierig.

So hat er sich vor einigen Wochen mit Gleichgesinnten zusammengesetzt, um Nägel mit Köpfen zu machen. Für den Gemeinderat wollen sechs Personen kandidieren: Christiane Giovannini, Matthias Wettstein, Ueli Zumstein, Ursi Zumstein, Esther Zumstein-Tarawally und natürlich Ferenkeh Tarawally selbst. Auf der Liste der Sympathisanten stünden bereits rund drei Dutzend Namen, freut sich Tarawally.

Altbauten sanieren statt neu bauen

Eine eigentliche Gründungsversammlung habe situationsbedingt noch nicht stattfinden können. Das wolle man im Januar oder Februar nachholen. Das Ziel für die Wahlen Ende April: ein Gemeinderatssitz.

«Im Zentrum steht für mich die Solidarität. Anders kommen wir in dieser Stadt nicht weiter», ist der Parteivertreter überzeugt. «Man muss Kompromisse ausarbeiten und dann auch einhalten.» Der herrschende Bauboom ist Tarawally ein Dorn im Auge. «Statt Häuser auf die grüne Wiese zu klotzen, soll die Stadt griffige Anreize zur Sanierung der Altbauten schaffen», fordert er. Damit würde das Überangebot an Wohnungen im untersten Preissegment endlich reduziert und damit der Druck auf den Sozialstaat.

Macht der GRK soll eingeschränkt werden

Ausserdem sei es wichtig, Projekte für Randgruppen zu lancieren. Auch die politische Ordnung der Stadt benötigt in Tarawallys Augen Reformen. Die Machtfülle der Gemeinderatskommission scheint ihm ein Relikt aus vergangenen Zeiten zu sein. «Wir brauchen einen starken Gemeinderat und nicht einen, der von der GRK an der Leine geführt wird.»

Im Bildungsbereich wolle sich die EVP für Chancengleichheit einsetzen, schon im Kleinkindalter. Das Wichtigste sei die Kenntnis der deutschen Sprache, betont Tarawally. Das weiss er aus eigener Erfahrung. Mit Englisch konnte er den Alltag zwar bewältigen, doch die Integration geschah, indem er Deutsch lernte. Ab dem Schuleintritt brauche es zudem eine gute Aufgabenhilfe für Kinder aus bildungsfernen Familien.

Lieber Warten mit Bahnhofumbau

Die herrschende Krise nimmt der Sozialpolitiker zum Anlass, um die Verschiebung der Umgestaltung am Südbahnhof zu fordern: «Grundsätzlich ist das ein gutes Projekt, aber es kommt zum falschen Zeitpunkt. Jetzt benötigt Grenchen dieses Geld dringend, um den Ladenbesitzern und Gewerblern zu helfen, deren Existenzgrundlage dieses Jahr zusammengebrochen ist.»

Im aktuellen Informationsblatt der Kantonalpartei macht sich Ferenkeh Tarawally stark für die Kriegsgeschäfte-Initiative. Er berichtet von seiner Kindheit im kriegsgeplagten Sierra Leone. Auch ohne Investitionen in Rüstungsfirmen seien gewinnbringende Anlagen für die Pensionskassen möglich, argumentiert er mit Hilfe von Beispielen.

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