Am 18. Juli 1944 ist Max Tobler in Altnau am Südufer des Bodensees auf die Welt gekommen. Früh schon half er auf dem väterlichen Landwirtschaftsbetrieb mit. Einige Kühe und Pferde standen im Stall, vor allem aber galt es sich dem Obstbau zu widmen. «Bootsbauer, Maurer und Koch, waren meine Berufswünsche», erinnert er sich.

Durch einen Glücksfall fand er eine Lehrstelle an renommierter Adresse im Mövenpick am Paradeplatz in Zürich. Im Alter von 15 Jahren hat er dort die Koch-Lehre begonnen und nach drei Jahren hatte er das Kochdiplom in der Tasche. Schon vor der Rekrutenschule arbeitete er als Koch in einer Genfer Schönheitsklinik.

Französisch hat er in der Rhonestadt kaum gelernt, es wurde Deutsch und Englisch gesprochen. Nie vergessen hat er eine Begegnung mit Yul Brynner, der sich dort die Tränensäcke richten liess. Mit ihm und einer Krankenschwester hat er an einem langen Abend genüsslich eine Flasche Champagner genossen.

«Es war mir wichtig möglichst viele Zeugnisse von guten Adressen zu sammeln», erzählt er schmunzelnd. Deshalb war er als Wanderkoch zum Beispiel in Davos und Lugano tätig.

Verschiedene Stationen

Während seiner Arbeit im Aarauer Affenkasten, absolvierte er die Wirteprüfung. Als «Seebube» war Max Tobler geschickt im Umgang mit Schiffen. Er wurde zum geübten Segler und später Segellehrer. Lange Jahre hat er Schüler auf dem Bielersee ausgebildet. Einem seiner Berufswünsche frönte er schon als Jugendlicher. Mit Kollegen, Söhnen eines Boot-Bauers, entwarf er ein eigenes Regatten-Schiff.

Mit diesem Boot gewannen seine Freunde und er manche Rennen auf dem Bodensee. Ein Aufgebot an eine Weltmeisterschaft folgte. Die Tour nach Spanien war nicht wirklich erfolgreich. Das Leichtboot hatte auf den Meereswellen keine Chance. «Trotzdem habe ich damals erstmals das grosse Wasser gesehen», berichtet er und lacht. Mit dem Wirtepatent in der Tasche verspürte Max Tobler Lust auf grössere Unternehmungen.

Als Gerant arbeitete er im «Rössli» Nennigkofen und wirtete danach als Pächter auf dem Hohberg in Biberist. 1976, als die Flasche Bier noch rund Fr. 1.10 kostete und ein Menü für siebeneinhalb Franken zu haben war, hat er das Restaurant Gärtli in Grenchen von Ida Hirschi übernommen. 1985 hat er die Liegenschaft kaufen können.

Er erinnert sich noch gut an die Wohngemeinschaft mit seiner damaligen Ehefrau und dem «Hirschi Mueti», wie er die ehemalige Wirtin liebevoll nennt. Das Restaurant Gärtli wurde 1904 gebaut und gehörte damals Albert Fluri, wie eine alte Ansichtskarte beweist. Lange hat Tobler das «Gärtli» geprägt, vermietete es für zehn Jahre an ein chinesisches Wirtepaar, bis er es ab 2008 wieder selbst führte. Eine gute Küche ist ihm wichtig.

«Die Rolle als Gastgeber liegt mir», sagt Tobler und schwärmt vom Kreativen im Beruf. Allzu viel Schnickschnack auf dem Teller mag er aber nicht. Seine Kreativität hat er auch als Wachskunstgiesser ausleben können. Ein Schild am Nebengebäude weist auf den ehemaligen Nebenberuf hin.

Restaurant geht wieder auf

Wenn Max Tobler ab nächster Woche einfach einmal das Nichts-Tun zelebriert, werden viele Stammgäste das Ambiente im «Gärtli» vermissen. Toblers Lachen, seinen Humor und sein «Saali», wie er die Gäste begrüsste, aber auch seine beiden «Engel», die Servicefachfrauen Marianne und Sandra Wölfli, werden fehlen.

Eine überraschende Nachricht ist Max Tobler zu entlocken. Nach einer baulichen Verjüngungskur wird das «Gärtli» unter neuer Leitung Anfang Dezember wieder öffnen.