Grenchen

«Fast & Furious 7» sorgt für Schleudertraum(a) im Kino Rex

Im Foyer des Kino Rex: Der Film «Fast & Furios 7 lockt vor allem jüngeres Publikum in die Kinos.

Im Foyer des Kino Rex: Der Film «Fast & Furios 7 lockt vor allem jüngeres Publikum in die Kinos.

Die neuste Episode von «Fast & Furious» feierte am Mittwoch nicht nur in Grenchen Premiere. Ein Augenschein beim Kassenschlager, der über Ostern die Kinos füllt.

Velodrome hin, zwei Bahnhöfe her: Grenchen bleibt eine Autostadt, manche meinen gar, eine autoverrückte Stadt. Nirgends im Kanton sind so viele Fahrzeuge pro Kopf der Bevölkerung eingelöst, auffällig viele junge Secondos paradieren an lauen Sommerabenden mit ihren aufgemotzten Karrossen (oder denen des Daddys...) durch die Strassen Grenchens und lassen Basslautsprecher und Auspuffanlagen dröhnen. Und es dürfte wohl nur noch eine Frage der Zeit sein, bis die bürgerliche Mehrheit im Gemeinderat wieder genug Selbstvertrauen hat, um freie Fahrt auf dem Marktplatz anzubegehren.

Belächelt, aber begehrt

Ein heiliges Datum für Hardcore Autofans ist jeweils der Kinostart des Raserfilms «Fast & Furious», dessen neuste Episode auch in den Grenchner Kinos angelaufen ist. Von der Filmkritik nur belächelt, vermag er die Säle (nicht nur in Grenchen) wochenlang zu füllen und allein der Umstand, dass nun schon Folge 7 des Sequels über die Leinwand flimmert, spricht für sich.

Fast & Furios 7

Trailer zu «Fast & Furios 7»

Ein Augenschein an der Premiere im Kino Rex am Mittwoch zeigte allerdings nicht das Bild, das noch bei der Erstaufführung von «Fast and Furious 6» zu beobachten war. Damals ergoss sich die Schlange des Publikums bis hinaus auf die Bielstrasse und auch durch den Hintereingang auf die Breitengasse. Diesmal hielt sich das Anstehen in Grenzen. Kinobetreiber Angel Rodriguez zeigte sich trotzdem sehr zufrieden. «Für einen Mittwoch ist das sehr viel Publikum», meinte er.

Auch habe es sehr viele Reservationen für das Wochenende. In der Tat konnte sich die Kinobranche auf ein optimal verregnetes Osterwochenende freuen. Rodriguez hat den Film gleich in beiden Grenchner Kinos programmiert. Er läuft bis Ostermontag im Abendprogramm im Rex, im Palace an Nachmittagsvorstellungen und als Nocturne: Insgesamt zehn mal ist das «Oeuvre» über Ostern in Grenchen zu sehen.

In Memoriam Paul Walker

Ein Blick ins Kino-Foyer zeigt, dass ein erwartungsgemäss junges Publikum sich für die neues Folge von «Fast & Furious» interessiert. Nicht alle sind gleich auskunftsfreudig. Gelangweilt (oder «cool») aussehende junge Männer geben in gebrochenem Deutsch zu verstehen, dass sie sich über ihre cineastischen und automobilen Vorlieben lieber nicht äussern möchten. Die Popcornmaschine läuft derweil auf Hochtouren.

«Viel Action, schnelle und schöne Autos», das sind die Begriffe, die immer wieder Fallen. «Und natürlich Paul Walker und Vin Diesel», meint eine Frau mittleren Alters, die zusammen mit ihrem Bruder hier ist. Praktisch alle Befragten haben dabei auch alle sechs Folgen der bisherigen Serie gesehen.

Dass der Computer, bzw. die Brüder für die letzten Szenen des während den Dreharbeiten tödlich verunglückten Schauspielers Paul Walker eingesprungen sind, stört das Publikum nicht. «Für uns lebt er weiter und wir sind auch hier, um ihm Respekt zu zollen», sagt Buco (31), Carchauffeur aus Grenchen. «Ein etwas seltsames Gefühl löst es zwar schon aus», meint Nadia (23), die mit ihrem Freund Philip (22, beide aus Grenchen) hier ist. Doch die Freude am Action-Spass überwiege.

«Immer nach Vorschrift»

Wie halten es die Fans eigentlich mit dem eigenen Autofahrstil? «Immer nach Vorschrift», betont Philip, während Nadia einräumt, bisweilen schon etwas zu schnell unterwegs zu sein. «Aber meine höchste Busse war bisher 40 Franken.»

Und Autos tunen? «Das habe ich gar nicht nötig. Ich fahre einen Ford Puma R32, der hat auch ohne Tuning genug Power», meint Buco. Als Experte in Sachen «Fast & Furious» erweist sich der 16-jährige Lukas aus Grenchen. Auch er habe alle Filme der Reihe gesehen. Natürlich nicht im Kino, denn er ist nur wenig älter als die Filmreihe (der erste Teil wurde 2001 gedreht). «Eigentlich gefällt mir der erste Teil am besten, denn da standen wirklich noch die Autos im Zentrum. Heute hat es mir etwas zu viel Geballer», so Lukas in der Pause. Einmal einen Nissan Skyline besitzen, wie er im Film vorkommt, das strebe er an. Nun, im zweiten Teil sollte er dann doch noch in den Genuss von ein paar spektakulären Verfolgungsjagden kommen. Auch wenn weiter tüchtig geballert und Landschaden verursacht wird.

Auch der Grenchner SVP-Präsident Richard Aschberger, der beruflich schnelle Autos auf Hochglanz bringt, ist jeweils an den «Fast&Furious»-Premieren involviert. Diesmal indem er Boliden von Kunden für den Filmstart in einem Aargauer Autokino bereitstellt. Die Premiere habe er sich deshalb auswärts angeschaut, wie er sagt.

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