Schöner geht es nicht: Ein Schäumchen Neuschnee verzuckerte die alten Tannen, ein paar trockene Flöcklein rieselten herunter, aber die Sicht war trotzdem hervorragend. Der Grenchenberg war am Sonntag das perfekte Winter-Wunderland und einen besseren Tag hätte sich der Skiclub Selzach für sein traditionsreiches Volksskirennen nicht aussuchen können. So meldeten sich fast einhundert Skifahrerinnen und Skifahrer an, vom fünfjährigen Pfüderi bis zum 67-jährigen Senior wagten sich alle mehr oder weniger grossen Talente der Region auf den hervorragend präparierten Riesenslalom.

Ob es das feine Speckbrot von Vreni Schneider oder der wunderbare Glühwein war, der so viele Zuschauer an den Pistenrand lockte? Nur der Korrektheit willen: Es war nicht Vreni Schneider, die dreifache Olympiasiegerin, die für den Skiclub Selzach gebacken hat, sondern Vreni Schneider vom Untergrenchenberg. Die, die besser singen kann. In familiärer Atmosphäre wurden alle Rennfahrerinnen und Rennfahrer angefeuert. Mit semiprofessionellen Kameras wurden die mehr oder weniger grossen Talente gefilmt, damit man sich das Abenteuer dann auch noch daheim am Fernseher anschauen kann. Auf Youtube wird es aber wohl keine Fahrt schaffen, denn spektakuläre Stürze blieben zum Glück aus.

Aus Sicherheitsgründen verlegt

«Es waren Sicherheitsgründe», erklärte Christoph Rauber, Präsident des Skiclubs Selzach, warum das Volksskirennen, das es seit 70 Jahren gibt, nun erstmals auf dem Grenchenberg ausgetragen wurde. «Bisher haben wir es immer auf dem Brüggli, dem Selzacher Hausberg, durchgeführt, aber unser Pistenfahrzeug ist nicht mehr geeignet, weshalb wir die Piste nicht optimal präparieren konnten. Die Unfallgefahr wäre jetzt auf dem Brüggli zu gross gewesen», sagte Rauber. Und so schön, wie es am Sonntag war, ist es durchaus denkbar, dass an der kommenden Generalversammlung des Skiclubs Selzach entschieden wird, dass das Volksskirennen in Zukunft definitiv auf dem Grenchenberg durchgeführt wird.

Es muss an der Familie liegen: Als Céline Schär mit ihrem rot-weissen Dress durch die Stangen huschte, da erwachten alle anderen Kinder - die grossen und die kleinen - aus ihrem Traum, ein neuer Didier Cuche zu sein. Was die 16-Jährige zeigte, war einsame Klasse. Sie fuhr mit 38.89 die absolut schnellste Zeit und distanzierte damit Vater Urs Schär (Sieger Herren 2) um zwei Zehntel und Joël Schär (Sieger Primeler) um gut zwei Sekunden. Kein Wunder: Sie gilt als das derzeit grösste Talent in den Reihen des Skiclubs Selzach und gehört dem Kader des Skiverbandes Mittelland an.

Komplette Rangliste:

www.skiclub-selzach.ch/kalender/pdf/Rangliste24220131146.pdf