Bettlach

Farbiges Volk im Fasnachtsrausch

Den Mooreball gibt es seit 40 Jahren. Schon früher war er sehr beliebt, und auch heuer liessen sich viele Narren die Gelegenheit, noch einmal Fasnacht zu feiern, nicht entgehen.

Mexikaner, Kühe, Cowboys, Piraten – wohin das Auge reicht, sieht man im grossen Saal der katholischen Kirche St. Klemenz die Fasnächtler in ihren verschiedenen Kostümen bereit. Um 21 Uhr haben sich die Türen geöffnet und ein breites Volk eingelassen. Von jungen bis zu älteren Fasnächtlern ist alles vertreten. Mit einer Dekoration aus gebastelten Palmen und Girlanden sowie Mitarbeitern im Hawaii-Look bekam man das Sommerfeeling regelrecht zu spüren.

Am Anfang der Feier war die Stimmung zwar noch etwas zurückhaltend, doch je weiter der Abend fortschritt, desto ausgelassener und lustiger wurde das Fest. Auf der Bühne und im Saal selber wurde getanzt, an der Bar konnte man Getränke holen oder sich in der Kaffeestube entspannen. Für die gute und breit gefächerte Musik sorgte wie schon in den vergangenen Jahren DJ Horse; mit Hits wie Umbrella von den Baseballs oder Musik von ABBA. Auch die drei Guggen-Ensembles, die im Verlauf des Abends auftraten, sorgten für Feierlust.

Lange Tradition

Den Mooreball gibt es seit 1971. Damals hiess er Negerball, und ein anderes Logo prangte an den Wänden; eines mit schwarzem Hintergrund und einer roten Nase in der Mitte. Als man den Namen auf Mooreball änderte, behielt man das Logo zuerst bei. Erst im Jahr 2007, als ein Organisatoren-Wechsel stattfand, veränderte sich das Logo. Seither ist ein rosa Schweinekopf auf dem Banner des Balls zu sehen. So ist es auch passend, dass derjenige oder diejenige auf dem Ball mit dem besten Kostüm um Mitternacht ein Spanferkel als Preis erhält.

Für einen guten Zweck

Der Verein Fönny-Mönday organisiert Jahr für Jahr den Mooreball. Für Michael Bur, den Präsidenten des Vereins, ist der Ball sehr bedeutsam. «Man muss die Bettlacher-Fastnacht unterstützen», erklärt er. «Auch ist es wichtig, dass die Fasnächtler einen weiteren Tag haben, an dem sie feiern können.» Denn die Fastnacht dauert bis zum Aschermittwoch und soll nicht mit dem grossen Umzug am Sonntag enden.

Etwa 400 bis 500 Besucher nehmen jährlich am Mooreball teil. Die Einnahmen werden jeweils an eine gemeinnützige Organisation in der Region gespendet. Die Arbeiter verdienen demnach kein Geld, doch das stört sie keineswegs; sie sind froh darüber, dass der Ball in jedem Jahr so gut ankommt. Ein richtiger Fasnächtler sollte sich diese Feier wirklich nicht entgehen lassen, denn der Mooreball gehört zu einer der grossen Feiern der Region, die die Karneval-Stimmung richtig aufleben lassen.

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