Staad

Familie Sperisen weiss, wo die Christbäume am besten wachsen

Heidi und Peter Sperisen inmitten ihrer Weihnachtsbäume.

Heidi und Peter Sperisen inmitten ihrer Weihnachtsbäume.

Heidi und Peter Sperisen haben Weihnachtsbäume für jeden Geschmack in ihrem Sortiment. Sie verkaufen ihre Bäume direkt vor Ort in Staad und wissen auch welche Arten wo am besten gedeihen.

Bald ist es wieder so weit, zu Hause die eigene Tanne zu dekorieren. Peter und Heidi Sperisen in Staad sind in der Region die beliebte Anlaufstelle für Weihnachtstannen. Jeder findet einen Baum nach seinem Geschmack.

Sperisens achten sehr auf Qualität und wollen der Kundschaft schöne und frische Bäume liefern; verkauft werden sie vor Ort in Staad. Dort sind immer etwa 100 Tannen aufgestellt, aus denen die Kundschaft auslesen kann. Es werden immer frische Bäume nachgeschnitten.

Schon seit Wochen läuft der Betrieb auf Hochtouren; Verwandte, Bekannte und angestellte Helfer gehen deshalb zur Hand. Vor dem ersten Advent wurde ein erster Höhepunkt erreicht, da viele Betriebe Weihnachtsbäume bestellten.

Baumpflege und nistende Vögel

In Arch, in Staad, beim Tennisplatz und beim Egelsee wachsen die Bäume der Sperisens auf rund fünf Hektaren – Nordmanntannen, Rottannen, Blaufichten, Coloradotannen und Weisstannen. Die Korktannen haben in diesem Jahr leider zu sehr unter dem Frost gelitten.

Frost und Hagel sind die grossen Feinde beim Tannenanbau und so ist es aus taktischen Gründen besser, den Anbau an mehreren Orten durchzuführen. Auch wenn im Winter Hochsaison ist, so gibt es das ganze Jahr über viel zu tun.

Ein paar Beispiele: Um den Terminaltrieb zu schützen, müssen die Bäume mit Stäben ausgerüstet werden, die einen Vogel vom Landen abhalten. Ebenso werden die Stämme leicht eingeschnitten, um das Wachstum zu regulieren. Sperisens verzichten grösstenteils auf Chemie. So schützen sie die Triebe durch Rapsöl vor Läusen.

Die Jungpflanzen werden in bereits bestehende Kulturen eingesetzt. Beides aufwendiger, doch ihrer Meinung nach viel sympathischer. Ein schöner Anblick sind in jedem Frühjahr auch die zig Vogelfamilien, die in ihren Bäumen nisten.

Eltern begannen mit Tannenanbau

Zehn Jahre lang waren Sperisens Ansprechpartner der Migros, vor zwei Jahren haben sie damit wegen des zu grossen Aufwands aufgehört. «Es war aber eine sehr schöne Zeit», betont Peter Sperisen. Im Herbst 2015 stellte das Ehepaar den Ackerbau ein. Das Pachtland und das eigene Land führen nun der Schwager und die Schwester von Peter. Mit der Munimast haben sie bereits 1999 aufgehört, als sie wegen neuer Vorschriften einen ganz neuen Stall hätten bauen müssen.

Den Betrieb übernahmen sie 1981 von Peters Eltern, jedoch zunächst nur den Ackerbau und die Munimast. Die Eltern führten bis 1994 den Verkauf der Weihnachtsbäume. «Sie haben in den Fünfzigern mit dem Anbau angefangen, im Vergleich zu heute war es klein gehalten», erinnert sich Peter Sperisen.

Damals wurden die Bäume in den letzten zwei Wochen vor Weihnachten auf dem Grenchner Markt verkauft. Es waren ausschliesslich Rot- und Weisstannen. Dabei wurden sie am Rand des eigenen Landes gepflanzt, in der Nähe des Aareufers. Keine ideale Stelle. Ohnehin war damals noch der richtige Anbau von Tannenbäumen eine Unbekannte in der Schweiz. Sperisen: «Deutschland war damals schon viel weiter. So besuchten wir nach der Übernahme des Weihnachtsbaumgeschäfts dort Seminare, um uns weiterzubilden.»

So lernten sie die richtige Baumpflege und beispielsweise, wie wichtig die Beschaffenheit des Bodens ist: Fichten hätten nahe am Aareufer, wo der Boden eher alkalisch ist, keine Probleme zu wachsen, da sie Flachwurzler sind und die Nährstoffe grossflächig aufnehmen können. Tannen hingegen stossen ihre Wurzeln tief in die Erde und sind auf saureren Boden angewiesen.

Wie beim Tennisplatz beispielsweise, doch dort sind sie dem Frost ausgesetzt. «Beim Frost ist es wie beim Wasser, bei einem Hang fliesst er ab und ist dann sozusagen schwächer», so Heidi Sperisen. Deswegen sei ihr Land in Arch ideal für Tannen, da es sich in Hanglage befindet.

Und Peter Sperisen fügt gerade noch eine weitere spannende Tatsache an: «Von allen in der Schweiz verkauften Tannen, stammen nur rund 40 bis 45 Prozent aus der Schweiz.»

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