BGU
Fahrplanverdichtung: Die Passagierzahlen könnten noch zulegen

Der Busbetrieb fährt in den Ferien täglich fünf Mal auf den Grenchenberg. Die Fahrplanverdichtung während der Ferienzeit wird diesen Sommer das erste Mal durchgeführt. Nötig wären rund 5000 Passagiere, damit das Angebot sich lohnt.

Andreas Toggweiler
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Der Bus auf die Grenchenberge beim Bahnhof Süd.

Der Bus auf die Grenchenberge beim Bahnhof Süd.

Oliver Menge

«Heute Morgen wurde es auch im Dreiachser schon etwas eng», berichtete am Sonntag BGU-Chauffeur Heinz Jeker. Und immerhin ist er mit dem grössten BGU-Bus auf den Berg gefahren. Die Bus-Fahrt auf den Grenchenberg, normalerweise nur mittwochs und an Wochenenden angeboten, ist zurzeit jeden Tag fünf Mal möglich. Die Fahrplanverdichtung wird dieses Jahr zum ersten Mal während der ganzen Sommerferien vom 8. Juli bis 9. August durchgezogen. «Wir hatten auch unter der Woche viele Fahrgäste», berichtet Jeker, ohne genaue Zahlen nennen zu können.

Genaueres weiss sein Chef. «Nach 16 Tagen haben wir 1608 Fahrgäste auf den Berg befördert, das sind etwas mehr als 100 pro Tag», berichtet BGU-Chef Hans-Rudolf Zumstein nach einem Blick in die Statistik. Wenn man diese Frequenz per Ende Ferien hochrechnet, kommt man auf 3700 Fahrgäste, was allerdings Zumsteins Erwartungen nicht ganz erfüllen würde.

Nachfrage steigt

Für die Berechnung des Angebots an die Stadt ist der BGU von 5000 Passagieren ausgegangen, was mit etwa 160 Passagieren täglich erreicht würde. Zumstein ist aber zuversichtlich, dass die Frequenzen noch zunehmen, sofern das Wetter weiterhin mitmacht. Denn erst letztes Wochenende konnten erstmals die Bons von Grenchen Tourismus eingelöst werden, die für Halbtax-Besitzer eine Gratisfahrt auf den Berg ermöglichen und für alle anderen eine Fahrt zum halben Preis. «Die Tendenz der Fahrgäste ist steigend», erklärt Zumstein. Etliche wollten den Coupon auch schon letzte Woche einlösen, mussten aber enttäuscht werden. (Vgl. Kasten.)

Grosser Bus kein Problem

Um genügend Passagiere mitnehmen zu können, fährt in Spitzenzeiten der dreiachsige BGU-Bus. Ist das auf der schmalen Bergstrasse kein Problem? «Für mich jedenfalls nicht», lacht Chauffeur Heinz Jeker. Einzig unerfahrene Autofahrer kommen beim Kreuzen bisweilen ins Schwitzen.

Ab nächstem Fahrplanwechsel will der BGU dann sogar mit einem Gelenkbus auf den Berg fahren. «In den Kurven ist dieser einfacher zu handeln als der Dreiachser», sagt BGU-Chef Zumstein. Ein Gelenkbus aus Biel wurde bereits erfolgreich anlässlich des Grenchenberglaufes eingesetzt.

«Attraktiv-Ferien»

Grenchen Tourismus führt auch dieses Jahr wieder die Aktion «Attraktiv-Ferien» durch. Verkehrsbetriebe, Restaurants und Freizeiteinrichtungen in der Stadt offerieren gegen die Abgabe von (Original-)Coupons des Stadtanzeigers verschiedene Aktionen: billiger ins Museum, gratis Stadtführung, Rabatt auf Rundflügen oder eine Fahrt mit dem neuen Aareschiff nach Solothurn zum halben Preis. Zu beachten ist, dass die Coupons je nach Angebot unterschiedliche Gültigkeitsdauern haben. Auch ist der Fahrplan zu beachten (montags verkehren z.B. keine Schiffe). Laut Angaben des BGU wurden letztes Jahr über 400 Coupons für die Busfahrt auf den Berg eingelöst. (at.)

Mehr Kunden für Restaurants

Die Bergrestaurants auf dem Grenchenberg profitieren ebenfalls von der BGU-Fahrplanverdichtung. Gefühlsmässig habe es schon etwas mehr Leute», sagt eine Service-Angestellte. «Vor allem verteilen sich die Leute jetzt etwas besser auf die ganze Woche, sodass wir nicht am Wochenende überrannt werden und während der Woche nichts läuft.» Der Untergrenchenberg hat heuer auch kurzum den Wirtesonntag abgeschafft. Während der Sommerferien ist jeden Tag offen.

Auch auf dem Oberberg ist voraussichtlich bis Mitte Oktober nur am Donnerstag zu. Wirtin Annemarie Schnidrig ist mit der Gästezahl bisher zufrieden. Wie stark das mit dem verdichteten Fahrplan zusammenhängt, kann sie allerdings nicht sagen. «Wir fragen ja die Leute nicht danach, wie sie angereist sind.» Wichtigster Faktor sei ohnehin das Wetter. Das Restaurant Stierenberg nahm nach den Betriebsferien am Dienstag den Betrieb wieder auf und dürfte damit auch noch den einen oder anderen Fahrgast zusätzlich anlocken.

Mehr Leute von auswärts

Renato Müller, Verwalter der Bürgergemeinde (der die Bergrestaurants gehören), findet das neue Busangebot gut. «Ich habe den Eindruck, dass auch mehr Leute von auswärts kommen. Ich kenne jedenfalls niemand hier auf der Terrasse ...», lacht er. Es scheine, als könne man das Ziel, mehr Touristen auf den Berg zu bringen, erfüllen. Der verdichtete BGU-Fahrplan kommt auch noch in den Herbstferien vom 30. September bis 18. Oktober zur Anwendung.