Grenchen
Experimentieren und tüfteln: Lehrer sollen Begeisterung für Naturwissenschaften wecken

Der Kiwanis Club Grenchen sponsert eine Weiterbildung für Lehrpersonen zum Thema Wind und Windenergie.

Oliver Menge
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Was kommt in der Kiste zum Vorschein?
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Material zum Thema Windkraft
Ein Windrad basteln
Infos zum verein explore-it
Fertig!
...auch fertig
Jedes Windrad ist etwas anders geformt
Sie werden aufgereiht...
Windräder basteln für Lehrer und Lehrerinnen

Was kommt in der Kiste zum Vorschein?

Oliver Menge

Zehn Lehrpersonen aus Grenchen, Bettlach, Arch und Leuzigen wurden bei der Firma Madec von Britt Lauper von «Jugend und Wirtschaft», Yvonne Galley, Kursleiterin «explore-it» und Renato Delfini vom Kiwanis Club Grenchen zu einer Weiterbildungsveranstaltung begrüsst.

Innerhalb von drei Stunden erlernten sie den Umgang mit Kisten voller Experimentier- und Werkmaterial zum Thema Wind und Windenergie. Aus Röhrchen, Papier, Sagex, Karton und mithilfe beiliegender fertiger Produkte wie Elektrobausteinen bastelten sie gemeinsam nach Anleitung Windräder, Windmesser, Drachen und anderes.

Diese Weiterbildung macht es möglich, dass die Lehrpersonen mit ihren Klassen dann rund 20 bis 30 Stunden Unterricht mit solchen Kisten halten können, in denen die Kinder einfache, aber eindrückliche naturwissenschaftliche Experimente durchführen und Tüfteleien erforschen und ausprobieren können.

«explore-it»

«explore-it» ist ein Non-Profit-Verein, dem ein Forschungs- und Entwicklungsprojekt der Pädagogischen Hochschule Wallis (PHVS) und der PH der Fachhochschule Nordwestschweiz (PH FHNW) voranging. Zweck des Vereins ist die Förderung von Technikverständnis und Naturwissenschaften bei Kindern und Jugendlichen. Die «explore-it»-Materialien werden von Arwo Wettingen (Arbeiten und Wohnen für Menschen mit einer Behinderung) in Wettingen (AG) assembliert. Um vermehrt Gönnergelder zu erhalten und diese weiterhin zweckgebunden einzusetzen, hat der Verein die Stiftung «explore-it» ins Leben gerufen. Die Kisten, die einen Wert von je rund 60 Franken haben, werden durch die Gönnerbeiträge verbilligt.

Der Kiwanis Club Grenchen hat in den letzten drei Jahren rund 30'000 Franken an das Projekt gesponsert. Insgesamt rund 750 Fünftklässler aus dem Einzugsgebiet wurde so ein spielerischer Zugang zu den Naturwissenschaften ermöglicht. (om)

Themen aus der Kiste

Die Kisten werden von «explore-it» entwickelt und ausgestattet (siehe Infobox). Es gibt Kisten zu den Themen «Der Traum von Fliegen», «Von Wasserkraft zum Strom», «Solar – Power bewegt», «Vom Dauermagneten zum Elektromotor», «Energie macht mobil», «Stoffe trennen und verbinden», «Zeit und Raum – Astronomie» und «Von der Windkraft zum Strom». Zu jedem Thema gibt es eine ganze Reihe von Anleitungen und Informationen, die online heruntergeladen werden können. Jeweils zwei Kinder experimentieren zusammen mit einer Kiste.

Die zehn Lehrerinnen und Lehrer arbeiteten mit Kisten zum Thema Wind. Als erstes mussten sie unter Anleitung der Kursleiterin einen ganz einfachen Rotor aus einem quadratischen Stück Papier schneiden, falten und biegen. Vorgegeben war allerdings nur die Grundform des «Trägers», auf dem der Rotor sich dann dreht. Welche Form der Rotor bekam, war den Teilnehmern überlassen. Also wurde gebogen und gefaltet, geblasen und getestet. Aber erst der direkte Vergleich brachte dann die Erkenntnis: Angebracht auf einem dünnen Röhrchen und nebeneinander aufgeklebt, konnten alle Teilnehmer schnell erkennen, welche Form sich tatsächlich schon bei wenig Wind dreht und so praktisch erfahren, welche Form von Rotor die Geeignetste ist. In Gruppen bauten sie anschliessend Drachen, Windmessgeräte und Windräder, die Lärm produzieren und – natürlich im Grossformat und aus Metall gebaut – in manchen Ländern als Vogelscheuchen eingesetzt werden.

Hemmschwelle überwinden

«Wir wollen den Kindern einen spielerischen Zugang zu Technik und Wissenschaft bieten», sagte Renato Delfini, der den Anlass bei Madec ermöglicht hatte. Insbesondere wolle man auch Mädchen dafür interessieren, denn es spreche ja im Grunde nichts dagegen, dass auch junge Frauen technische Berufe erlernten. «Wir sehen es auch ab und zu bei jungen Lehrerinnen, dass sie manchmal zuerst eine gewisse Hemmschwelle überwinden müssen, dann aber ganz erstaunliche Fähigkeiten zeigen.»

Von den zehn Lehrpersonen, die an dieser Weiterbildung teilnahmen, waren nur zwei das erste Mal dabei. Die anderen hatten bereits sehr gute Erfahrungen gemacht und das Unterrichtsmaterial bereits mehrfach verwendet, sogar ausserhalb des von Kiwanis gesponserten Programms.

Erfinderwettbewerb ist geplant

Nächsten Frühling will Kiwanis unter den 750 Schülerinnen und Schülern, die in den Genuss des Programms kamen, einen Erfinder-Wettbewerb ausschreiben. «Es winken sehr attraktive Preise. Unter anderem Rundflüge mit der Antonov AN2 und interessante Führungen durch den Flughafen. Und ich kann schon jetzt verraten: Ich will so viele Kinder wie möglich zu den Rundflügen einladen, es wird nicht nur einen ersten, zweiten und dritten Preis geben», so Delfini schmunzelnd.

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